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Auch Nürnberg beteiligte sich heute am bundesweiten Gedenken an die Opfer der Corona-Pandemie. Vertreter verschiedener Religionen kamen zu einen Gebet auf dem Klarissenplatz vor dem Neuen Museum zusammen.

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Corona-Gedenkort mit interreligiöser Zeremonie eröffnet

In Nürnberg ist ein Gedenkort für die Opfer der Corona-Pandemie mit einer interreligiösen Zeremonie eröffnet worden. Der transparente Kubus soll ein Raum sein für Trauer und Sorgen. Jeden Donnerstag findet eine kleine Gedenkveranstaltung statt.

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Von
  • Ulrike Lefherz
  • Tanja Oppelt

In der Nürnberger Innenstadt ist ein interreligiöser Corona-Gedenkort eröffnet worden. An der feierlichen Zeremonie auf dem Klarissenplatz vor dem Neuen Museum haben Vertreter verschiedener Nürnberger Religionsgemeinschaften teilgenommen.

Zusammenhalt in der Trauer

Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König erklärte, Nürnberg habe bereits 873 Tote durch die Pandemie zu beklagen. Sie seien Mütter, Väter, Omas, Opas oder Tanten und Onkel, so König. Es sei wichtig, in der Trauer zusammenzustehen.

Transparenter Würfel als Gedenkort

Der transparente, minimalistische Holzwürfel soll ein unbegrenzter Raum sein, an dem „jeder das ablegen kann, was ihn bedrückt“, sagte Süleyman Bahn von der Nürnberger Sufi-Gemeinschaft, den islamischen Mystikern. Er hat die Gestaltung des Gedenkortes mit entwickelt. Auf einer Platte sind Symbole von zehn Religionsgemeinschaften sowie Trostsprüche verschiedener Traditionen angebracht. Bürgerinnen und Bürger können dort Kerzen anzünden und Blumen ablegen.

Interreligiöse Eröffnung

An der Eröffnungs-Zeremonie haben Vertreter von Christen, Juden, Muslimen, Bahai, Hindu, Buddhisten und Sikh teilgenommen.

"Wir sind alles Nürnbergerinnen und Nürnberger, egal welcher Religionsgemeinschaft wir angehören. Nürnberg ist unsere Stadt, unser Zuhause." Markus König (CSU), Oberbürgermeister von Nürnberg.

Das Verarbeiten von Trauer brauche Stille, sagte der Katholische Stadtdekan Lurz. Der Ort sei für diejenigen da, die sich nicht von ihren sterbenden Angehörigen verabschieden konnten, so Süleyman Bahn.

Mitgefühl für alle, die leiden

Man dürfe aber auch sein Mitgefühl zum Ausdruck bringen für diejenigen, die besonders unter der Corona-Pandemie leiden und sich auch über die eigenen Kräfte hinaus engagieren. Jeden Donnerstag soll um 18 Uhr eine kleine Gedenkveranstaltung von jeweils einer der Religionsgemeinschaften gestaltet werden. Der Gedenkort soll zunächst bis zum September auf dem Klarissenplatz eingerichtet bleiben.

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