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Erlanger Corona-Fall ist Oberarzt des Klinikums | BR24

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In Bayern gibt es einen neuen Infizierten mit dem Coronavirus. Es handelt sich um einen Oberarzt des Uniklinikums Erlangen.

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Erlanger Corona-Fall ist Oberarzt des Klinikums

In Bayern gibt es einen neuen Infizierten mit dem Coronavirus. Es handelt sich um einen Oberarzt des Uniklinikums Erlangen. Das Krankenhaus bestätigte gegenüber dem BR, dass der Patient mit entsprechenden Symptomen behandelt werde.

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Nach den Fällen in Oberbayern wird jetzt der erste Coronavirus-Fall aus Mittelfranken gemeldet. Es handelt sich nach Auskunft der Universitätsklinik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg um einen Erlanger Mediziner, der in Deutschland bei einer Arbeitskreissitzung Kontakt mit einem italienischen Arzt hatte. Der Italiener war nach seiner Rückkehr positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden.

Am Mittwochabend (27.02.20) war dann auch der Befund des Erlanger Patienten positiv. Aktuell gehe es ihm nach eigenen Worten gut. "Der Hals kratzt ein wenig, die Nase läuft, es ist wie bei einer leichten Erkältung." Fieber hat der Patient nicht. Das zuständige Gesundheitsamt habe bereits Kontaktpersonen aus seinem engeren Umfeld ermittelt. Diese werden nun häuslich isoliert und müssen sich mit Angaben zu ihrem Gesundheitsstatus fortlaufend beim Gesundheitsamt melden. Das bayerische Gesundheitsministerium hat auf seiner Internetseite Informationen zum Virus veröffentlicht. Am Montag (02.03.20) will das Uniklinikum eine Pressekonferenz (10.30 Uhr) geben.

Siemens lässt Italien-Rückkehrer im Homeoffice arbeiten

Derweil reagiert Siemens auf das sich ausbreitende Corona-Virus. Wenn Mitarbeiter zuletzt dienstlich oder privat in Italien waren, müssen sie unter Umständen zwei Wochen lang von zu Hause aus arbeiten. Vorher müssen sich die Mitarbeiter allerdings bei ihren Führungskräften melden und zum Arzt gehen. Falls der Mediziner der Meinung sei, dass eine Infektionsgefahr bestehen könnte, gelte die 14-tägige Homeoffice-Regelung, sagte ein Siemens-Sprecher dem Bayerischen Rundfunk.

Dienstreisen bei Siemens eingeschränkt

Die Vorsichtsmaßnahme gelte nicht nur für Nürnberg und Erlangen sondern natürlich für das gesamte Unternehmen. Außerdem hatte der Konzern bereits vorher seine Mitarbeiter angewiesen, Dienstreisen nach China oder angrenzende asiatische Länder nur noch anzutreten, wenn es unbedingt erforderlich sei. Die Liste der betreffenden Länder sei nun um Italien ergänzt worden, so der Siemens-Sprecher weiter. Außerdem habe der Konzern intern einen Stab einberufen, der sich mit eingehend der Corona-Thematik beschäftigt um beispielsweise Mitarbeiter rund um Vorsichtsmaßnahmen zu beraten.

FAU Erlangen-Nürnberg untersagt Dienstreisen in Corona-Risikogebiete

Die Friedrich-Alexander-Universität untersagt seinen Mitarbeitern ab sofort sämtliche Dienstreisen nach China und in die vom Robert-Koch-Institut definierten sonstigen Risikogebiete. Reiserückkehrer oder Eingereiste, die ein gewisses Risiko einer Infektion erfüllen, werden dementsprechend freigestellt oder müssen zunächst im Homeoffice arbeiten. Studierende, die ein Infektionsrisiko darstellen könnten, können von Lehrveranstaltungen ausgeschlossen werden, informierte die FAU. Allerdings herrscht derzeit vorlesungsfreie Zeit, weshalb diese Regelung voraussichtlich erst ab April spürbar werden könnte.

Kliniken melden zahlreiche Anrufe

Viele besorgte Bürger melden sich derzeit in den Ambulanzen und in den Notaufnahmen. Die Kliniken beklagen zunehmend, dass der normale Betrieb dadurch beeinträchtigt wird. Ein Sprecher des Uni-Klinikums in Erlangen betonte, dass das Krankenhaus auf mögliche Corona-Fälle vorbereitet sei.

Normalerweise laufe ein Test auf den Virus über den Hausarzt. Bestätige sich der Verdacht, werde der Patient aufgenommen. Ein Test ohne Einweisung durch einen Hausarzt sei nicht möglich, auch nicht für Selbstzahler, sagte der Sprecher.

Hausärzte fordern mehr Aufklärung

Der Bayerische Hausärzteverband forderte derweil eine bessere Versorgung der Hausarztpraxen. Um Corona-Tests durchführen zu können, bräuchten diese Schutzkleidung - doch die fehle oftmals, sagte Markus Beier vom Hausärzteverband. Der Markt für Schutzkleidung sei leer gefegt.

Die Bundesärztekammer rief Bürger mit bloß leichten Erkrankungen auf, Arztbesuche zu vermeiden, um Kapazitäten für mögliche Corona-Patienten freizuhalten.

Zahl der Infektionen in Deutschland steigt

Auch ein Mitarbeiter der Hamburger Universitätsklinik Eppendorf (UKE) hat sich nach Behörden-Angaben mit dem Coronavirus infiziert. Der Mann wohnt in Schleswig-Holstein und hatte Urlaub im italienischen Trentino gemacht, das allerdings nicht zum Risikogebiet zählt. Er arbeitet auf der Kinderstation. Der Patient befindet sich nach Behördenangaben zu Hause in Isolierung und ist in stabilem Zustand.

Insgesamt 20 andere neue Infektionen wurden seit dem Vorabend zudem in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen und Bayern bekanntgegeben.

Bahn zeigt sich vorbereitet auf Coronavirus-Ausbreitung

Die Deutsche Bahn hat sich auf eine mögliche Ausbreitung des Coronavirus vorbereitet. Sollte der Fall eintreten, so die Bahn, werden die Reisenden informiert. Zudem werde der betroffene Bereich im Zug gesperrt und nach der Fahrt das Abteil professionell gereinigt und desinfiziert. Für Passagiere, die mehr als einen Meter von der erkrankten Person entfernt gewesen seien, bestünde nur geringe Infektionsgefahr. Die erkrankte Person werde am nächsten Halt den Rettungskräften übergeben.

"Die bestehenden Pandemieplanungen der DB werden den Aktualisierungen der Bundesregierung und der Bundesländer angepasst. Die DB folgt zudem den Vorsorgeempfehlungen des Robert-Koch-Instituts." Deutsche Bahn, Pressemitteilung

Für Reisende mit Fahrscheinen in die vom Coronavirus betroffenen Gebiete in Italien hält die DB ihre Kulanzregelung aufrecht: Kunden, die ihre Reise nicht mehr antreten möchten, können ihren Fahrschein kostenfrei erstatten lassen. Gleiches gilt ab sofort für Reisende mit einer Fahrkarte des DB Fernverkehrs, bei denen der konkrete Reiseanlass aufgrund des Coronavirus entfällt wie zum Beispiel die offizielle Absage einer Messe, eines Konzerts, Sport-Events oder ähnliches.

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