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Keine Volksfeste, keine Trachtenumzüge und auch kein Floßfahren. Die feuchtfröhlichen Floßfahrten auf der Isar sind eine urige Gaudi für Einheimische und Touristen doch jetzt müssen sie wegen Coronagefahr auch in diesem Jahr wieder abgesagt werden.

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Corona: Floßgaudi auf der Isar schon wieder abgesagt

Keine Volksfeste, keine Trachtenumzüge und auch kein Floßfahren. Die feuchtfröhlichen Floßfahrten auf der Isar sind eine urige Gaudi für Einheimische und Touristen, doch jetzt müssen sie wegen Coronagefahr auch in diesem Jahr wieder abgesagt werden.

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Von
  • Martin Breitkopf
  • Christoph Müller

54 Fichtenstämme liegen an der Floßlände in Wolfratshausen. Jeder Stamm, kerzengrade, handverlesen. 18 zusammen würden ein Floß ergeben, doch die Stämme werden kein Wasser mehr sehen. Ein schwerer Schlag für Flößer Josef Seitner - doch die Corona-Pandemie läßt ihm und den beiden anderen Flößer-Familien in Wolfratshausen keine andere Wahl. Alle hatten sich auf die Wiederaufnahme vorbereitet, doch jetzt haben alle drei Unternehmer die zweite Saison in Folge abgesagt.

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Aus diesen Stämmen sollten eigentlich Floße werden

Floßgaudi mit Abstand und Maske - das wäre nix

Rein theoretisch wären Floßfahrten möglich. Mit Abstand, Maske, und natürlich viel weniger als die sonst üblichen 60 Personen auf dem Floß. Doch für die Unternehmer rechnet sich das nicht. Denn die Flöße werden nach jeder Fahrt an der Floßlände in München komplett demontiert. Per Sattelschlepper werden die Stämme dann wieder nach Wolfratshausen transportiert – das ist logistisch aufwändig und muss erstmal finanziert werden. Und dann würde bei all den Auflagen wohl auch keine richtige Gaudi auf dem Floß aufkommen. Daher wurde die Floß-Saison auch in diesem Jahr abgesagt.

Fünf Flößer-Generationen - es wird auch eine sechste geben

Floßfahren ist für alle drei Flößerfamilien in Wolfratshausen mehr als nur ein Geschäft – für sie ist es eine Berufung. Josef Seitner zum Beispiel steht von klein auf auf den Stämmen, die sein Leben bedeuten. In fünfter Generation fährt seine Familie jetzt schon Floß. Doch auch wenn Corona die drei Flößereien schwer trifft und die Hilfe vom Staat nur ein Tropfen auf den heißen Stein war: Josef Seitner jammert nicht und richtet den Blick stattdessen nach vorne. Noch können er und die anderen Flößer von den Rücklagen der guten Jahre zehren und sie glauben fest an die Zeit nach Corona.

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Josef Seitner ist Flößer aus Berufung

Internationaler Flößertag 2023 in Wolfratshausen

Die Hoffnung richtet sich jetzt auf das nächste Jahr - im Mai soll das erste Floß wieder in die Isar gelassen werden. Und ein Lichtblick ist das Jahr 2023. Da findet in Wolfratshausen der internationaler Flößertag statt. Höhepunkt wird die Johanni-Floßprozession. Alle drei Jahre findet dieses stimmungsvolle Event statt. Bei Dunkelheit treiben die geschmückten Floße flußabwärts, vorbei an einen Meer von Fackeln. Josef Seitner freut sich schon jetzt auf diesen Moment und darauf der ganzen Welt die spektakulären Floßrutschen zu präsentieren und zu demonstrieren was für eine Gaudi eine Fahrt auf der Isar ist.

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