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Wandern und Spazierengehen ist erlaubt - auch während des teilweisen Corona-Lockdowns, der seit Anfang der Woche gilt. Hier ein paar Tipps:

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Corona in Bayern: Darf man jetzt eigentlich Wandern gehen?

Der teilweise Corona-Lockdown sieht vor, auf nicht notwendige Reisen und Besuche zu verzichten, auch auf Tagesausflüge. Rausgehen ist aber gesund und Wandern nicht verboten in Bayern. Bei schönstem Herbstwetter an diesem Wochenende ein paar Tipps.

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Von
  • Anton Rauch

Wandern und Spazierengehen ist erlaubt - auch während des teilweisen Corona-Lockdowns, der seit Anfang der Woche gilt. Allerdings gelten die vorgeschriebenen Hygieneregeln und das Abstandsgebot. An diesem Wochenende soll das Wetter schön werden, auch in den Bergen. Zwar soll auf Besuche, größere Reisen und ähnliche Aktivitäten verzichtet werden, aber gegen die Familienwanderung oder den Spaziergang mit Partner und anderen Haushaltsmitgliedern spricht nichts, im Gegenteil. Es gibt viele Gründe, rauszugehen.

Berge wegen Beherbergungsverbot momentan nicht überlaufen

Ob im Allgäu, in Oberbayern oder im Bayerischen Wald - es gilt das Beherbergungsverbot und die alpinen Hütten haben geschlossen. Trotzdem rät Andrea Händel vom DAV nicht von einer Bergwanderung ab. "Es ist eine andere Jahreszeit. Der große Run mit den vollen Parkplätzen und den Klagen über Overtourism war in den Monaten Mai und ab Juni. Wir haben im Moment den Eindruck, dass es nicht übervoll ist in den bayerischen Bergen und dass sich die Leute daran halten, auf überregionale Reisen und Tagesausflüge verzichten."

Der DAV weiß auch nichts über Anzeigen von Auswärtigen, also dass Leute mit einer sehr fernen Autonummer angezeigt worden wären.

Es gelten die allgemeinen Tipps fürs Wandern im Herbst

Die Oberstdorfer Bergwacht sieht den Wochenenden gelassen entgegen. Momentan ist wenig los, bis auf die Besitzer von Ferienwohnungen und einzelne Tagesausflügler sind keine Gäste da. Die Bergwacht warnt ausdrücklich nicht davor, in die Berge zu gehen. Es gibt keine Sorge vor einer Überlastung. Wer Hilfe braucht, der bekommt sie auch, sagt etwa Karsten Menzel von der Bergwacht in Oberstdorf.

Menzel erinnert aber an die Allgemeinverfügungen und die Abstandsregeln. Bei der Routenplanung gilt es den kürzeren Tag einzukalkulieren und zur Ausrüstung gehöre auch eine Stirnlampe mit Wechselakku, falls man doch in die Dunkelheit gerät.

Andrea Händel vom Alpenverein empfiehlt ebenfalls die allgemeinen Verhaltensregeln fürs Wandern im Spätherbst: Früh losgehen, feste Schuhe, Mütze und Handschuhe gehören in den Rucksack. Wer hoch hinaus will, sollte sich auf jeden Fall über die Schneelage informieren. Ab 1.400 Metern liegt bereits Schnee.

Alpenverein plant bereits eine Winterkampagne

Unter dem Motto "Winterfun" plant der DAV schon eine Werbekampagne für den Winter, auch bei der Ungewissheit, wie es mit Corona weitergeht.

"FUN" steht für freundlich, umsichtig und naturverträglich. Und darauf komme es jetzt eben an. Schon bei der Anreise sollten nicht zu viele Menschen aus unterschiedlichen Haushalten in einem Auto sitzen. Überhaupt sei Eigenverantwortung gefragt.

Im Münchner Wander-Zielgebiet: Hütten mit "Essen to go"

Auch wenn die Hütten geschlossen haben und Übernachtungen ausgeschlossen sind: Einzelne Hütten wie das Rotwandhaus und eventuell weitere Hütten im Spitzinggebiet bieten Essen zum Mitnehmen an - eben Hütten, wo viele Ausflügler hinkommen. Dazu gibt es laut Alpenverein ausdrücklich keine Liste, das könne sich auch kurzfristig ändern, sagt Andrea Händel

"Am besten vorher bei der Hütte nachfragen, und Proviant mitnehmen, eben die eigene Brotzeit. Warmes Getränk nicht vergessen, es ist inzwischen kalt in den Bergen." Andrea Händel

Die Bergbahnen stehen still, einzelne bereiten sich auf den Winter vor. Insofern sind Wanderer auf sich selbst angewiesen, wenn sie in den Bergen unterwegs sind.

Gutes Wetter lockt an diesem Wochenende

Sobald sich der Nebel verzogen hat, kommt die Sonne raus: Das gilt auch in den nächsten Tagen, heißt es von den Meteorologen. Die Höchstwerte liegen zwischen zehn und 14 Grad, in 2.000 Metern Höhe wird es auch bei voller Sonne nicht wärmer als neun Grad.

Das sollten Ausflügler bedenken, wenn sie losziehen wollen an diesem Wochenende. Übrigens: auch das deutsche Wanderinstitut - ja so etwas gibt es- empfiehlt das Wandern in diesen Tagen, ähnlich wie Ärzte und Psychologen.

Nicht drängeln beim Wandern und Naherholung suchen

Wanderparkplätze an beliebten Routen sind aber schnell besetzt, so die Erfahrung aus dem Frühjahr. Das wird möglicherweise auch bei diesem Herbst-Lockdown nicht anders sein. Dann wird es wieder schwierig, Abstände einzuhalten. Bevor es also Ärger gibt, besser mit dem Partner, der Familie oder anderen Haushaltsmitgliedern locker wandern, andere vor lassen. Nicht drängeln, mehr "für sich sein."

Und: Überlegen, wo sich der Spaziergang in der Nähe lohnt, bevor man ins Auto oder die Bahn steigt.

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