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Partys in Corona-Zeiten sorgen in vielen Städten für Diskussionen: Anwohner beschweren sich über Lärm und Müll. In Regensburg diskutiert die Stadt eine Sperrung von Partyzonen, dagegen regt sich aber auch Widerstand.

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Corona im Sommer: Wie viel Party ist erlaubt?

Partys in Corona-Zeiten sorgen in vielen Städten für Diskussionen: Anwohner beschweren sich über Lärm und Müll. In Regensburg diskutiert die Stadt eine Sperrung von Partyzonen, dagegen regt sich aber auch Widerstand.

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Von
  • Sebastian Grosser
  • Julia Ruhs

Großveranstaltungen und Feste sind wegen der Corona-Pandemie abgesagt - das treibt die Menschen ins Freie. Der Party-Lieblingsplatz der jungen Leute in Regensburg: Die Jahninsel und der Grieser Spitz im Herzen der Stadt. Die Anwohner sind genervt, die Polizei ist im Dauereinsatz.

Altes Problem, neue Brisanz

Ludwig Stegerer, Leiter der Polizeiinspektion Regensburg Nord, sagt: Das größte Problem sei der Lärm und der Müll, der zurückbleibt. Die Corona-Abstandsregeln dagegen würden recht zuverlässig eingehalten.

Partys, Müll und Lärm waren in Regensburg auch in der Vergangenheit ohne Corona-Pandemie schon ein Problem. Aber mittlerweile sei das Limit erreicht, sagt Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD). Die Stadt überlegt jetzt, Jahninsel und Grieser Spitz am Abend komplett zu sperren, möglicherweise ab 22 Uhr. Auch die Oberbürgermeisterin würde das bedauern: "Eine Sperrung fände auch ich sehr schade, weil ich auch gern am Flussufer sitze und Bier trinke." Sie wünscht sich, dass die Feiernden mehr Rücksicht nehmen auf die Menschen, die in der Nähe wohnen.

Schon jetzt Lärm und zu viel Alkohol verboten

Die Grünanlagensatzung der Stadt Regensburg verbietet es eigentlich schon jetzt, Alkohol auf öffentlichen Grünflächen bis zum Rausch zu konsumieren. Untersagt ist außerdem: Lautes Musikhören ab 22 Uhr und die Notdurft im Freien zu verrichten. Genau das komme aber häufig vor, beschweren sich Anwohner. Auch die Privatgärten seien nicht sicher vor dem Partyvolk.

Forderung: Mehr Toiletten und Mülleimer

Die jungen Leute dagegen halten ein Betretungsverbot des Grieser Spitz und der Jahninsel für unsinnig - es verlagere das Problem nur auf einen anderen Ort. Um ihre Sicht der Dinge darzustellen, versammelten sich vergangenen Sonntag verschiedene Partei-Jugendorganisationen für eine gemeinsame Kundgebung. Sie fordern statt einer Sperrung der Grünflächen mehr Mülleimer und Toiletten.

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