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Corona-Impfung für Polizisten - und wie geht es weiter? | BR24

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Ein Mitarbeiter bereitet im Impfzentrum der Polizei den Corona-Impfstoff von AstraZeneca für eine Impfung vor.

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    Corona-Impfung für Polizisten - und wie geht es weiter?

    Bei den bayerischen Polizeibeamten war heute offiziell Impfstart. Bald sollen auch Lehrkräfte aus Grund- und Förderschulen sowie Erzieher folgen. Doch um die Reihenfolge beim Impfen gibt es weiter Diskussionen.

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    Von
    • Erich Wartusch

    An zwölf eigens geschaffenen Polizei-Impfzentren in allen bayerischen Regierungsbezirken werden seit heute Polizistinnen und Polizisten mit dem Impfstoff des Herstellers AstraZeneca versorgt. Zunächst sind dafür 10.000 Impfdosen vorrätig. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann wies darauf hin: "Niemand muss dadurch Sorge haben, dass an anderer Stelle der Impfstoff nicht zur Verfügung steht."

    Viel Kontakt mit Bürgern als Gefahr

    Bevorzugt werden zunächst Beamte im Streifendienst und aus den Einsatzhundertschaften. Herrmann sprach beim Impfauftakt von einer großen Bereitschaft der Polizei, sich impfen zu lassen. Udo Skrzypczak, Präsident der Bayerischen Bereitschaftspolizei ergänzte, dass sich in einer eigenen EDV-Anwendung bis Ende Februar mehr als 18.000 Polizeibeamte zur Impfung angemeldet haben. Allerdings haben bereits knapp 2.800 Polizeibeamte auch ohne Priorisierung Impfungen erhalten, wenn in den kommunalen Impfzentren Vakzin übriggeblieben ist, das ansonsten verfallen wäre.

    Lehrkräfte und Erzieher rücken vor

    Neben den Polizistinnen und Polizisten gehören auch Lehrkräfte von Grund- und Förderschulen und Erzieher zur Gruppe derer, die in der Priorisierung bei Impfungen vorgezogen werden. Die Software BayIMCO, bei der sich die Berechtigten anmelden können, ist seit heute an die geänderte Corona-Impfverordnung angepasst worden. Wer sich bereits dort registriert hatte, muss seine Daten nun jedoch aktualisieren, teilte heute das Bayerische Gesundheitsministerium mit.

    Hausärzte wollen bei der Reihenfolge mitreden

    Über die Impfreihenfolge hatte es zuletzt vermehrt Diskussionen gegeben. Grund dafür war, dass in Bayern immer noch über 80-Jährige sogar mit Vorerkrankungen auf Impftermine warten, während der für die über 65-Jährigen nicht zugelassene Impfstoff von AstraZeneca liegengeblieben war.

    Dr. Petra Reis-Berkowicz vom Bayerischen Hausärzteverband forderte im Bayerischen Rundfunk, die Priorisierungs-Reihenfolge aufzubrechen, wenn wie angekündigt die Hausarztpraxen bei den Impfungen miteingebunden werden sollen. Für eine effiziente Impfung in ganz Bayern ist der Hausärztin aus dem oberfränkischen Gefrees außerdem wichtig, dass die umfangreiche Dokumentation bei den Impfungen reduziert wird.

    Anwalt kämpft für Impfungen

    Weil er mit der Impfstrategie nicht zufrieden ist, versucht der Würzburger Rechtsanwalt Chan-jo Jun sogar auf juristischem Wege, den Impfanspruch vieler Menschen durchzusetzen. Er hat einen Musterschriftsatz ins Internet gestellt, mit dem Personen unter 65 Jahren aus den Priorisierungsgruppen 2 und 3 möglicherweise eine Impfung forcieren können. Wenn jedoch die von Gesundheitsminister Holetschek angekündigten Lieferungen (rund 1,6 Millionen Impfdosen bis Ende März) in Bayern eintreffen, könnte es sein, dass die Diskussionen sich dann auf andere Berufsgruppen und andere Priorisierungsstufen verlagern.

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