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Corona: Busse in Franken werden täglich desinfiziert | BR24

© BR/ Nicolas Eberlein

Wegen Corona wollen fränkische Verkehrsbetriebe ihre Fahrzeuge häufiger reinigen. Die Fürther Infra etwa will täglich desinfizieren. In Bamberg sollen die Busfahrer keine Tickets mehr verkaufen.

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Corona: Busse in Franken werden täglich desinfiziert

Wegen Corona wollen fränkische Verkehrsbetriebe ihre Fahrzeuge häufiger reinigen. Die Fürther Infra desinfiziert nun täglich die Busse. Zudem sollen die Busfahrer keine Tickets mehr verkaufen. Andere Stadtwerke sehen die Vorkehrungen kritisch.

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Tausende Menschen fahren in Fürth jeden Tag mit dem Bus. Gerade zu den Stoßzeiten am Morgen und am Abend sind die Fahrzeuge voll. Auch wenn es durch die Schließung der Schulen in Bayern in den kommenden Wochen weniger Fahrgäste sein werden – die Fürther Stadtwerke Infra wollen ihre Omnibusse gründlicher reinigen als bisher.

Ab sofort sollen die rund 70 Busse, die für die Infra auf den Straßen unterwegs sind, nach einer Grundreinigung über Nacht zusätzlich desinfiziert werden. "Wir wollen damit als städtischer Nahverkehrsdienstleister unserer Verantwortung gegenüber Personal und Fahrgästen gerecht werden", sagte Wolfgang Greul von der Infra dem BR.

Desinfektion soll Verbreitung des Coronavirus verlangsamen

Die Fürther Infra will mit der zusätzlichen Desinfektion dabei helfen, dass sich das Coronavirus langsamer verbreitet. Man könne sich zwar über die Sinnhaftigkeit einer solchen Maßnahme streiten, so Greul. "Aber es ist besser, als nichts zu machen". Der Infra sei es wichtig, ein Zeichen gegenüber den Fahrgästen und dem eigenen Personal zu setzen. Zudem sollen Fahrgäste ihre Tickets

Fahrer verkaufen keine Tickets mehr

Bis auf weiteres werde es in den Bussen in Nürnberg, Fürth, Erlangen und anderen Bezirken des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg (VGN) keinen Fahrscheinverkauf mehr geben, teilte die Infra Fürth mit. Der Ein- und Ausstieg sei nur noch über die hinteren Türen möglich. Zudem werde die erste Sitzplatzreihe direkt hinter dem Fahrer abgesperrt. In dieser Zone dürfe kein Fahrgast sitzen oder stehen. Die Stadtwerke bitten die Fahrgäste, ihre Tickets vor der Fahrt am Automaten, in den Kundencentern oder online zu kaufen.

Auch Erlangen plant Extra-Reinigung

Die Stadtwerke in Erlangen (ESTW) planen ähnliche Maßnahmen wie in Fürth. Neben der täglichen Grundreinigung soll eine externe Firma die Busse "noch gründlicher und intensiver reinigen", so ESTW-Sprecher Claus Göbel. So wie in Fürth soll die Spezialreinigung ab der kommenden Woche starten.

Bamberg macht Sonderreinigung seit Februar

Die Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG) prüft derzeit, welche Maßnahmen sinnvoll sind, sagte eine VAG-Sprecherin dem BR. In Bamberg ist die Reinigung der Busse bereits im Februar intensiviert worden, sagt Jan Giersberg von den Stadtwerken Bamberg. Das betreffe vor allem die Reinigung von Haltestangen, Schlaufen und Griffen. Desinfektionsmittel werden laut Giersberg nach Rücksprache mit den örtlichen Behörden nicht eingesetzt.

Keine Tickets beim Busfahrer in Bamberg

Auch die Stadtwerke Bamberg bitten ihre Fahrgäste, nur noch hinten in den Bus einzusteigen. Auch sollten Fahrkarten schon vor der Fahrt am Automaten gekauft werden. Damit sollen die Busfahrer geschützt werden. Tickets, die vor der Fahrt online über die kostenlose VGN-App gekauft würden, seien auch billiger als beim Busfahrer, werben die Stadtwerke Bamberg.

Bayreuther Stadtwerke bezweifeln Nutzen

In Bayreuth sehen die Stadtwerke Maßnahmen wie in Fürth kritisch. Stadtwerke-Sprecher Jan Koch bezweifelt, ob sie einen großen Effekt haben. "Selbst wenn der Bus dann komplett virenfrei ist, wenn der erste Fahrgast den Bus betritt, kommen wieder Viren hinein. Wir sehen das als nicht unbedingt sinnvoll an", so Koch weiter. Über die normale Reinigung hinaus führt Bayreuth keine speziellen Maßnahmen ein, aber die Stadtwerke tauschten sich mit anderen Verkehrsunternehmen aus.

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