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In Augsburg sind die Infektionszahlen weiter hoch. Warum gerade die Stadt so sehr betroffen ist, weiß niemand. OB Eva Weber appelliert deswegen an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Die Kliniken geraten derweil an ihre Belastungsgrenze.

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Corona-Hotspot Augsburg: Viele Fragen, kaum Antworten

In Augsburg sind die Infektionszahlen weiter hoch. Warum gerade die Stadt so sehr betroffen ist, weiß niemand. OB Eva Weber appelliert deswegen an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Die Kliniken geraten derweil an ihre Belastungsgrenze.

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Von
  • Barbara Leinfelder
  • Veronika Scheidl

"Wir haben in Augsburg so viele Infizierte wie noch nie“, erklärte Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) am Donnerstagmittag auf einer Pressekonferenz. Und auch noch nie seien so viele Personen in stationärer Behandlung gewesen, sagt Weber.

33 Todesopfer infolge einer Corona-Erkrankung verzeichnet die Stadt Augsburg seit Beginn der Pandemie. Und allein für den Donnerstag seien 145 Neuansteckungen gemeldet worden, der aktuelle 7-Tage-Inzidenz-Wert liegt laut Stadt Augsburg bei 337,9.

Warum ist Augsburg ein Corona-Hotspot?

Warum Augsburg sich in kurzer Zeit zum Hotspot entwickelt habe, das könne niemand derzeit sagen, konstatierte Weber, auch die Experten nicht. Der Leiter des Gesundheitsamts Thomas Wibmer stellte heraus, dass die Schulen und Kitas nach wie vor keine Treiber der Infektion seien. Insgesamt gebe es in der Stadt weiterhin ein diffuses Geschehen, insgesamt seien auch die mittleren Altersreihen stärker betroffen.

Weber appelliert an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen

Die Oberbürgermeisterin verwehrte sich gegen Kritik: Nicht die Stadt allein sei für die Infektionszahlen verantwortlich: "Jeder selbst muss Sorge tragen, das nimmt einem niemand ab. Wir alle sind dafür verantwortlich, wie sich die Infektionszahlen entwickeln“, mahnte Weber. Das liege auch im Verantwortungsbereich jedes Einzelnen. Man müsse jetzt abwarten, wie sich der Teil-Lockdown in den nächsten Tagen auswirke.

"Dramatische" Corona-Fallzahlen in Augsburg

Professor Axel Heller, der zuständig ist für die Krankenhaus-Koordinierung im Rettungszweckverband, stellte heraus, dass es einen "sehr hohen Patientendruck" gebe: "Was wir an Fallzahlen sehen, ist dramatisch: Wir haben im Zweckverband Augsburg so viele Corona-Patienten wie das gesamte Bundesland Schleswig-Holstein", sagt Heller.

Uniklinikum Augsburg versorgt 130 Corona-Patienten

Zwar gebe es mittlerweile mehr Wissen darüber, wie die Patienten medikamentös unterstützt werden können, dennoch gebe es derzeit 130 Corona-Patienten allein am Uniklinikum Augsburg und jeden Tag 10 bis 13 neue Fälle. Am vorletzten Samstag mussten acht neue Patienten auf die Intensivstation verlegt werden.

Kliniken und Personal an der Belastungsgrenze

Es sei zwingend notwendig geworden, auch Patienten abzuverlegen, manche seien bis nach Würzburg geflogen worden. Es gebe auch im Zweckverband einzelne Kliniken, die an der Belastungsgrenze seien. Die Arbeitsbelastung der Ärzte und Pfleger sei massiv, ihnen gelte ein "herzliches Dankeschön". Auch wenn der Höhepunkt der Welle überwunden sein sollte, müsse man noch mit 5 weiteren Wochen rechnen, bis die Stationen wieder Erleichterung bemerken würden, erklärt Hellmann.

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