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Corona hat nur geringen Einfluss auf Kläranlagen | BR24

© BR/Wolfram Hanke

Mit Beginn der Corona-Pandemie wurde das Klopapier knapp. Das hat die Pumpwerke verstopft - überall wo Toilettenpapier fehlte, wurde improvisiert. Insgesamt hat die Pandemie wenig Auswirkungen auf die Kläranlagen in Unterfranken.

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Corona hat nur geringen Einfluss auf Kläranlagen

Mit Beginn der Corona-Pandemie wurde das Klopapier knapp. Das hat zwischendurch die Pumpwerke verstopft – überall wo Toilettenpapier fehlte, wurde improvisiert. Doch insgesamt hat die Pandemie wenig Auswirkungen auf die Kläranlagen in Unterfranken.

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In den Werken in Winterhausen (Lkr. Würzburg), Schweinfurt und Lohr (Lkr. Main-Spessart) wurde eine Umfrage zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kläranlagen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass es regional nur geringe Veränderungen gibt. Die Betriebe haben sich inzwischen an die neue Situation angepasst.

Pumpwerk verstopft, weil zu wenig Klopapier

Martin Michel, Geschäftsführer der Kläranlage in Winterhausen, sagte, dass im Frühjahr, als vielerorts das Klopapier knapp wurde, es vermehrt zu Verstopfungen der Pumpwerke kam. Wenn die Leute kein Toilettenpapier mehr hatten, hätten sie sich eben anderweitig beholfen: "Es war schon interessant, was da zum Teil ankam", erklärte Michel. Da sich die Menschen anfangs mehr die Hände gewaschen hätten, sei zeitweise auch ein paar Prozent mehr Abwasser in dem Werk angekommen. Dies sei aber durch die stillgelegte Gastronomie wieder ausgeglichen worden. Ansonsten hätte es keine nennenswerten Auswirkungen gegeben.

Rundumbetrieb, um Hygiene zu sichern

Michel wies allerdings darauf hin, dass in dem Klärwerk auf zwei Schichten umgestellt worden sei. Sollte eine Schicht coronabedingt nicht mehr arbeiten dürfen, könnte die andere einspringen. Damit soll ein Rundumbetrieb der Kläranlage sichergestellt werden. Wenn nämlich eine Kläranlage ihren Betrieb einstellen müsse, seien die hygienischen Auswirkungen auf die Bevölkerung so stark, dass im Vergleich dazu die Corona-Pandemie ein "Kinder-Geburtstag" wäre, betonte Michel.

Weniger Abwasser in Schweinfurt

Auch die Betriebsleiterin der Stadtentwässerung Schweinfurt, Nadine Scheyer, berichtete von dem "Phänomen", dass der Trinkwasser-Anteil im Abwasser etwas höher gewesen sei, weil sich die Menschen mehr die Hände gewaschen hätten. Insgesamt sei aber bis Ende September bis zu 30 Prozent weniger Abwasser zu verzeichnen gewesen, weil zum Beispiel Industriebetriebe ihre Kantinen geschlossen oder mehr Leute im Homeoffice gearbeitet hätten. Doch auch dies sei in keiner Weise problematisch für die Kläranlage gewesen. Das Werk in Lohr meldete sogar, es habe gar keine Auffälligkeiten gegeben.

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