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Corona-Haushalt: Tipps zum Einkaufen und Vorkochen | BR24

© BR / Johanna Schlüter

Ein gut gefüllter Kühlschrank (Symbolbild).

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    Corona-Haushalt: Tipps zum Einkaufen und Vorkochen

    Gekochter Reis und Smoothies sind schwierig, Joghurt und Karotten dagegen super. Welche Speisen und Lebensmittel eignen sich besonders gut zum Lagern?

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    Für die Eltern vorkochen, weil die nicht mehr zum Senioren-Mittagstisch können? Für uns selbst oder den Nachbarn auf Vorrat einkaufen, damit wir seltener in den Supermarkt müssen? Alles sinnvoll.

    Wichtig ist aber, es richtig zu machen - damit nicht die Hälfte der Lebensmittel verdorben wieder weggeworfen werden muss. Ernährungswissenschaftlerin Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern hat ein paar Tipps zur Haltbarkeit und Lagerung von Lebensmitteln.

    Hackfleisch, Fisch und Geflügel nicht auf Vorrat kaufen

    Rohes Hackfleisch, Geflügel, frischer Fisch: Diese Lebensmittel stellt Daniela Krehl ganz oben auf die "Vorsicht!"-Liste. Nicht umsonst werden alle mit Verbrauchsdatum und Lagerhinweis verkauft.

    "Bei Lebensmitteln mit Verbrauchsdatum soll man sich wirklich dran halten", sagt die Ernährungswissenschaftlerin. "Denn das bedeutet: Unsere Sinne - also Sehen, Riechen, Schmecken - reichen nicht aus, um die Verderblichkeit zu beurteilen."

    Hackfleisch und Fisch also nur kaufen, wenn es bald zubereitet wird und solange unbedingt gekühlt aufbewahren. "Das sind ja im Grunde kleine Leichen. Und die verwesen, das heißt Enzyme zersetzen das Eiweiß", so Krehl.

    Das gilt natürlich auch für rohes Geflügel. Die Hauptgefahr geht da aber von verschiedenen Bakterien aus, die sogar bei Kühlschranktemperaturen gedeihen.

    Hackfleisch, Fisch oder Geflügel vor dem Aufheben am besten kochen oder braten. Und um zu beurteilen, ob das gebratene Hühnchen nach drei oder vier Tagen noch gut ist, können wir uns wieder auf unsere Sinne verlassen.

    Eissalat ja, vorgeschnittener Salat nein

    Auch geschnittener Salat wird mit Verbrauchsdatum verkauft. Er verwest zwar nicht, ist aber - wie alles Gemüse mit Bodenkontakt - oft mit Escherichia-coli-Bakterien besiedelt. Weil Salatschnipsel besonders viel Oberfläche bieten und oft feucht sind, vermehren sich die Bakterien dort besonders gut.

    Blattsalate halten grundsätzlich nur ein paar Tage frisch. Und auch das nur gekühlt. Aber, so Verbraucherberaterin Krehl: "Wenn Salat oder Blattgemüse wie Spinat anfängt zu verderben, kann ich die matschigen Stellen aussortieren, solange der Rest frisch schmeckt."

    Ihr Aufheb-Tipp: Eissalat. Er sieht nicht nur robust aus, er hält sich wirklich eine Woche oder sogar länger im Kühlschrank.

    Smoothies nur frisch trinken

    Es wäre so praktisch: Smoothies für die Abwehrkräfte auf Vorrat mixen, in Flaschen füllen und sich die ganze Woche daran freuen. Nur: "Smoothies soll man wirklich innerhalb von 24 Stunden trinken", so Krehl. "In der wässrigen Umgebung können sich die Mikroorganismen, die am rohen Obst haften, besonders gut vermehren".

    Wenn ein Smoothie verdirbt, drohen Erbrechen und Durchfall. Übrigens: Die länger haltbaren Smoothies aus dem Supermarkt sind kurz hocherhitzt.

    Gekochter Reis verdirbt ungekühlt besonders schnell

    Den Eltern Geschnetzeltes mit Reis auf Vorrat gekocht? Im Prinzip wunderbar. Aber Achtung: Gekochter Reis ist als Beilage heikler als Nudeln oder Kartoffeln, wenn er nicht gekühlt wird. Daniela Krehl: "Im Reis überleben Bakterien-Sporen das Kochen und wachsen bei Zimmertemperatur dann schnell wieder zu Bakterien heran."

    Die Folge: Durchfall und Erbrechen. Wenn kein Platz ist, um gekochten Reis in den Kühlschrank zu stellen, am besten noch am selben Tag aufessen.

    Übrigens: Erneutes Abkochen tötet die Bakterien wieder. Alten Reis also nochmal in der Suppe aufkochen oder im Reisauflauf – und keinen Reissalat draus machen.

    Pilzgerichte schnell abkühlen lassen

    Bleiben wir beim Geschnetzelten für die Eltern: Wenn Pilze drin sind, ist es wichtig, das gekochte Gericht schnell herunterzukühlen und dann nicht mehrmals zu erwärmen. Kritisch ist bei Pilzen der hohe Eiweißgehalt. Rohe Pilze am besten aus der Plastikverpackung nehmen und in einem Netz im Kühlschrank aufbewahren.

    Vorsicht bei Schimmel: Äpfel statt Beeren

    Obstsorten, die schnell schimmeln, nicht auf Vorrat kaufen. „Schimmel ist heimtückisch und krebserregend. Die Folgen bekommen wir möglicherweise erst Jahre später zu spüren", warnt Ernährungswissenschaftlerin Krehl.

    Bei Schimmel deshalb großzügig wegwerfen und auf möglicherweise muffigen Geschmack achten. Der ist ein Alarmzeichen, auch wenn der Schimmel noch nicht sichtbar ist.

    Je mehr Wassergehalt und Oberfläche eine Obstsorte hat, desto besser gedeiht Schimmel. Blaubeeren, Himbeeren, Erdbeeren, die es derzeit ohnehin nicht heimisch gibt, lassen sich kaum lagern. Äpfel dagegen gut, vorausgesetzt, sie sind nicht beschädigt.

    Vitamine aus Wintergemüse

    Fast alle heimischen Wintergemüse sind auch gute Lagergemüse. Karotten, Kohl, Sellerie und Co liefern auch dann Vitamine, wenn wir für Paprika und Tomaten nicht alle drei Tage in den Supermarkt wollen oder können. Die Gelegenheit also, klimaschonend saisonal und regional zu kaufen.

    Joghurt und Quark halten meist länger als draufsteht

    Anders als das Verbrauchsdatum ist das Mindesthaltbarkeitsdatum nur eine Art Garantiedatum des Herstellers für Geruch, Geschmack und Farbe. Insbesondere beim Joghurt kennen wir das: Wochen oder gar Monate nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum geöffnet, scheint er völlig in Ordnung zu sein.

    "Bei Joghurt und Quark, eigentlich allen Milchprodukten, können wir bedenkenlos mit den Sinnen entscheiden", empfiehlt Ernährungswissenschaftlerin Daniela Krehl deshalb. "Was wirklich verdorben ist, ekelt uns sofort."