BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: pa/dpa/Armin Durgut

Bayerns Gesundheitsminister sagte, Astrazeneca könnte sich schon jetzt jeder beim Hausarzt spritzen lassen - ab sofort.

73
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Bayern gibt Astrazeneca für alle Altersgruppen frei

Bayern gibt den Impfstoff von Astrazeneca für alle Menschen ab 18 Jahren frei. Die neue Regelung gelte ab sofort, sagte Gesundheitsminister Holetschek im BR Fernsehen. Die Priorisierung sei bei diesem Impfstoff in den Arztpraxen aufgehoben.

73
Per Mail sharen
Von
  • Antje Dörfner
  • BR24 Redaktion

Bayern möchte mehr Tempo bei den Corona-Impfungen - und hebt deshalb die Priorisierung beim Impfstoff von Astrazeneca auf. Die neue Regelung gelte ab sofort, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) in der Rundschau im BR Fernsehen: "Wer diesen Impfstoff will, der kann ihn bei den Hausärztinnen und Hausärzten auch bekommen", so Holetschek.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums präzisierte, die Neuregelung gelte für alle Menschen in Bayern ab 18 Jahren. Das bedeutet, der Impfstoff kann in den Arztpraxen jetzt auch Personen unter 60 Jahren angeboten werden. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt, in Deutschland das Präparat nur Menschen ab 60 Jahren zu spritzen.

Neben den Hausärzten könnten auch andere niedergelassene Ärzte den Impfstoff verabreichen, betonte das Gesundheitsministerium. Seit dem 19. April wird Astrazeneca für Erstimpfungen in Bayern nur in Haus- und Facharztpraxen verimpft, nicht mehr in den Impfzentren. Beim Impfstoff von Biontech gelten die Priorisierungsgruppen indes weiter - in den Arztpraxen und in den Impfzentren.

Auch Mecklenburg-Vorpommern hebt Priorisierung bei Astrazeneca auf

Ähnlich wie Bayern geht Mecklenburg-Vorpommern vor. Auch dort können sich ab sofort alle Altersgruppen unabhängig von der Priorisierung mit Astrazeneca impfen lassen. Grundsätzlich gilt aber: Bei Menschen unter 60 Jahren ist vor dem Spritzen eine ausführliche Beratung durch den Impfarzt notwendig.

Der Grund: Bei den Impfungen mit Astrazeneca waren im Zusammenhang mit der Astrazeneca-Impfung einige wenige Fälle von Hirnvenenthrombosen - hauptsächlich bei Frauen unter 60 - aufgetreten. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA stufte das Medikament aber dennoch als sicher ein: Der Nutzen sei größer als die Risiken.

Letzte Woche war dann entschieden worden, dass jüngere Patientinnen und Patienten, die ihre erste Impfung mit Astrazeneca bekommen hatten, ihre zweite Impfung mit einem anderen Impfstoff erhalten sollten.

Ansturm auf Astrazeneca in der vergangenen Woche

Bereits in der vergangenen Woche hatte es in verschiedenen bayerischen Landkreisen Sonderimpfungen mit Astrazeneca gegeben, was teilweise zu einem Ansturm geführt hatte. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatten sich vor kurzem mit Astrazeneca impfen lassen.

Holetschek: Corona-Maßnahmen bleiben vorerst

Gesundheitminister Klaus Holetschek kündigte weiter an, Bayern wollte angesichts einer hohen Inzidenz, vieler Neuinfektionen und einer angespannten Kliniksituation entschlossen und konsequent bei den Corona-Maßnahmen im Freistaat bleiben. Es gelte nun, gemeinsam die dritte Welle zu brechen.

Bayern will Bundesnotbremse gegebenenfalls nachschärfen

Holetschek begrüßte im Interview mit der Rundschau die vom Bundestag beschlossene Bundesnotbremse. Bayern habe allerdings die Möglichkeit, die Regelungen nachzuschärfen, etwa wenn es um Ausgangsbeschränkungen geht. Der Gesundheitsminister zeigte wenig Verständnis für Diskussionen etwa um Verfassungsbeschwerden. Es brauche eine "große Kraftanstrengung, um diese dritte Welle zu brechen".

Bayern bleibt bei Inzidenzwert 100 für Distanzuntericht

So will Bayern im Bereich der Schule weiterhin bei einer Inzidenz von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den Distanzunterricht wechseln. Die Bundesregelung sieht eine Inzidenz von 165 vor. Gerade bei den Schülern gebe es viele Neuinfektionen. Es sei weiterhin notwendig, die Infektionsketten zu stoppen, so Holetschek.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!