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In vielen Impfzentren von bayerischen Landkreisen und Städten sind derzeit keine Erstimpfungen mehr möglich. So melden beispielsweise die Landratsämtern in Niederbayern, der Oberpfalz, Unterfranken oder Schwaben Lieferprobleme mit dem Impfstoff.

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Kaum Aussicht auf Erstimpfungen in bayerischen Impfzentren

Diese Woche sollten die Erstimpfungen in Bayerns Impfzentren wieder starten - davon ging jedenfalls Bayerns Gesundheitsminister Holetschek aus. Doch eine BR-Umfrage in mehreren Impfzentren zeigt: Es dauert noch länger - mit einer Ausnahme.

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Von
  • Andreas Neukam
  • Margit Ehrlich

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) machte Hoffnung. Am 19. Mai teilte er mit: "Ich gehe davon aus, dass wir – vorbehaltlich ausreichender Impfstoffversorgung – in rund drei Wochen in den Impfzentren auch wieder Erst- und Zweitimpfungen anbieten können." Diese drei Wochen sind inzwischen um.

Eine Aussicht darauf, dass die Erstimpfungen in den Impfzentren noch in dieser Woche wieder starten, gibt es jedoch nicht. Das hat eine Umfrage des BR in mehreren bayerischen Impfzentren ergeben. In den Zentren gibt es wegen des zu knappen Impfstoffs weiter nur Zweitimpfungen. Wann wieder genug Impfstoff für Erstimpfungen da ist, können die Verantwortlichen vor Ort derzeit höchstens mutmaßen.

Vielerorts weiter keine Erstimpfungen

Einige Impfzentren in Schwaben rechnen ab 21. Juni wieder mit Impfstoff für Erstimpfungen. In oberbayerischen Impfzentren gehen die Verantwortlichen davon aus, dass Erstimpfungen um den 28. Juni wieder möglich sind. In Niederbayern und der Oberpfalz traut man sich gar keine Vorhersage zu. Denn Termine zur Erstimpfung werden immer kurzfristig vergeben, je nach Impfstoffmenge. Geliefert wird jede Woche – und nicht immer wie geplant.

Ähnlich ist es in Franken. So rechnet man etwa im Bayreuther Gesundheitsamt damit, dass es auch noch in den nächsten Wochen keine Erstimpfungen geben wird. Für die zweite Juni-Hälfte lägen noch keine Informationen darüber vor, wieviel Impfstoff dann geliefert werden könne. Aus den oberfränkischen Landkreisen Kronach und Lichtenfels heißt es, Erstimpfungen würden derzeit nur dann durchgeführt, wenn Personen Termine für Zweitimpfungen nicht wahrnehmen. Das komme aber nur vereinzelt vor.

Holetschek: Impfstoff immer das "Nadelöhr"

Gesundheitsminister Holetschek betonte am Dienstag auf BR-Anfrage, er habe kein Versprechen gegeben. Er habe nur gesagt, dass er hoffe, in der 23. Kalenderwoche wieder mit Erstimpfungen beginnen zu können - wenn genügend Impfstoff da sei. "Das ist im Moment nicht der Fall, es hängt immer vom Impfstoff ab, der Impfstoff ist immer das Nadelöhr", sagte Holetschek.

Man dürfe aber nicht allein die Impfzentren betrachten, betonte der Minister. Er verwies auf Haus- und Betriebsärzte, die ebenfalls Corona-Impfungen durchführen. In den Impfzentren liege der Fokus derzeit eben auf den Zweitimpfungen. Diese abzusichern sei wichtiger denn je, "wo wir auch über die Delta-Variante reden und wissen, dass gerade ein vollständiger Impfschutz ein guter Impfschutz dagegen ist". Am meisten wünsche er sich, dass bald noch weitere Impfstoffe zugelassen würden, betonte Holetschek.

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Wieder mehr Erstimpfungen gegen Corona in dieser Woche, diese Hoffnung hatte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek vor einiger Zeit geäußert. Doch offenbar fehlt es am Impfstoff. Holetschek hofft auf baldige Lieferungen und neue Zulassungen.

München: Erstimpfungen wieder ab 14. Juni

Anders ist die Situation in der Stadt München. Im dortigen Impfzentrum sollen bereits ab 14. Juni wieder Erstimpfungen stattfinden. Das teilte eine Sprecherin des Gesundheitsreferats auf BR-Anfrage mit.

Möglich machen soll das eine Sonderzuteilung des Impfstoffs Moderna: "Die Höhe dieser Zuteilung ist jedoch nicht bekannt, fällt aber erfahrungsgemäß gering aus", so die Sprecherin. Termine für Erstimpfungen mit dem Biontech-Impfstoff könnten im Impfportal dagegen auch in der Landeshauptstadt bis einschließlich 27. Juni nicht freigeschaltet werden.

Impfstoff: Bund legt Liefermenge fest

Welches Bundesland wie viel geliefert bekommt, entscheidet der Bund nach einem Bevölkerungsschlüssel. Die Verteilung der Impfdosen an die Impfzentren im Freistaat erfolgt dann über das bayerische Gesundheitsministerium.

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