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Zwölf Betten gibt es auf der Corona-Intensivstation des Klinikums Kulmbach. (Symbolbild)

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    Noch überschaubare Lage auf den Intensivstationen in Bayern

    Noch ist die Lage auf den meisten Intensivstationen in bayerischen Krankenhäusern beherrschbar. Doch die Zahl der Patienten, die dort behandelt werden müssen, steigt wieder an. Intensivmediziner befürchten Engpässe in den kommenden Wochen.

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    Von
    • Erich Wartusch

    Bis heute Mittag (Stand 13.30 Uhr) haben die bayerischen Krankenhäuser an das Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) 540 Menschen gemeldet, die mit einer Covid-19-Erkrankung intensivmedizinisch behandelt werden. Damit ist die Zahl seit gestern um 22 Fälle, seit zwei Wochen um 101 Fälle angestiegen. Bei den vorhergehenden Wellen lag der Höchststand bei 716 (im April 2020) bzw. 912 (im Januar 2021) Patienten. Derzeit sind 16% aller Intensivbetten von Covid-19-Patienten belegt.

    Mehrheit der Stationen mit Einschränkungen im Betrieb

    Insgesamt sind derzeit in Bayern 2.956 Intensivbetten belegt, 428 sind noch frei. Dabei ist jedoch die Notfallreserve nicht eingerechnet. In einer Einschätzung, wie stark ihre Intensivstation belastet ist, melden 66 der bayerischen Krankenhäuser regulären Betrieb, in 69 ist der Betrieb eingeschränkt, in 44 teilweise eingeschränkt.

    Dritte Welle führt zu großer Belastung der Krankenhäuser

    Intensivmediziner befürchten jedoch, dass sich die Situation bald verschärfen könnte. Divi-Präsident Gernot Marx sagte im Deutschlandfunk: "Wir haben die zweite Welle von einem Niveau von unter 200 Covid-19-Patienten begonnen und waren bei fast 6.000. Jetzt beginnen wir bei unter 3.000, etwa der Spitzenwert der ersten Welle, und das macht uns schon sehr große Sorge." Der Chef-Infektiologe der Regensburger Uniklinik, Bernd Salzberger, hatte im BR berichtet, dass immer noch Patienten aus der zweiten Welle in den Kliniken behandelt werden. Eine dritte Welle, in der vor allem die 40- bis 80-Jährigen krank würden, sei eine große Belastung für die Krankenhäuser.

    Höchste Auslastung in niederbayerischen Landkreisen

    Die höchste Auslastung der Intensivbetten durch Covid-19-Patienten gibt es derzeit in Landkreisen, in denen nur eine geringe Bettenanzahl zur Verfügung steht: im Landkreis Landshut sind 80% belegt (4 von 5 Betten), im Landkreis Kelheim 71% (5 von 7) und im Landkreis Regen 50% (7 von 14). In allen anderen Städten und Landkreisen liegt die Prozentzahl noch unter 50%.

    Inzidenzwert nicht immer ausschlaggebend für Patientenzahl

    Dass ein hoher Inzidenzwert nicht zwangsläufig auch eine hohe Anzahl an Patienten mit Covid-19 auf einer Intensivstation bedeutet, zeigt der Landkreis Hof. Obwohl dort vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) eine 7-Tage-Inzidenz von 255 gemeldet wurde, sind anteilig nur 23% der Betten auf den Intensivstationen mit Covid-19 Erkrankten belegt. Dagegen sind im Landkreis Cham, wo der Inzidenzwert am Mittwoch bei 276 lag, 43 Prozent aller Betten mit Covid-19-Patienten gefüllt.

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