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Corona: Flughafen München verordnet sich Sparkurs | BR24

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Am Flughafen München herrscht Flaute. Nur noch knapp zehn Prozent der Passagiere starten und landen. 6.000 sind es noch am Tag. In normalen Zeiten wären es 130.000.

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Corona: Flughafen München verordnet sich Sparkurs

Die Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie haben den Verkehr auf dem Flughafen München völlig einbrechen lassen. Deshalb spart der Flughafen jetzt bei Personal- und Sachkosten. Investitionen sind zurückgestellt, ganze Bereiche geschlossen.

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Angesichts die massiven Verkehrseinbrüche in Folge der Corona-Pandemie hat sich die Flughafen München GmbH ein konzernweites Sparprogramm "in sämtlichen Bereichen" auferlegt.

Sparen bei Personal-, Sachkosten und Investitionen

Das Sparprogramm betrifft Personal- und Sachkosten ebenso wie Investitionen: Vorhaben wie das Parkzentrum West, die neue Konzernzentrale oder ein neues Hotel werden "bis auf weiteres zurückgestellt", wie Flughafenchef Jost Lammers am Freitag erklärte. Er spricht von einer "in dieser Größenordnung nie dagewesenen Krise des weltweiten Luftverkehrs und ein Ende ist nicht absehbar". In dieser Situation müssten "alle notwendigen Maßnahmen zum Erhalt der wirtschaftlichen Stabilität ergriffen werden". Der Betrieb soll aber weiter aufrechterhalten werden, auch damit Rückkehrer heimkommen und wichtige Frachtgüter weiter schnell transportiert werden können. Das war auch in den vergangenen Tagen wiederholt bekräftigt worden.

Über 100 Flugzeuge bleiben am Boden

© picture alliance/Peter Kneffel/dpa

Flugzeuge der Lufthansa stehen nebeneinander auf dem Flughafen München.

Mittlerweile sind mehr als 100 Flugzeuge, die gerade nicht zum Einsatz kommen, am Münchner Airport geparkt. Seit dem Beginn der Corona-Pandemie sind die Zahlen am Flughafen München kontinuierlich zurückgegangen. Bei den Starts und Landungen wurden nicht einmal mehr zehn Prozent des Vorjahresniveaus erreicht. Das Passagieraufkommen liegt aktuell noch bei fünf Prozent. Ein Zehntel der Belegschaft der Flughafen München GmbH ist schon seit gut zehn Tagen in Kurzarbeit. Bisher betrifft es nur die Konzerntochter "Eurotrade", die die meisten Läden in den Terminals betreibt. Für die anderen Konzernbereiche laufen die Gespräche mit den Mitarbeitervertretern noch, wie ein Sprecher dem Bayerischen Rundfunk sagte.

Massive Folgen der Corona-Krise

Zur Frage, wann am Flughafen wieder mit Wachstum zu rechnen ist, wagt Lammers derzeit keine Prognose. "Die Auswirkungen der Corona-Krise sind massiver als die Folgen der Anschläge vom 11. September 2001 oder der weltweiten Finanzkrise von 2008", sagt er. Deshalb werde es diesmal möglicherweise auch "deutlich länger dauern", bis die Nachfrage wieder auf dem früheren Niveau sei. Auch strukturelle Veränderungen im Luftverkehr schließt Lammers nicht aus: "Dass der globale Mobilitätsbedarf auf mittlere Sicht steigen und der Luftverkehr deshalb wieder zunehmen wird, steht für mich aber außer Frage."

Dickes Finanzpolster hilft durch die Krise

"Dass wir 2019 das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte erzielt haben, wird uns 2020 dabei helfen, die durch die Corona-Pandemie verursachten massiven Verkehrseinbrüche und Ertragsverluste zu überstehen", ist auch Finanzgeschäftsführer Thomas Weyer überzeugt: "Wir profitieren jetzt von der Substanz, die wir durch den erfolgreichen Betrieb unseres Flughafens geschaffen haben." Vergangenes Jahr waren am Flughafen München 1,7 Millionen Fluggäste gezählt worden - vier Prozent mehr als 2018. Die Anzahl der Starts und Landungen stieg um ein Prozent auf 417.000.

Reportage: Gespenstische Ruhe am Münchner Flughafen

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