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Corona-Hotspot: 35 Infizierte in Lebenshilfe-Einrichtung | BR24

© Jens Fuhl, Lebenshilfe Rhön-Grabfeld

Die Mitarbeiter der Lebenshilfe Rhön-Grabfeld in Schutzausrüstung bei der Essensausgabe

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    Corona-Hotspot: 35 Infizierte in Lebenshilfe-Einrichtung

    Fast alle Bewohner und Gäste einer Lebenshilfe-Einrichtung in Unterfranken haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Aktuell seien 22 von 25 Bewohnern und 13 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet, sagte der Leiter dem BR.

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    22 Bewohner und 13 Mitarbeiter der Lebenshilfe-Einrichtung im unterfränkischen Mellrichstadt (Lkr. Rhön-Grabfeld) wurden bislang positiv auf das Coronavirus getestet. Die Einrichtung für Menschen mit Behinderung ist damit neben einer Hochzeitsfeier im Raum Bad Königshofen der zweite Schwerpunkt und Grund für die derzeit bayernweit höchsten Corona-Zahlen.

    "Die Lage war in den vergangenen Tagen natürlich chaotisch, vor allem wegen der knappen Personallage. Mittlerweile ist sie angespannt, aber stabil." Jens Fuhl, Geschäftsführer der Lebenshilfe Rhön-Grabfeld

    Corona-Symptome: Lebenshilfe-Bewohner müde und kraftlos

    Die durch das Virus ausgelöste Krankheit verlaufe bei den Bewohnern glücklicherweise relativ mild. Hauptsymptome seien Müdigkeit und Abgeschlagenheit in Verbindung mit leicht erhöhter Temperatur. Eine Bewohnerin mit Fieber sei am Freitagmorgen vorsorglich in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Vier weitere Bewohner, die im Krankenhaus waren, sind wieder in die Einrichtung zurückgekehrt.

    Erste Corona-Infektionen vergangenen Samstag

    Die ersten Infektionen in dem Wohnheim waren am vergangenen Samstag aufgetreten. In dem von der Lebenshilfe betriebenen Wohnheim leben Fuhl zufolge derzeit 17 Senioren mit Behinderung, der älteste Bewohner ist 82 Jahre alt. Acht weitere Menschen mit Behinderung besuchen eine Tagesförderstätte, wohnen aber im privaten Umfeld.

    Mitarbeiter in Ganzkörper-Schutzausrüstung

    Alle Mitarbeiter arbeiteten derzeit in voller Schutzausrüstung mit Ganzkörperanzügen und Schutzmasken. Darunter seien nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt wegen der Personalknappheit auch positiv getestete Mitarbeiter ohne Symptome. "Oft leisten die Mitarbeiter derzeit 12- oder 13-Stunden-Dienste, das ist eine Riesenleistung und übermenschlich, da muss man den Mitarbeitern wirklich Respekt zollen", so Fuhl.

    Von bayerischen Stellen im Stich gelassen

    Von den örtlichen Behörden wie dem Gesundheitsamt, der Heimaufsicht und dem Bezirk Unterfranken sieht sich der Lebenshilfe-Geschäftsführer gut betreut und unterstützt. Anders sehe es auf gesamtbayerischer Ebene aus. "Da fühlten wir uns schon zeitweise allein gelassen", sagt Fuhl. Er könne nicht verstehen, dass es kein bayernweites Kriseninterventionsteam gebe, das mit Ärzten in die betroffenen Heime geht und den Mitarbeitern dort alle wichtigen Informationen gibt. Die Stimmung sei trotz allen Einschränkungen gut, vor allem bei den Bewohnern, so Fuhl. "Wir haben jetzt die Hoffnung, dass wir ohne lebensbedrohliche Verschlechterung der Infektionslage über die Runden kommen."

    © Jens Fuhl, Lebenshilfe Rhön-Grabfeld

    Die Stimmung der Bewohner der Lebenshilfe-Einrichtung Mellrichstadt sei gut, so die Leitung.

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