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Rosenheim reißt Corona-Grenzwert und erlässt Beschränkungen | BR24

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Am Wochenende wurde der Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen in Rosenheim überschritten. Jetzt reagiert die Stadt mit strikten Corona-Beschränkungen.

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Rosenheim reißt Corona-Grenzwert und erlässt Beschränkungen

Am Wochenende wurde der Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen in Rosenheim überschritten. Jetzt reagiert die Stadt mit strikten Corona-Beschränkungen.

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In der Stadt Rosenheim wurde der von Bund und Ländern vereinbarte Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen überschritten. Die Zahl lag am Sonntag bei 53,7, am Montag bereits wieder bei 45,8 (RKI Stand 24.08., 0:00 Uhr). Dennoch hat das Rosenheimer Gesundheitsamt mit sofortiger Wirkung Kontakt-Beschränkungen erlassen. Ziel ist es, die weitere Verbreitung des Corona-Virus zu unterbinden.

Strikte Kontaktbeschränkungen

Es gelten ab sofort unter anderem stärkere Beschränkungen für private Veranstaltungen und für Gruppen in der Öffentlichkeit. Etwa dürfen nur noch maximal 50 Menschen an nicht öffentlichen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen teilnehmen, unter freiem Himmel sind höchstens 100 Leute zugelassen. In der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch Mitglieder eines Hausstands oder maximal fünf Menschen in Gruppen aufhalten.

Zweiter Corona-Test für Reiserückkehrer aus Risikogebieten

Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten wird nach Angaben der Stadt ein zweiter Corona-Test nach fünf bis sieben Tagen zur Pflicht. Bis dahin müssen sie in Quarantäne. Das gilt gleichermaßen für Einwohner der Stadt und des Landkreises.

Außerdem wird allen Reiserückkehrern aus dem Ausland - nicht nur aus Risikogebieten - dringend empfohlen, das kostenlose Testangebot, z.B. an der Teststation Hochfelln an der A8 und an der Rastanlage Heuberg an der A93, in Anspruch zu nehmen.

85 Prozent der Infizierten sind Reiserückkehrer

85 Prozent der Neuinfektionen seien bei Reiserückkehrern festgestellt worden. Und viele seien noch unterwegs. Außerdem fügte er hinzu, dass das Bild der Erkrankten deutlich anders aussähe als noch im Frühjahr. Nun seien vor allem junge Menschen erkrankt, die keine Symptome aufwiesen. Es sei dennoch wichtig, dass diese zu Hause blieben und sich an die Quarantäne hielten.

Lockerungen erst bei sinkender Zahl der Neuinfektionen

Diese Maßnahmen sollen so lange gelten, bis der Wert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner sieben Tage lang "nachhaltig unterschritten" werde. Der Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamts, Dr. Wolfgang Hierl, kündigte an, dass es noch weitere Beschränkungen geben werden, sowohl für Reiserückkehrer als auch im Privatbereich, wenn die Zahl der Neuinfektionen nicht wieder sinke.

Der Pressesprecher der Stadt, Thomas Bugl, sagte dem Bayerischen Rundfunk, man sei hoffnungsfroh, mit den getroffenen Maßnahmen die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Allerdings komme es in Zukunft auch stark darauf an, wie sich Reiserückkehrer verhalten würden.

Gastronomie stärker überwacht

Der Bürgermeister der Stadt, Andreas März (CSU), appellierte an diese Rosenheimerinnen und Rosenheimer: "Bitte halten Sie sich dringend an die geltenden Quarantäneregeln." Und weiter: "Es geht um die Verantwortung für Ihre Mitmenschen."

Speziell bittet der Oberbürgermeister auch die Städtische Gastronomie, die geltenden Hygieneschutzkonzepte einzuhalten. Dieses soll in Zukunft stärker kontrolliert werden, etwa durch regelmäßigere Kontrollen des Ordnungsamtes oder der Polizei.

Am Sonntag hatte die Stadt kurzzeitig davon gesprochen, einen Krisenstab einzuberufen. Das hat sie nun zurückgenommen. Davon sei man weit entfernt, so Pressesprecher Bugl. Stattdessen sei man in einer Koordinierungsgruppe mit Vertretern des Gesundheitsamtes, des Ordnungsamtes der Stadt und des Landkreises zusammengekommen.

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