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Corona-Hochburgen: Sieben bayerische Kommunen über Inzidenz 200 | BR24

© Armin Weigel/dpa

Die leere Innenstadt von Pfarrkirchen im Landkreis Rottal-Inn, der - Stand Samstag - eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 300 aufweist

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    Corona-Hochburgen: Sieben bayerische Kommunen über Inzidenz 200

    Nicht nur bundesweit erreicht die Zahl der neuen Corona-Fälle derzeit beinahe täglich neue Höchststände. Auch im Freistaat waren zuletzt sieben Städte und Landkreise mit einem Inzidenzwert von über 200 besonders stark von der Pandemie betroffen.

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    Bei den Corona-Neuinfektionen weisen inzwischen - Stand Samstag (31.10.) - sieben Kommunen in Bayern eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 auf. Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sind es die Städte Augsburg (210,06), Kaufbeuren (216,23), Rosenheim (248,62), Schweinfurt (243,33) und die Landkreise Berchtesgadener Land (256,78), Rosenheim (208,55) und Rottal-Inn (Stand 31.10., 8.00 Uhr). Eine achte liegt sogar noch darüber: Rottal-Inn verzeichnet mit 309,46 den Spitzenwert im Freistaat.

    Die Inzidenzwerte bedeuten, dass sich in den Kommunen innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner mehr als 200 Menschen neu mit dem Coronavirus angesteckt haben. Vor gut einer Woche hatte die Staatsregierung in München die 100er-Marke als zusätzliche, "dunkelrote" Warnstufe festgelegt, zuvor war der rote Wert 50 der höchste Grenzwert.

    Landkreis Rottal-Inn hat höchste Sieben-Tage-Inzidenz

    Wegen der hohen Fallzahlen und einer Sieben-Tage-Inzidenz über 300 gilt im Landkreis Rottal-Inn bereits seit Dienstag ein faktischer Lockdown. Diese Auflagen, welche die Landkreisbewohner insbesondere im Bereich der Kontaktbeschränkungen stärker einschränken, enden jedoch am Sonntag um 24 Uhr. Die entsprechende Allgemeinverfügung wird dann aufgehoben. Stattdessen gelten dann ab Montag neue Regelungen, die sich dem von Bund und Ländern beschlossenen Teil-Lockdown angleichen.

    Nur in drei Punkten wird dieser Teil-Lockdown im Landkreis Rottal-Inn noch für eine Woche, also bis einschließlich nächsten Sonntag (08.11.) ergänzt: Die Kitas bleiben während der Schulferien geschlossen. Die Besuchsmöglichkeiten in Krankenhäusern, Pflegeheimen etc. werden auf eine Person pro Bewohner oder Patient täglich begrenzt. Auf den öffentlichen Plätzen bleiben die Maskenpflicht und das Alkoholverbot bestehen.

    Kempten atmet auf, Kaufbeuren stark betroffen

    Etwas positiver sieht es dagegen in Kempten aus: Die Stadt unterschreitet seit heute jedoch wieder den 100er-Bereich. Das geht aus Daten des Bayerischen Gesundheitsministeriums hervor. Der Inzidenz-Wert liegt aktuell bei 88,21. Die bestehenden Einschränkungen gelten aber nach wie vor. Insgesamt wurden in Schwaben seit gestern 736 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die Zahl der Todesfälle liegt aktuell bei 244 - sie stieg gestern um einen Fall. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt nun bei 143,62. Nach wie vor sind in dem Regierungsbezirk jedoch die Städte Kaufbeuren und Augsburg mit einem Inzidenzwert über 200 am stärksten betroffen.

    In Kaufbeuren etwa gelten deshalb seit dem vergangenen Montag die Maßnahmen nach den Regelungen der Siebten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung: Unter anderem Maskenpflicht auf Begegnungs- und Verkehrsflächen in allen öffentlichen Gebäuden, Beschränkungen bei privaten Feiern, sowie eine Sperrstunde für die Gastronomie von 21 bis 6 Uhr. Der Oberbürgermeister der Stadt Stefan Bosse hatte am Donnerstagnachmittag noch einmal vor dem Rathaus um Verständnis für die geltenden Corona-Maßnahmen geworben.

