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Corona-Impfung: So bekommen Sie in Bayern Ihren Termin | BR24

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Am Sonntag sollen in Deutschland die ersten Menschen gegen Corona geimpft werden. Die Hersteller sind zuversichtlich, dass das Präparat auch gegen die neue Corona-Mutation aus Großbritannien wirkt.

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Corona-Impfung: So bekommen Sie in Bayern Ihren Termin

Nach der Zulassung des ersten Corona-Impfstoffs will die Staatsregierung ein bayernweit koordiniertes Vorgehen. Nach Weihnachten werden mobile Teams in Heimen impfen, im Januar sollen alle daheim lebenden Personen über 80 einen Brief bekommen.

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Von
  • Eva Eichmann
  • Petr Jerabek
  • Mirjam Kottmann

Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sieht den Freistaat für den anstehenden Start der Corona-Impfungen gut gerüstet: "Wir sind vorbereitet, wir haben unsere 99 Impfzentren in ganz Bayern, und es gibt auch bei jedem Impfzentrum entsprechend mobile Teams", sagte die Ministerin dem BR. Da es am Anfang nicht genügend Impfstoff für alle geben werde, sei es wichtig, zu priorisieren.

Als erster Impfstoff wurde am Montag in der EU das Vakzin der Firmen Biontech und Pfizer zugelassen. Ab 27. Dezember soll in Bayern geimpft werden. Ein Überblick, wie die Impfungen im Freistaat starten sollen:

Die vorgegebene Reihenfolge

Die Reihenfolge der Impfungen wurde vom Bundesgesundheitsministerium festgelegt. Die entsprechende Rechtsverordnung baut auf Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut (RKI) auf. "Höchste Priorität" haben demnach die über 80-Jährigen, die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen, das Personal dieser Häuser und Beschäftigte im Gesundheitswesen "mit hohem Expositionsrisiko".

Erst später sollen Menschen mit "hoher Priorität" (u.a. über 70-Jährige, Personen mit Trisomie 21, Demenz oder geistiger Behinderung, Ärzte, Bewohner und Beschäftigte in Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen, Polizisten, die bei Demonstrationen eingesetzt werden) sowie Menschen mit "erhöhter Priorität" (u.a. über 60-Jährige, Personen mit bestimmten chronischen Krankheiten, Laborbeschäftigte, Erzieher und Lehrer, bestimmte Personen bei Regierungen, Verwaltungen, bei der Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und THW, Justiz) geimpft werden.

Wie viele Impfdosen bekommt Bayern?

Die bayerischen Impfzentren mit ihren mobilen Teams können laut Huml theoretisch mehr als 30.000 Impfungen am Tag vornehmen. In der Praxis sei das aber abhängig davon, "wie viel Impfstoff durch den Bund geliefert wird". In diesem Jahr werde der Freistaat vom Bund mehr als 200.000 Corona-Impfdosen bekommen. Der Biontech/Pfizer-Impfstoff wird in zwei Dosen innerhalb von drei Wochen verabreicht. 200.000 Impfdosen reichen somit für 100.000 Menschen.

Nach Angaben der Ministerin soll am 26. Dezember eine erste Tranche mit 9.750 Impfdosen in Bayern ankommen. Am 28. Dezember dann fast 97.000 Dosen und am 30. Dezember nochmal 107.000 Dosen. Ab Januar rechnet die Ministerin dann wöchentlich mit einer Lieferung von 107.000 Dosen für den Freistaat.

Impfungen zunächst in Pflegeheimen

Nach Weihnachten werden zum Start der Impfungen zunächst mobile Teams im Einsatz sein, wie Huml im BR-Interview erläuterte. Denn es gehe darum, zu Beginn die Menschen in Pflegeeinrichtungen und Seniorenheimen zu impfen. Diese seien besonders gefährdet, da es bei ihnen besonders schwere Verläufe, viele Krankenhaus-Einweisungen und auch Todesfälle wegen Corona gebe. "Deswegen ist es wichtig, sie prioritär am Anfang zu schützen", sagte Huml.

Die Behörden waren der Ministerin zufolge in den vergangenen Wochen bereits mit den Senioren- und Pflegeheimen im Austausch. Die Einrichtungen hätten zum Teil ihre Pflegebedürftigen auch schon aufgeklärt und mit den Betreuern gesprochen. Welche Einrichtungen den Impfstoff zuerst erhalten, werde durch die Kreisverwaltungsbehörde vor Ort und unter Beachtung der Priorisierungs-Vorgaben des Bundes festgelegt, hieß es.

Wie werden die über 80-Jährigen benachrichtigt?

Die über 80-Jährigen, die in keinem Senioren- oder Pflegeheim leben, sollen dann im Januar schriftlich darüber informiert werden, dass sie berechtigt sind, sich impfen zu lassen. "Es wird ein Schreiben geben, das wir an die über 80-Jährigen schicken", kündigte die Ministerin an. Sie sollen laut Huml dann im Impfzentrum ihres jeweiligen Landkreises geimpft werden, "soweit sie mobil sind". Falls ausreichend Impfdosen zur Verfügung stehen werden, soll die Impfung der Menschen mit höchster Priorität dem Ministerium zufolge bis Ende Januar abgeschlossen sein.

Terminvergabe läuft mancherorts schon

Das Gesundheitsministerium kündigte zwar ein einheitliches Vorgehen in Bayern an - trotzdem gibt es schon erste Landkreise, die bereits dieses Jahr eine Anmeldung ermöglichen. So soll beispielsweise im Landkreis Deggendorf schon ab 28. Dezember eine Vormerkung per Telefon oder E-Mail möglich sein.

Im Landkreis Erding werden bereits Termine jetzt vergeben. Eine halbe Stunde, nachdem das Bayerische Rote Kreuz (BRK) als Betreiber des dortigen Impfzentrums die Hotline freigeschaltet hatte, waren schon 3.000 Anrufe eingegangen. Termine bekommen zunächst die Menschen mit höchster Priorität. Anrufer, die nicht zu diesen Gruppen gehören, kommen in Erding erst einmal auf eine Warteliste.

Zentrale Terminvergabe in Bayern ab Mitte Januar

Für Mitte Januar kündigte Ministerin Huml eine zentrale Möglichkeit an, sich für eine Impfung in Bayern anzumelden oder vormerken zu lassen: Dafür werde ein entsprechendes Tool freigeschaltet, wo man sich eintragen könne - mit Angabe des Alters und weiterer Kriterien.

Einem Ministeriumssprecher zufolge könnte die Anmeldung auch über die Telefonnummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes erfolgen, wo die Anrufer nach Nennung ihrer Postleitzahl an das zuständige Impfzentrum weitergeleitet werden.

Die entsprechende Telefonweiche müsse aber noch eingerichtet werden, betonte er. Die Kassenärztliche Vereinigung wies daher "ausdrücklich" darauf hin, dass die Nummer 116117 vorerst "ausschließlich für den Bereitschaftsdienst vorgesehen" sei. "Eine Beratung und Terminvermittlung für die geplanten Corona-Impfungen erfolgt hier nicht."

Wann kommen weitere Gruppen an die Reihe?

Wann Menschen mit "hoher" oder "erhöhter" Priorität geimpft werden können, lässt sich laut Huml im Moment nicht absehen. "Es laufen ja auch weitere Prozesse an Zulassungen von Impfstoff", erläuterte die Ministerin, "deswegen ist es seriös jetzt nicht genau zu sagen, wann wer geimpft wird".

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