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Corona-Hotspot Aichach-Friedberg: Auflagen nur für Spargelhof | BR24

© Rundschau

Die positiven Corona-Tests in Inchenhofen im Landkreis Aichach-Friedberg betreffen weiter nur Mitarbeiter eines Spargelhofs. Maßnahmen für die Gemeinde oder den Rest des Landkreises gibt es deshalb derzeit nicht.

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Corona-Hotspot Aichach-Friedberg: Auflagen nur für Spargelhof

95 Mitarbeiter eines Spargelhofs in Inchenhofen sind mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet worden. Symptome zeigt keiner der Getesteten. Schutzmaßnahmen bleiben auf den Betrieb beschränkt, teilte das Landratsamt Aichach-Friedberg mit.

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525 Mitarbeiter des Spargelhofs in Inchenhofen wurden auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet. In 95 Fällen gab es ein positives Ergebnis. Dazu kommt ein weiterer positiver Test eines Mitarbeiters, der außerhalb des Landkreises Aichach-Friedberg lebt. Außerdem konnten 28 Kontaktpersonen der Infizierten ermittelt werden. Sie sind jetzt ebenso wie die positiv getesteten Mitarbeiter des Spargelbetriebs in Quarantäne. Das teilte das Landratsamt Aichach-Friedberg auf einer Pressekonferenz mit.

Infizierte hatten kaum Kontakte außerhalb des Hofs

Bislang scheinen die Mitarbeiter vor allem unter sich geblieben zu sein, es gab offenbar kaum Kontakt in die Region. "Ich sehe daher keinen Grund, weitere Maßnahmen für den Landkreis oder die Gemeinde zu ergreifen", erklärte Friedrich Pürner, Leiter des Gesundheitsamts des Landkreises Aichach-Friedberg. Hilfreich sei dabei auch das sehr gute Schutzkonzept des Betriebs gewesen. Schon bevor Corona-Infektionen nachgewiesen wurden, habe der Spargelhof auf umfangreiche Hygienemaßnahmen geachtet, etwa durch die Unterbringung in Kleingruppen, Fahrten aufs Feld in Kleingruppen oder die Versorgung über einen eigenen Supermarkt für die Mitarbeiter.

Infektionen könnten schon länger zurückliegen

Die positiv auf das Coronavirus getesteten Mitarbeiter des Spargelhofs in Inchenhofen müssen nun für zwei Wochen in Quarantäne bleiben und werden auf dem Hof versorgt. Die Mitarbeiter stammen fast ausschließlich aus Rumänien. Laut Friedrich Pürner, Leiter des Gesundheitsamts, könnten die Mitarbeiter bereits im Heimatland eine Erkrankung durchgemacht haben. Wie eine Abklärung ergeben habe, kommen viele von ihnen aus Landkreisen in Rumänien, in denen es ein starkes Infektionsgeschehen gegeben habe. Einige hätten ihm berichtet, so Pürner, dass es sogar Helfer gegeben hätte, die zuvor in Italien gearbeitet haben. "Das ist aber zum Teil Hörensagen, das werden wir noch überprüfen."

Pürner führte weiter aus, die Rumänen seien bei der Einreise am Flughafen Nürnberg per Augenschein auf Krankheitssymptome gecheckt worden. Corona-Tests habe es nicht gegeben, allerdings eine 14 Tage lange Quarantäne. Aktuell zeigt keiner der Betroffenen Symptome der Krankheit Covid-19.

Corona-Tests nach Erkältungssymptomen bei zwei Mitarbeitern

Ende Mai waren zwei Mitarbeiter des Spargelhofs in Inchenhofen nach leichten Erkältungssymptomen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Danach wurde eine Reihenuntersuchung durchgeführt. Am 4. Juni stellte das Unternehmen seinen kompletten Betrieb ein, als 19 positive Tests vorlagen. Laut eines Sprechers des Betriebs sind die Einbußen für den Betrieb "erheblich", angesichts von 20 fehlenden Erntetagen sowie der zusätzlichen Kosten durch die Quarantäne. Die Erntehelfer, die nicht positiv getestet wurden und nicht als Kontaktpersonen gelten, haben mittlerweile die Rückreise nach Rumänien und Polen angetreten.

Gesundheitsamt erwartet keine Infektionen im Ort

Anton Schoder, Bürgermeister der Gemeinde Inchenhofen, sagte, die Bürger im Ort hätten sie Situation sehr "sachlich und ruhig" angenommen. Natürlich gebe es vereinzelt Besorgnis, ob das Infektionsgeschehen auf den Ort überspringen könnte. "Das aber kann ich derzeit ausschließen", so Gesundheitsamtschef Pürner.

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