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"Chaotische Zustände" beklagt Münchens OB bei der Versorgung mit Impfstoff. Die versprochenen Dosen wurden nicht geliefert. Auch der neue Impfbus für den Landkreis Traunstein ist noch geparkt.

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Corona: Impfpannen und Chaos bei Impfstoff-Lieferung

"Chaotische Zustände" beklagt Münchens OB bei der Versorgung mit Impfstoff. Die versprochenen Dosen wurden nicht geliefert. Auch dem Impfzentrum von Stadt und Kreis Rosenheim fehlt Serum, genau wie dem neuen Impfbus für den Landkreis Traunstein.

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Von
  • Moritz M. Steinbacher
  • Theresa Krinninger
  • Julia Binder
  • Matthias Lauer

Der Oberbürgermeister der Stadt München, Dieter Reiter (SPD), hat heute die "chaotischen Zustände" bei der Impfstoff-Lieferung kritisiert. Das geht aus einer Pressemeldung der Stadt hervor. Mit seiner Kritik wandte sich Reiter direkt an Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

3.500 Impfdosen kommen nicht in München an

Der Grund für den Ärger liegt an einer nicht erhaltenen Lieferung von 3.500 Impfdosen, die München vom Freistaat eigentlich hätte am Freitag bekommen sollen. Mit dem noch vorhandenen Impfstoff kann laut Stadt gerade sichergestellt werden, dass übers Wochenende die notwendige Zweitimpfung der ersten geimpften Münchnerinnen und Münchner erfolgen kann.

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Oberbürgermeister Dieter Reiter und Beatrix Zurek, Gesundheitsreferentin der Stadt München, im Contact Tracing Center in der Messe Riem

"Wir können nur verimpfen, was uns an Impfstoff zur Verfügung gestellt wird." Dieter Reiter, Münchens Oberbürgermeister

Bayerisches Gesundheitsministerium weist Kritik zurück

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums hat auf die Vorwürfe von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter reagiert. "Der Landeshauptstadt München war seit dem 5. Januar durch Mitteilung der Regierung von Oberbayern bekannt, wie viel Impfstoff sie in der Woche ab dem 8. Januar 2021 erwarten konnte. Ab dem 8. Januar waren der Landeshauptstadt München dann die Anliefermengen und –modalitäten bekannt", teilte der Ministeriumssprecher mit. Der Impfstoff sei entsprechend der Ankündigung auch vollständig ausgeliefert worden.

Der Sprecher räumte allerdings ein, dass die bisher an Bayern gelieferte Impfstoffmenge begrenzt ist. Hier stünden der Bund und die EU-Kommission in der Verantwortung. Sie müssten für mehr Impfstoffe sorgen.

Statistik: 100 infizierte Münchner stecken 79 Gesunde an

Unterdessen lag die 7-Tage Inzidenz für München am Freitag bei 148,6. Am Donnerstag lag der Wert noch bei 156,2. Die Reproduktionszahl für München liegt bei 0,79. Das bedeutet, dass statistisch gesehen 100 Infizierte 79 Menschen neu anstecken.

Impfstoff fehlt: Rosenheimer Impfzentrum außer Betrieb

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Im Impfzentrum Rosenheim

Es ist weiterhin nicht absehbar, wann das gemeinsame Impfzentrum von Stadt und Landkreis Rosenheim auf der Loretowiese in Betrieb gehen kann. Das bleibt, so teilt es die Stadt mit, abhängig von der nachhaltigen Verfügbarkeit des Impfstoffs.

Betagte Rosenheimer Senioren bekommen Post zur Registrierung

Dennoch werden im Laufe der kommenden Woche Briefe mit Informationen zur Corona-Impfung an mehr als 20.000 über 80-Jährige verschickt. In dem Schreiben wird erklärt, wie sich die Impfwilligen online oder telefonisch registrieren können. Empfohlen wird die Onlineregistrierung, gegebenenfalls mit Hilfestellung von Angehörigen oder Bekannten. Die telefonische Hotline solle nur dann genutzt werden, wenn keinerlei Möglichkeit bestehe, sich selbst oder mit der Hilfe anderer online zu registrieren.

Kommt der Impfstoff wird die Liste abgearbeitet

Sobald ein Impfstoff zur Verfügung steht, wird mit den Registrierten ein Termin vereinbart. Mit dem Schreiben erhalten die über 80-Jährigen ein Aufklärungsblatt mit Informationen zu COVID-19, zum Impfstoff und zum Ablauf der Impfung.

In Alten- und Pflegeheimen wird vor Ort geimpft

Grundsätzlich soll die Impfung im gemeinsamen Impfzentrum auf der Rosenheimer Loretowiese stattfinden. Davon nicht betroffen sind die Bewohner in Alten- und Pflegeheimen, die weiterhin durch die mobilen Impfteams vor Ort geimpft werden. Eine Impfung beim Hausarzt ist aktuell noch nicht möglich.

Warten auf Impfstoff: Vielleicht fährt Traunsteiner Impfbus ab Februar

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Ein umfunktionierter Bus als "mobile Impfstation"

Zusätzlich zum Impfzentrum in Altenmarkt hat das Landratsamt Traunstein einen Impfbus gekauft, der ab Februar im Einsatz sein wird. Nach Informationen des Landratsamts soll dann direkt im Bus nach Termin geimpft werden. Der Impfbus wird vorerst bis Ende März auf einer festgelegten Route an wechselnden Tagen vier Gemeinden in den äußersten Ecken des Landkreises anfahren: Grassau, Fridolfing, Schnaitsee und Ruhpolding.

Service für Traunsteiner im Rollstuhl

So soll gewährleistet werden, dass auch eingeschränkt mobile Menschen kürzere Wege zurücklegen müssen. Die Betriebszeiten werden von 9.00 -18.00 Uhr sein. Eine kurze Anfahrt sei dann zwar immer noch nötig, aber nicht so lange wie an den Hauptstandort in Altenmarkt. Nach Betriebsaufnahme könnte sich die Route auch ändern, falls der Bedarf andernorts größer ist. Da auch für den Impfbus noch nicht ausreichend Impfstoff vorhanden sei, seien derzeit noch keine Terminreservierungen möglich, sondern voraussichtlich erst ab Februar 2021, so das Landratsamt.

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