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Corona-Impfung: Unmut wegen aktualisiertem Aufklärungsbogen | BR24

© BR/Norbert Steiche

Wegen einer aktualisierten Version des Aufklärungsbogens zur Covid-19-Schutzimpfung könnte sich die Impfung für einige Menschen verzögern. Betroffen sind vor allem Bewohner und Bewohnerinnen von Senioren- und Pflegeheimen.

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Corona-Impfung: Unmut wegen aktualisiertem Aufklärungsbogen

Wegen einer aktualisierten Version des Aufklärungsbogens zur Corona-Schutzimpfung könnten sich Impfungen verzögern. Betroffen sind vor allem Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen. Unverständnis kommt von einem unterfränkischer Heimleiter.

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Von
  • Günther Rehm
  • Norbert Steiche

Peter Martin ist ratlos. Der Leiter des Seniorenpflegeheims "Haus der Familie" in Windheim im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen hatte mit seinen 35 Mitarbeitern alles zur Corona-Impfung vorbereitet. Auch die mobilen Teams stehen bereit, um die 52 Bewohner zu impfen. Allerdings besteht das Bayerischen Gesundheitsministerium nun darauf, dass eine aktualisierte Version des Aufklärungsbogens zur Covid-19-Schutzimpfung ausgefüllt wird. Das könnte in manchen Senioren- und Pflegeheimen wie dem "Haus der Familie" dazu führen, dass Bewohner und Bewohnerinnen später geimpft werden können als geplant.

Impfverzögerung für Betreute?

Betroffen sind solche Frauen und Männer, für die ein Betreuer die Einwilligung zur Impfung erteilt hat – meist handelt es sich um Menschen mit Demenz oder bei denen Angehörige der Impfung zustimmen müssen. In den meisten Fällen hatten Betreuer und Angehörige den Aufklärungsbogen mit Stand 9. Dezember zum Impfstoff von BioNTech/Pfizer vorliegen.

Am 22. Dezember hat das zuständige Robert Koch-Institut den Bogen aufgrund der Erfahrungen unter anderem aus Großbritannien aktualisiert. Nun wird auf weitere Nebenwirkungen hingewiesen, "die in wenigen Einzelfällen aufgetreten sind", fasst das Bayerische Gesundheitsministerium auf BR-Anfrage die wesentliche Änderung zusammen.

Ministerium informiert Heimleitungen über neues Formular

Das Ministerium hat deshalb alle Heimleitungen informiert und sie gebeten, die Betreuer, die noch den alten Aufklärungsbogen erhalten haben, zu kontaktieren und über die neue Version zu informieren – "möglichst rasch per E-Mail oder telefonisch". Die Rückmeldung der Betreuer, ob die Zustimmung zur Impfung weiterhin gilt, solle ebenfalls per Mail oder Telefon erfolgen.

"Aus medizinischer Sicht bedarf es einer umfassenden und alle aktuellen Erkenntnisse erläuternden Impfaufklärung, auf die die Impfberechtigten im Zeitpunkt der Impfung vertrauen dürfen", schreibt das Ministerium.

Senioren in Windheim warten auf Impfung

Ausgerechnet über die Weihnachtsfeiertage die Betreuer erneut zu kontaktieren, war für viele Heimleiter eine Herausforderung. Sein Impfzeitplan sei torpediert worden, sagt der Leiter des Seniorenpflegeheims in Windheim. Aus Erfahrung wisse er, dass viele Berufsbetreuer bis Anfang des Jahres in Urlaub seien.

Martin fürchtet, dass etliche seiner 52 Bewohnerinnen und Bewohner nun ein paar Tage länger auf die Corona-Impfung warten müssen.

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