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Beschäftigte in der Gastronomie sind stark von der Pandemie betroffen. Mehr als die Hälfte aller Minijobber arbeitet in Restaurants und Cafés.

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    Corona-Folgen: Minijobs in Unterfranken werden weniger

    In Unterfranken ist die Zahl der angebotenen Minijobs im Jahr 2020 gesunken. Tausende Minijobberinnen und Minijobber haben in Folge der Corona-Pandemie ihre Einkünfte aus dieser Quelle vollständig verloren. Und viele werden nicht einmal erfasst.

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    • BR24 Redaktion

    Es sind vor allem gering entlohnte Beschäftigte, Ruheständler mit geringer Rente oder Studentinnen und Studenten, die auf zusätzliche Einkünfte angewiesen sind - auf geringfüge Beschäftigungen mit höchstens 450 Euro monatlichem Arbeitsentgelt, sogenannte Minijobs. Wie jetzt auch in Unterfranken immer deutlicher wird, sind Beschäftigte in Minijobs die großen Verlierer der Corona-Krise.

    In ganz Unterfranken ist die Zahl der angebotenen Minijobs im Jahr 2020 gesunken. Wie die Kreisverbände des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) bekanntgaben, haben tausende Minijobberinnen und Minijobber in Folge der Corona-Pandemie diese Einkünfte vollständig verloren.

    Allein 2.600 Minijobs weniger im Raum Würzburg

    So sank bis Ende 2020 die Anzahl der angebotenen Minijobs allein im Raum Würzburg um 2.600. In den Räumen Würzburg, Schweinfurt, Main-Spessart, Kitzingen, Bad Kissingen/Rhön-Grabfeld und Haßberge gibt es nun insgesamt rund 6.000 Minijobs weniger. Die Zahlen vom Untermain liegen bis dato nicht vor.

    Der DGB weist darauf hin, dass in diese Rechnung Betroffene, die im Lockdown zum Beispiel durch die Schließung von Geschäften, Restaurants und anderen Dienstleistungsbetrieben ihrem Minijob nicht nachgehen konnten, ungezählt blieben, weil sie in Kurzarbeit nicht erfasst werden.

    Minijobs bieten keine soziale Absicherung bei Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit

    Da Minijobs keine soziale Absicherung bei Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit biete, bleibe vielen nur der Gang zum Sozialamt bzw. zum Jobcenter um Hartz IV zu beantragen.

    "Dem vermeintlichen Vorteil eines Brutto-für-Netto-Verdienstes ohne die Entrichtung von Sozialbeiträgen stehen Niedriglöhne und Altersarmut gegenüber", sagt der Regionsgeschäftsführer des DGB Unterfranken, Frank Firsching. Bei Arbeitsausfall gebe es keine soziale Absicherung. Der DGB fordert die Umwandlung aller Minijobs in sozial abgesicherte Beschäftigung.

    Frauen besonders betroffen

    Vor allem Frauen bleibe durch diese Fehlanreize die Möglichkeit einer eigenständigen Existenzsicherung verwehrt, so Firsching. Da die durchschnittliche Rente einer Frau mit monatlich 645 Euro um 60 Prozent geringer ausfällt als die eines Mannes, sind sie besonders von Altersarmut gefährdet.

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