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Corona-Grenzwert 50 gerissen: So reagiert München | BR24

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München ist seit heute Corona Hotspot. Die bayerische Metropole hat als erste deutsche Millionenstadt die "50" gerissen, also die kritische Marke.

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Corona-Grenzwert 50 gerissen: So reagiert München

Die Landeshauptstadt München hat den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche gerissen. Oberbürgermeister Reiter diskutiert im Krisenstab, was jetzt getan werden muss - und ruft die Bevölkerung zu Wachsamkeit auf.

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Die 7-Tage-Inzidenz für München beträgt aktuell 50,70. Vorerst hat die Stadt zwar keine einschneidenden Maßnahmen für das öffentliche Leben beschlossen, aber der Oberbürgermeister Dieter Reiter ruft zu gesteigerter Aufmerksamkeit auf: "Wir alle müssen daher jetzt noch wachsamer sein als in den vergangenen Wochen – und mit aller Konsequenz eine weitere Ausbreitung von COVID-19 bestmöglich verhindern." Gegebenenfalls würde man am Montag weiterführende Maßnahmen beschließen, so der Münchner Oberbürgermeister in einer schriftlichen Stellungnahme.

"Ich kann allen Münchnerinnen und Münchnern versichern, dass wir die weitere Entwicklung sehr genau im Blick behalten und notwendige Maßnahmen dann veranlassen, wenn wir sie für notwendig erachten", so Reiter.

Reiter: Entwicklung am Wochenende abwarten

Via Facebook teilte Reiter mit, er habe die einzelnen Referate um eine Einschätzung gebeten und man sei sich einig gewesen, erst noch die Entwicklung am Wochenende abzuwarten, um dann zu sehen, wie die Zahlen sich entwickeln. "Bis dahin bleiben alle bereits bestehenden Regelungen in Kraft", so Reiter. So gilt auch die Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler ab der 5. Jahrgangsstufe im Unterricht vorerst weiter.

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Dieter Reiter, Oberbürgermeister von München

Schulschließungen, wo es Infektionen gibt

Der Oberbürgermeister kündigte Schließungen von Schulen und Kitas an, wenn es dort Infektionen gebe. Nicht von Infektionen betroffene Kitas und Schulen blieben aber geöffnet, so Reiter, denn ein eingeschränkter Blockunterricht sei derzeit nicht verhältnismäßig.

Nur noch kleinere private Feiern?

Der Krisenstab will am Montag über weitere mögliche Maßnahmen beraten: Dazu gehört beispielsweise die Reduzierung der Personenzahl bei privaten Feiern von 100 auf 50 Personen im Innenbereich und von 200 auf 100 Personen im Außenbereich. Auch eine Verlängerung der Sperrzeit ist im Gespräch.

Neue Maßnahmen wohl frühestens Mitte der Woche

Tatsächlich gehe er auch nicht davon aus, dass bereits am Montag weitergehende Corona-Maßnahmen ergriffen würden, fügte Reiter hinzu. Dazu müsste seiner Meinung nach der Wert deutlicher steigen oder über längere Zeit über 50 bleiben. "Das werden wir erst Mitte bis Ende der nächsten Woche sehen", so der Münchner OB weiter.

Kinder müssen weiter eine Maske tragen

Eines konnte Reiter aber schon sicher sagen: "Es wird keine Änderungen geben – und das ist die zentrale Botschaft an die Eltern - im Bereich der Schulen und im Bereich der Kinderbetreuung", betonte er. Sollte so etwas wieder nötig werden, werde es einen angemessenen Vorlauf geben. "Am Montag, kann ich jetzt jedenfalls sagen, ist alles unverändert." Leider müssten die Kinder aber weiter eine Maske tragen. "Das ist der Preis, den wir dafür zahlen müssen."

Reiter: Grenzwert über 50 eigentlich falsch berechnet

OB Reiter wies auch noch darauf hin, dass die Berechnungsgrundlage für den Inzidenzwert die Einwohnerzahl von 2018 ist. Das habe er schon mehrfach moniert, es lasse sich aber leider offenbar nicht ändern. Das bedeute aber, dass der Inzidenzwert bei der aktuellen Einwohnerzahl immer noch unter 50 läge. In jedem Fall müsse man sich aber die Entwicklung ansehen und nicht nur einen Wert.

Mahnung zur Einhaltung der Hygiene-Regeln

Reiter ermahnte Wirte und Besucher der sogenannten Wirtshaus-Wiesn am Wochenende, sorgfältig auf die Einhaltung des Corona-Hygienekonzepts zu achten und kündigte intensive Kontrollen von Polizei und KVR an.

Die Stadt befürchtet, dass sich viele zu bierseligen "Wiesn-Ersatzpartys" treffen könnten und hat sowohl für die Theresienwiese als auch für bekannte Party-Hotspots ein Alkoholverbot erlassen. Wiesnchef und Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) forderte die Feierwütigen im Radiosender B5 aktuell auf:"«Geht nicht auf die Wiesn, feiert im Wirtshaus, das ist einfach besser!" Eine Alternative zum coronabedingt geplatzten weltgrößten Volksfest bieten rund 50 Wiesn- und Innenstadtwirte, die bis zum 4. Oktober mit der Wirthaus-Wiesn Oktoberfeststimmung schaffen wollen.

Neue Corona-Hotline der Stadt

Zum Thema Corona ist auch ab Montag ein städtisches Bürgertelefon unter der Nummer 233-96333 geschaltet, Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr erreichbar.

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Trotz Überschreitens des Inzidenzwerts plane München zunächst keine Änderung der Corona-Maßnahmen. Das sagte BR-Reporter Moritz Steinbacher der Rundschau. OB Reiter wolle jetzt erst einmal die Entwicklung am Wochenende abwarten.

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