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Archivbild: Hundeschule

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    Corona-Grenzwert: "Hund darf zur Schule, 13-Jährige nicht"

    Freude bei vielen Hundehaltern, bei anderen Menschen zum Teil Kopfschütteln: In Bayern dürfen ab Montag bis zu einer Inzidenz von 165 Hundeschulen öffnen - einem Grenzwert, der sonst nur für Grundschulen gilt. Andere Bildungsangebote müssen warten.

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    Von
    • Petr Jerabek

    Für viele Hundehalter ist es ein überfälliger Schritt: Ab Montag können sie mit ihren Vierbeinern in vielen bayerischen Regionen wieder auf den Hundeplatz. Denn laut der neuen bayerischen Corona-Verordnung dürfen Hundeschulen wieder öffnen - wenn im jeweiligen Landkreis oder der kreisfreien Stadt die 7-Tage-Inzidenz stabil unter 165 liegt. Damit gilt für Hundeschulen der gleiche Grenzwert, den es - ebenfalls ab Montag - sonst nur für Grundschüler gibt.

    Der Freie-Wähler-Landtagsabgeordnete Alexander Hold schrieb auf seiner Facebook-Seite: "Für manche vielleicht nur eine Randnotiz - für Hundeschulen und für so manchen Besitzer eines unerzogenen Welpen aber absolut wichtig: Hundeschulen sind system- und tierschutzrelevant." Seine Fraktion habe für die Öffnung gekämpft. "Mein Hund wird sich freuen", schreibt ein Facebook-Nutzer dazu. "Eine super Entscheidung", betont eine andere.

    Große Erleichterung bei Hundeschulen

    Insbesondere bei den Hundeschulen ist die Erleichterung nach wochenlanger Schließung groß. "Endlich", schrieb eine Hundeschule aus dem Kreis Freising auf ihrer Facebook-Seite. "Ich freue mich riesig, euch alle wieder auf dem Hundeplatz live zu sehen und mit euch zu arbeiten."

    Eine Nürnberger Hundetrainerin twitterte: "Da ist sie! Die gute Nachricht des Tages." Und eine schwäbische Kollegin zeigte sich "mehr als froh" - denn eine derart lange Unterbrechung breche einem "fast das Genick".

    Der Grenzwert 165

    So mancher in Bayern zeigt sich aber verwundert, dass für Hundeschulen der Inzidenzwert 165 maßgeblich ist. Das ist genau der Wert, der im Zuge der Debatten über die bundesweite Corona-Notbremse als Kompromiss für allgemeinbildende Schulen definiert wurde: Das Bevölkerungsschutzgesetz lässt Präsenzunterricht bis 165 zu.

    Die bayerische Staatsregierung lehnte diesen Kompromiss zunächst aber als zu hoch ab und blieb im Freistaat beim Grenzwert 100. Ab nächsten Montag sollen zumindest Grundschulen bis 165 öffnen dürfen - zeitgleich mit ihnen auch die Hundeschulen. Für einen Großteil der weiterführenden Schulen und Angebote der Erwachsenenbildung bleibt es dagegen beim Grenzwert 100.

    Verärgerung und Spott in sozialen Netzwerken

    "Super, ab 10. Mai haben wenigstens ein paar Kinder in Bayern das gleiche Recht auf Bildung wie Hunde. Oder auch nicht, denn Hunde haben keinen Wechselunterricht und dürfen auch nachts spazieren gehen", schrieb eine Frau in der Facebook-Gruppe "Systemrelevante Familien" und fügte hinzu: "Ja, ich weiß, dass Hundeschulen im Freien stattfinden. Aber Kinder dürfen nicht einmal dann in die Schule, wenn der Unterricht Plain Air und mit Maske stattfinden würde." Und eine weitere Frau betont: "Super, unser Hund darf in die Hundeschule! Die 13-Jährige nicht."

    Auf der Facebook-Seite der bayerischen Staatsregierung fragte eine Frau: "Hundeschulen vor weiterführenden Schulen?????" Und auf Twitter spottet ein Nutzer: "In Bayern werden jetzt wieder die wichtigsten Schulen geöffnet. Grundschulen und Hundeschulen. Bald kommen sicher die Baumschulen dran." Auf Facebook fragte ein Nutzer den Abgeordneten Hold, auf welcher Grundlage man denn den Inzidenzwert 165 festgelegt habe. "Und warum werden ab diesem Wert nicht einfach alle Outdoor-Angebote freigegeben?"

    Ministerium: Hundeschulen vermitteln Wissen

    Das bayerische Gesundheitsministerium spricht von einer "Sonderregelung für den Präsenzunterricht an Hundeschulen". In den vergangenen Monaten seien die Hundeschulen wegen des sich zuspitzenden Infektionsgeschehens untersagt gewesen. Angesichts der aktuellen Infektionslage erscheine aber der "Präsenzunterricht an Hundeschulen" möglich. Dabei müsse aber ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Wo er nicht eingehalten werden könne, bestehe Maskenpflicht - beispielsweise bei Präsenzveranstaltungen am Platz. An Hundeschulen, betont das Ministerium, werde "im Unterricht und Training an die Hundebesitzer Wissen im Umgang mit ihren Hunden vermittelt".

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