BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Corona-Hotspot Tirschenreuth: "Situation für alle belastend" | BR24

© BR
Bildrechte: BR

Corona-Hotspot Tirschenreuth

8
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Corona-Hotspot Tirschenreuth: "Situation für alle belastend"

Und wieder einmal ist der Landkreis Tirschenreuth Corona-Hotspot Nr. 1 in Deutschland. Aktuell gibt es hier die im Verhältnis meisten Neuinfektionen. Die Corona-Regeln sind noch einmal verschärft worden. Die Situation ist belastend für alle.

8
Per Mail sharen
Von
  • Anne Axmann
  • Margit Ringer

Der Landkreis Tirschenreuth hat am Dienstag laut Robert-Koch-Institut mit 322 die höchste Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland (Stand: 02.02., 0 Uhr). Deshalb finden in Unternehmen im Landkreis seit dem Vortag Reihentests statt. Landrat Roland Grillmeier (CSU) führt das diffuse Infektionsgeschehen auf Mutationen des Virus zurück, aber auch auf die tschechischen Grenzpendler. Offiziell bestätigte Fälle von Mutationen gibt es im Landkreis allerdings noch nicht. Insgesamt 2.500 Menschen pendeln aus Tschechien in den Kreis Tirschenreuth zur Arbeit, so das Landratsamt.

Mehr zur Corona-Situation an der bayerisch-tschechischen Grenze

Im benachbarten Eger liegt die Inzidenz seit Längerem über 1.000. Die Entscheidung für regelmäßige Tests von Pendlern an den Grenzen hätte sich Grillmeier schon viel früher gewünscht.

Vor allem Jüngere infizieren sich

Im Landkreis Tirschenreuth werde grundsätzlich sehr viel getestet, den Eindruck habe er von anderen Landkreisen nicht, so Grillmeier. In Tirschenreuth würden bei einem positiven Befund zum Beispiel alle Kontaktpersonen getestet. Die Neuinfektionen betreffen derzeit vor allem jüngere Menschen in verschiedenen Unternehmen über den ganzen Landkreis verteilt.

"Allein mit der Ordnungsmacht werden wir das nicht hinbekommen, da gehört auch Solidarität der Betriebe dazu." Landrat Roland Grillmeier

Grillmeier fordert von den Unternehmen, Hygienemaßnahmen zu kontrollieren und sich Negativ-Tests von tschechischen Arbeitern vorlegen zu lassen. Zudem sei der Landkreis Tirschenreuth eine Region mit gewerblichen Arbeitsplätzen. "Da kann keiner ins Homeoffice, wenn man nicht Betriebe schließen will", so Grillmeier.

"Tragische Situation"

Dass Tirschenreuth wie vor knapp einem Jahr wieder Deutschlands Corona-Hotspot ist, findet der Landrat eine "tragische Situation und für uns alle belastend". Nachgewiesen ist im Landkreis noch keine Mutation, die Sequenzierungen in den Laboren würden laufen, könnten aber bis zu 14 Tage dauern.

© BR/Margit Ringer
Bildrechte: BR/Margit Ringer

Landrat Roland Grillmeier (CSU)

Krankenhäuser in der Region gut ausgelastet

In der nördlichen Oberpfalz sind die Krankenhäuser in Tirschenreuth und Weiden gut ausgelastet. Laut einem Sprecher der Kliniken Nordoberpfalz AG werden in Weiden derzeit 54 Personen und in Tirschenreuth 36 Menschen stationär wegen Covid 19 behandelt, 20 davon intensivmedizinisch. Freie Kapazitäten seien aber vorhanden.

Hilfe für Tschechien?

Eine Online-Petition in benachbarten tschechischen Regionen fordert die tschechische Regierung dazu auf, dass tschechische Patienten auch in Deutschland behandelt werden sollen. Tschechien lässt das aber derzeit nicht zu, sondern verlegt Patienten aus überfüllten Krankenhäusern im Grenzraum zu Bayern in andere Landesteile. Rein organisatorisch wäre eine Verlegung über die Grenze unbürokratisch und zügig möglich, seit es 2014 ein Rettungsabkommen zwischen Bayern und Tschechien gibt.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!