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Corona: Flughafen München bereitet sich auf Neustart vor | BR24

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Statt in der Luft sind derzeit viele Flieger am Boden. Der Vorplatz des Flughafens München ist zu einem riesigen Parkplatz geworden. Wie lange das so sein wird, weiß niemand.

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Corona: Flughafen München bereitet sich auf Neustart vor

Zwangspause für viele Flieger: Statt mehr als 1.000 Starts und Landungen am Tag sind es am Flughafen München derzeit gerade mal 50. Dafür ist das Vorfeld zum riesigen Parkplatz geworden. Derweil bereitet sich der Flughafen auf einen Neustart vor.

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Es ist nicht mehr viel los im Erdinger Moos. Der Flugbetrieb am Flughafen München ist fast zum Erliegen gekommen. Maschinen, die normalerweise die meiste Zeit in der Luft sind, stehen jetzt rum. Rund 100 Flugzeuge sind es mittlerweile, gut 80 allein von der Lufthansa. "Langsam wird's eng", sagt der Leiter der Lufthansa-Technik, Manfred Riedmayer.

Das Motto heißt "einpacken und pflegen"

Weil die Flugzeuge bei Bedarf wieder schnell einsatzbereit sein sollen, reicht es nicht, sie nur zu parken. Die Mechaniker versetzen sie in eine Art Dornröschenschlaf, aus dem sie die Flieger auch relativ schnell wieder wecken können. Dazu stülpen sie orangerote Abdeckungen über die Triebwerke; andere Flugzeugteile sind mit Folien geschützt. Allein einen Motor abzukleben, bedeutet zwei Stunden Arbeit für vier Leute. Auch die Checkliste für die Pflege der geparkten Flieger ist lang.

© Birgit Grundner/BR

Kaum Betrieb am Flughafen am Münchner Flughafen: Zwangspause für viele Flieger

Auch wenn die Flugzeuge derzeit nicht abheben, das Cockpit wird immer mal wieder getestet, das Klimaanlagensystem überprüft. Von außen wird gecheckt, ob es am Flugzeug irgendwelche Leckagen gibt. Die Mechaniker schalten die Triebwerke im Leerlauf ein. Dazu müssen natürlich die mühsam angebrachten Schutzabdeckungen abgenommen werden. Um den Reifendruck zu prüfen und die Räder zu bewegen, werden die Flieger achsenweise aufgebockt. 

Flugzeuge müssen regelmäßig in den Hangar

In regelmäßigen Abständen muss ein Flugzeug zu umfangreicheren Arbeiten in den Hangar - zum ersten Mal nach 15, das nächste Mal nach 30 Tagen. Wie oft das noch nötig ist, bis alle Maschinen wieder abheben können, kann derzeit niemand genau sagen.

Auch Manfred Riedmayer, der Leiter der Münchner Lufthansa-Technik, kann da nur abwarten. Er hofft jedenfalls, dass sie bald wieder mit einer großen Flotte "Passagiere hin- und herfliegen dürfen". Bis dann wirklich alle Flugzeuge wieder startklar sind, werde das aber "von der technischen Seite her" schon "Wochen und Monate" dauern.  

Flughafen bereitet sich auf Neustart vor

Mittlerweile bereitet man sich am Flughafen München darauf vor, den Betrieb wieder hochzufahren. Gestern (Donnerstag) hat die Lufthansa angekündigt, dass sie ihr innerdeutsches Angebot ab der kommenden Woche nach und nach ausweiten will. Im Juni soll es dann nach der coronabedingten Zwangspause auch wieder erste Auslandsverbindungen ab München geben.

Bodenmarkierungen, Absperrbänder und Plexiglasscheiben sollen für den Schutz der Passagiere im Flughafen sorgen. An die geltenden Abstandsregeln erinnern auch regelmäßige Durchsagen und Plakate. Wer noch „last minute“ Schutzmasken, Feuchttücher oder Einweghandschuhe besorgen möchte, kann das etwa in den Apotheken und der Drogerie am Flughafen erledigen – und seit neuestem rund um die Uhr an Automaten, die jetzt im Terminal 2 aufgestellt wurden.

Noch unklar, ob bei Passagieren künftig Fieber gemessen wird

Ob bei Passagieren künftig beispielsweise auch Fieber gemessen wird, muss das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit entscheiden – bisher sind den Airportbetreibern aber keine entsprechenden Pläne bekannt.

Unabhängig von der weiteren Entwicklung beim Flugbetrieb sind inzwischen wieder mehr Läden geöffnet, und wer sich mit Brotzeit versorgen will, hat auch wieder mehr Möglichkeiten. Der Besucherpark samt Aussichtshügel bleibt dagegen erst einmal noch geschlossen.

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