    Augsburg und Rosenheim bereits im Teil-Lockdown

    In Augsburg wurden innerhalb der vergangenen sieben Tagen 773 Neuinfektionen gemeldet. Das teilte die Stadt am Mittag mit. Das entspricht aktuell etwa 259,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Insgesamt hat das Gesundheitsamt in Augsburg 2.836 Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt. 21 Personen sind seit Beginn der Pandemie im Stadtgebiet gestorben. Damit steigt die Zahl der Todesfälle um eine Person. Wegen der Neuinfektionen gibt es weitere Quarantänemaßnahmen für Schulen im Augsburger Stadtgebiet.

    Der Gesundheitsreferent der Stadt Augsburg, Reiner Erben, ruft die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, dieses Jahr weder zu Halloween-Feiern einzuladen noch verkleidet durch die Nachbarschaft zu ziehen. Auch für den Feiertag Allerheiligen empfiehlt Erben, entweder alleine oder im kleinsten Familienkreis der Verstorbenen zu gedenken. Deutschlandweit gilt ab Montag wegen der steigenden Corona-Zahlen ein Teil-Lockdown - in Augsburg wurde er vorgezogen und herrscht bereits seit dem gestrigen Freitag um 21 Uhr.

    Auch die Stadt Rosenheim ist bereits früher in den Teil-Lockdown gestartet. Die Regierung von Oberbayern hatte die Stadt laut Oberbürgermeister März angewiesen, die Beschränkungen bereits ab Freitagabend in Kraft zu setzen. Seit drei Tagen liegt die 7-Tage-Inzidenz in der Stadt Rosenheim über einem Wert von 200. Auch der Rosenheimer Christkindlmarkt wurde am Donnerstag wegen der hohen Infektionszahlen abgesagt. Eine kurzfristige Entspannung der Corona-Lage sei derzeit nicht zu erwarten, so die Begründung.

    Schweinfurt hat höchste Fallzahlen in Unterfranken

    In Unterfranken weist die Stadt Schweinfurt mit einer Inzidenz von 222,74 den höchsten Wert und den einzigen über der 200er-Marke, auf. An vielen öffentlichen Orten gilt bereits seit mehreren Tagen ein Alkoholverbot. Zudem müssen Passanten in der Keßlergasse an Werktagen zwischen 10.00 und 18.00 Uhr eine Maske tragen. Bei Sportveranstaltungen sind keine Zuschauer erlaubt. Der Wert für den gesamten Regierungsbezirk Unterfranken liegt aktuell bei 108,45.

    Berchtesgadener Land: Diffuses Infektionsgeschehen

    Auch im Landkreis Berchtesgadener Land steigt die Zahl der Neuinfektionen trotz weitreichender Corona-Beschränkungen immer weiter an. Das Landratsamt verlängerte am Dienstag wegen des starken Andrangs die Öffnungszeiten des kommunalen Testzentrums in Bayerisch Gmain. Die Teststation ist immer montags bis samstags von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet; sonntags ist geschlossen. Neben dem weiterhin diffusen Infektionsgeschehens im gesamten Landkreis sind einige Einrichtungen, wie etwa mehrere Altenheime derzeit besonders betroffen.

    Bisher 2.802 Corona-Todesopfer in Bayern

    Insgesamt haben sich in Bayern seit Ausbruch der Pandemie inzwischen 105.330 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Seit gestern (30.10.20) wurden 2.963 neue Fälle registriert. Außerdem starben sieben Menschen, die an Corona erkrankten. Somit steigt die Zahl der Todesopfer bayernweit auf 2.802.

    Die durchschnittliche 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt in Bayern bei 122,94. Über diesem Durchschnitt liegen die Regierungsbezirke Schwaben, Ober- und Niederbayern.

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