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Die Priorisierung bei der Corona-Impfung ist aufgehoben, dennoch ist weiter Geduld gefragt. Die Wartelisten bei den Hausärzten sind lang, die Kühlschränke in den Impfzentren leer. Was sagt Gesundheitsminister Holetschek dazu?

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BR24Live: Prio 3 und ungeimpft - was sagt Holetschek?

Die Priorisierung bei der Corona-Impfung ist aufgehoben, dennoch ist weiter Geduld gefragt. Die Wartelisten bei den Hausärzten sind lang, die Kühlschränke in den Impfzentren leer. Was sagt Gesundheitsminister Holetschek? Das Interview im BR24Live.

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Von
  • Irina Schroll

Prio 3 und noch immer kein Impfangebot? Von rund 13 Millionen Einwohnern in Bayern sind zwar inzwischen über drei Millionen Menschen vollständig geimpft. Doch es gibt auch einige Menschen, die noch gar keine Corona-Impfung verabreicht bekommen haben.

  • Wann haben alle Menschen in Bayern ein Impfangebot erhalten? Und wie geht es dann weiter? Das haben wir im BR24Live den bayerischen Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) gefragt.

Wartelisten riesig, Impfstoff knapp

Vor zwei Wochen erreichte uns folgender User-Kommentar:

"Mit 44 Jahren und angeschlagenen Bronchien (Impfgruppe 3) habe ich bis heute immer noch keinen Impftermin erhalten, obwohl ich mich vor über einem Monat sowohl im Impfzentrum als auch beim Hausarzt angemeldet habe. Sämtliche Nachbarn, Kollegen, sogar deutlich jüngere Geschwister sind bereits geimpft oder haben zumindest einen Impftermin in Aussicht. Teilweise mit hanebüchenen Begründungen." User 'hoamat_wo', 26.5.21

Ob der User mittlerweile geimpft wurde, ist nicht bekannt. Im EU-weiten Vergleich steht Deutschland mit einem Impffortschritt von fast 50 Prozent gut da. Dennoch brauchen Impfwillige hierzulande derzeit noch etwas Geduld.

"Insgesamt sind wir sehr gestresst durch diesen ganzen Impfvorgang. Wir haben Riesen-Wartelisten", erklärte die Münchner Hausärztin Dr. Jutta Eckstein vor zwei Wochen im BR24Live. Bei den Fachärzten sieht es genauso schlecht aus, Wartelisten wurden teilweise bereits geschlossen. Und den Betriebsärzten fehlt ebenfalls der Impfstoff.

Kaum Erstimpfungen in Bayern

Auch nach einer Anmeldung im Impfzentrum besteht wenig Hoffnung, direkt einen Impftermin zu bekommen. In den bayerischen Zentren, die nach wie vor an der Priorisierung festhalten, sind kaum Erstimpfungen möglich. So auch im niederbayerischen Regen: Ende Mai herrschte im Kühlschrank des örtlichen Impfzentrums "gähnende Leere", wie der ärztliche Leiter, Dr. Stefan Brücklmayer, im BR24Live schilderte. Es fanden ausschließlich Zweitimpfungen statt.

Die Impf-Hochphase im niederbayerischen Regen sei schon lange vorbei. An Ostern gab es eine Sonderzuweisung für Grenz-Landkreise. "Da ging was vorwärts", sagte Brücklmayer. Doch dann hätte es drei Wochen keine Dosen für Erstimpfungen gegeben und "das tut natürlich weh". Die Liefermengen seien von Anfang an zu knapp gewesen.

Start des digitalen Impfnachweises

Was hat sich seitdem getan? Geht es jetzt schneller voran mit den Impfungen? Ab heute sollen die Impfzentren auch einen digitalen Impfnachweis ausstellen. Wer in den Impfzentren geimpft wird, soll das nötige Zertifikat laut Gesundheitsminister Holetschek direkt ausgehändigt bekommen. Klappt das? Und wie kommt man nachträglich an den Nachweis? Unsere Reporterin Sarah Beham ist ein zweites Mal für BR24Live vor Ort und macht sich ein Bild von der Lage im Landkreis Regen.

Impfzentren vor dem Aus?

Neben der Debatte um ein Ende der Maskenpflicht stellt sich auch die Frage, ob es die Impfzentren in Zukunft noch braucht. Ja, meint Holetschek. "Die Impfzentren sollten auf jeden Fall bis Ende des Jahres beibehalten werden", sagte der Gesundheitsminister der Deutschen Presse-Agentur.

Im Auftrag der Ministerpräsidentenkonferenz müssen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern bei ihrer nächsten Konferenz am kommenden Mittwoch (16. Juni) einen Kompromiss finden, wie die Einrichtungen aufrechterhalten und finanziert werden sollen.

Laut Holetschek würden für die Aufrechterhaltung der Impfzentren die Auffrischungsimpfungen sprechen, die nach ersten Einschätzungen ab Herbst notwendig seien. "Möglicherweise ist das Konzept noch anzupassen. Bund sollte hier sich nicht seine Verantwortung entziehen sondern wie bisher mit finanzieren", fordert Holetschek.

Auffrischungsimpfung, vierte Welle - der aktuelle Stand

Stichwort Auffrischungsimpfung: Was hat es damit auf sich? Müssen wir uns vor einer vierten Welle fürchten? Was ist mit den Mutationen? Wir beantworten im BR24Live außerdem die wichtigsten Fragen rund um das Thema Impfen mit unserer Kollegin Ulrike Ostner aus der BR-Redaktion Medizin und Gesundheit.

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