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Seit dem 11. März zugelassen, nun gibt es Lieferprognosen: Der Impfstoff von Johnson & Johnson.

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    Neuer Impfstoff: 36.000 Dosen Johnson & Johnson für Bayern

    Erste Lieferprognose für Johnson & Johnson: Schon nächste Wochen sollen 36.000 Dosen des neuen Impfstoffes in Bayern ankommen. Noch ist aber fraglich, ob das Vakzin zum Einsatz kommt.

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    Von
    • Claudia Kohler
    • BR24 Redaktion

    Auf die EU-Zulassung des Impfstoffes von Johnson & Johnson am 11. März folgte schnell Ernüchterung: Wie Biontech und Astrazeneca kündigte auch der US-Hersteller Lieferschwierigkeiten an. Man rechnete spätestens Anfang Mai mit dem Eintreffen der ersten Impfdosen.

    Nun hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) eine erste Lieferprognose veröffentlicht. Demnach sollen doch schon in der kommenden Woche (KW 15) 256.800 Dosen des begehrten Impfmittels nach Deutschland geliefert werden – gefolgt von 444.000 Dosen in KW 17.

    Thrombosefälle nach Impfung mit Johnson & Johnson?

    Eine Nachricht, die verheißungsvoll klingt. Allerdings gibt es einen Haken: Nach Berichten über vier Thrombosefälle nach einer Impfung mit dem Corona-Vakzin des US-Herstellers Johnson & Johnson prüft die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) einen möglichen Zusammenhang.

    Wie die EMA am Freitag mitteilte, wurden drei Thrombosefälle in den USA gemeldet und ein weiterer im Rahmen einer klinischen Studie an einem nicht näher genannten Ort. Einer der Fälle verlief demnach tödlich.

    Ob das Ministerium an seinem aktuellen Plan festhalten kann, bleibt also fraglich. Ein Ministeriumssprecher teilte dem BR mit, dass "gemäß der Absprache zwischen dem Bundesministerium für Gesundheit und der Gesundheitsministerkonferenz die Länder die erste Lieferung des Impfstoffs des Herstellers Johnson & Johnson im April nahezu komplett erhalten".

    Arztpraxen müssen definitiv noch warten

    Das bedeutet: Die ersten Impfungen mit dem neuen Wirkstoff werden von Impfzentren und mobilen Impfteams vorgenommen. Diese bekommen den Impfstoff direkt von ihrem jeweiligen Bundesland zugeteilt. Der bayerische Anteil an der ersten, einmaligen Länderlieferung beträgt 36.000 Dosen.

    Die Arztpraxen, die die Impfmittel über ein etabliertes Großhandelssystem beziehen, müssen also noch mindestens bis zur zweiten Lieferung in Kalenderwoche 17 auf Johnson & Johnson warten.

    Millionen Impfdosen im April und im Mai?

    Über den April hinaus ist die Lieferprognose noch weniger genau: Im Mai sollen insgesamt 2,3 Millionen Dosen nach Deutschland geliefert werden, im Juni 7,1 Millionen, im dritten Quartal dann insgesamt 22 Millionen. Wie diese verteilt werden und ob auch die niedergelassenen Ärzte bereits im April Johnson & Johnson verimpfen können, steht noch nicht fest.

    Das Gesundheitsministerium weist außerdem darauf hin, dass die Prognose auf den angegebenen Planzahlen des Herstellers beruht und mit Unsicherheiten behaftet ist. In der Vergangenheit verfehlte vor allem der Hersteller Astrazeneca mehrfach die bereits bezifferte Anzahl, sodass die Lieferprognosen im Nachhinein angepasst werden mussten.

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