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Corona-Finanznot: Keine Gnade für Oberbayerns Gnadenhöfe | BR24

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Die Corona-Krise hat nicht nur für Menschen Folgen. Tierheime können aktuell nur eingeschränkt besucht werden. Bei den oberbayerischen Gnadenhöfen ist die Situation noch ernster. Sie bekommen keine staatlichen Hilfen - und bräuchten diese dringend.

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Corona-Finanznot: Keine Gnade für Oberbayerns Gnadenhöfe

Die Corona-Krise hat nicht nur für Menschen Folgen. Tierheime können aktuell nur eingeschränkt besucht werden. Bei den oberbayerischen Gnadenhöfen ist die Situation noch ernster. Sie bekommen keine staatlichen Hilfen - und bräuchten diese dringend.

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Von
  • David Herting
  • Matthias Lauer

Eine Eselin, zahlreiche Pferde, Hunde, Ziegen und Katzen: Sie tummeln sich auf den Weiden und in den Ställen des Gnadenhofs Chiemgau. Viele der Tiere wurden ausgesetzt, sind schwer vermittelbar oder krank. Jetzt fehlt den Betreibern des Gnadenhofs vor allem Geld für Futter und Tierarztbesuche. Auch der Pferdehof "Alte Mühle" in Bruck leidet unter zu großen Kosten und zu wenigen Besuchern. Die Tiere aufgeben - also tatsächlich töten - das will hier keiner.

Tierpatenschaften sollen Geld bringen

Die Besitzer des Pferdehofs "Alte Mühle" versuchen, die über 40 Tiere zu retten, indem langjährige, treue Besucher Patenschaften für Pferde übernehmen. Damit sollen die Kosten gedeckt werden. In Nicht-Corona-Zeiten finanzierten sich die Gnadenhöfe in Oberbayern durch Hoffesten, Reitunterricht, Tiertherapie und spendenden Besuchern.

Gnadenhöfe bekommen keine Corona-Hilfsgelder

Anders als Tierheime werden Gnadenhöfe nicht von Städten und Gemeinden beauftragt und finanziert. Dazu kommt: Gnadenhöfe sind - dem Umweltministerium zufolge - nicht rechtlich definiert. Deshalb erhalten sie im Gegensatz zu Tierheimen auch keine Fördergelder für Investitionen.

Auch bei den laufenden Kosten gibt es im Freistaat im Gegensatz zu Nordrhein-Westfalen keine Zuschüsse. Während des ersten Corona-Lockdowns stellte das Umweltministerium dort insgesamt 400.000 Euro als Futterhilfe für Tierheime und Gnadenhöfe bereit.

Keine Gnade für bayerische Gnadenhöfe

Zwar hätten sich Gnadenhöfe um Corona-Soforthilfen vonseiten des Freistaats bewerben können, heißt es vom Wirtschaftsministerium. In der Regel würden sich die Höfe aber nicht unternehmerisch betätigen - und damit die Voraussetzungen für die Soforthilfe nicht erfüllen. Auch für die Corona-Überbrückungshilfe des Bundes müssten die Vereine "dauerhaft wirtschaftlich am Markt tätig" sein, was in der Regel aber nicht der Fall ist.

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