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Schwäbische Impfzentren bleiben auf Astrazeneca sitzen | BR24

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Matthias Bein

Nach dem vielen Hin und Her um den Astrazeneca-Impfstoff mehren sich die Vorbehalte in der Bevölkerung. Das ist auch in den Impfzentren in Nördlingen und Donauwörth zu spüren.

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Schwäbische Impfzentren bleiben auf Astrazeneca sitzen

Im Landkreis Donau-Ries spüren die Impfzentren die Vorbehalte gegenüber dem Impfstoff von Astrazeneca. Seit Anfang April bleibt dort Impfstoff übrig, für den sich nach der aktuellen Priorisierung nicht genügend Impfwillige finden.

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Von
  • Judith Zacher
  • Christine Kellermann

"Wir haben ein echtes Problem mit dem Astra", sagt der Leiter der beiden Impfzentren in Donauwörth und Nördlingen, Arthur Lettenbauer. Seit dem 1. April blieben sie auf etwa 15 Prozent der Impfdosen von Astrazeneca sitzen.

Dabei versuche man bereits kurzfristige Absagen durch Nachrücker von Hop-on-Listen zu ersetzen. Rufe man die Leute an, sei allerdings die erste Frage meist: "Welcher Impfstoff?". Lautet die Antwort dann "Astrazeneca", käme meist die Absage.

Aktuelle Priorisierung verhindert die Weitergabe

Auf der anderen Seite gebe es viele Menschen, die auch diesen Impfstoff gerne nehmen würden, sie seien aber nach der geltenden Priorisierung noch nicht dran. Hier müsse jetzt in Absprache mit dem Landkreis und dem Ministerium eine Entscheidung getroffen werden, ob man diese Menschen vorziehen dürfe, so Lettenbauer.

"Wir haben bei Astra ein Akzeptanzproblem"

Der Astrazeneca-Impfstoff ist mehrere Monate haltbar, muss also nicht sofort verimpft werden. Planbar sei aber gar nichts mehr, so der Leiter der Donau-Rieser Impfzentren, "wir leben von einem Tag auf den anderen. Wir stellen allerdings definitiv fest: Wir haben bei Astra mittlerweile ein Akzeptanzproblem. Und das wird eher schlechter als besser".

Viele schauen erstmal nach, welcher Impfstoff für sie geplant ist

Im Landkreis Dillingen gebe es ebenfalls Vorbehalte gegen den Impfstoff von Astrazeneca, so Peter Hurler vom Dillinger Landratsamt. Wer sich online angemeldet hat, kann auf der Mail mit den Terminvorschlägen sehen, welchen Impfstoff er bekommen soll. Möglich ist die Unterscheidung auch durch den Abstand der Erst- zur Zweitimpfung: Zwölf Wochen beträgt dieser bei Astrazeneca, sechs Wochen bei Biontech und Moderna.

Der Landkreis Dillingen hat für die nächste Woche 1.722 Biontech-Impfdosen und 400 von Moderna zugesagt bekommen. Astrazeneca könne bestellt werden. Wie viel man brauche, hänge davon ab, ob man bei diesem Impfstoff von der Priorisierung abweichen und jüngere Freiwillige vorziehen könne. Das müsse noch geklärt werden.

Dillingen: Kita- und Grundschulpersonal zur Hälfte geimpft

Im Landkreis Dillingen hat unterdessen bereits über die Hälfte des Kita-Personals und der Grundschullehrerinnen und -lehrer, die eine Corona-Impfung möchten, eine erste Impfung erhalten. Am 9. April steht Impfstoff für weitere knapp 300 Impfungen (63 davon Astrazeneca) zur Verfügung. Diese seien auch schon gebucht, so Hurler. Angemeldet hätten sich zunächst etwa 300 Grundschullehrerinnen und -lehrer sowie 600 Kita-Mitarbeitende. Die wären damit dann fast alle geimpft.

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