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Corona: Hebammen für Schwangere jetzt online da | BR24

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In der Corona-Krise hat sich die Arbeit der Hebammen verändert. Abstand halten gilt auch hier. Viele Hebammen geben seitdem ihre Geburts- und Rückbildungskurse online.

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Corona: Hebammen für Schwangere jetzt online da

Es gibt wohl kaum einen Beruf, der so menschen- und körpernah ist, wie der der Hebamme. Doch Nähe ist während der Corona-Pandemie gefährlich. Viele Hebammen geben ihre Geburtsvorbereitungskurse jetzt online.

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Hebammen begleiten Mütter und Väter in einer ganz besonderen und intimen Phase. Vor und während der Geburt und auch im Wochenbett. In der Corona-Krise aber hat sich die Arbeit der Hebammen verändert. Abstand halten gilt auch hier. Viele Hebammen geben seitdem ihre Geburts- und Rückbildungskurse online.

Live-Kurse können Hebammen abrechnen

So auch Katharina Kemter. Die 31-jährige Beleghebamme am Passauer Klinikum baut jetzt regelmäßig an ihrem Küchentisch den Laptop auf. Auf dem Bildschirm sieht sie die Köpfe der Schwangeren. Statt, wie noch in der ersten Stunde im Kurs, an den Bauch oder an das Becken der Frauen zu fassen, hält sie eine Becken-Attrappe, eine Stoff-Plazenta und eine Baby-Puppe vor die Webcam und versucht, mit Hilfe der Gegenstände so gut wie möglich zu erklären, was bei der Geburt auf die Frauen zukommt. Weil der Kurs live stattfindet, kann ihn Katharina Kemter ganz normal abrechnen.

Frauen stimmen für Online-Angebot

Katharina Kemter ließ die Frauen darüber abstimmen, ob sie den Kurs digital fortführen oder beenden wollen. Alle stimmten für den Online-Kurs. Zwei Frauen kamen sogar hinzu, weil deren Hebamme ihre Kurse eingestellt hatte.

"Das war ein erster Schock-Moment, als wir nach dem ersten Kurs erfahren haben, dass das wegen der Corona-Lage eingestellt wird. Ich kriege mein erstes Kind, habe keine Erfahrung, fühle mich überfordert und will alles richtig machen. Natürlich gibt es Bücher und das Internet. Aber das wird nie die Arbeit einer Hebamme ersetzen. Und deswegen machen wir den Kurs hier online weiter." Margit Meindl, werdende Mutter

Hausbesuche finden nach wie vor statt

Viele Fragen der Frauen drehen sich um das eine Thema: die mit Corona verbundenen Regeln für Kliniken. Darf der Partner bei der Geburt dabei sein (ja, darf er), wie lange darf er dann noch bei Frau und Kind bleiben (für weitere zwei Stunden im Kreißsaal), bekommt man wegen der Ansteckungsgefahr jetzt ein Einzelzimmer (nein, aber alle Mütter müssen Mundschutz tragen, auch während der Geburt, so lange es die Wehen-Atmung zulässt). Hausbesuche im Wochenbett finden nach wie vor persönlich statt. Aber mit Abstand.

"Die Distanz schafft einen Raum zwischen Hebamme, Frau und Kind, der nicht da sein sollte in so einem Beruf. Aber es hilft nicht. Ich versuche ihn, so gut es geht, zu überbrücken." Katharina Kemter, Hebamme