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Corona-Fälle in Schlachthof: Straubing-Bogen reißt Obergrenze

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Corona-Fälle in Schlachthof: Straubing-Bogen reißt Obergrenze

Die Zahl der positiv getesteten Schlachthofmitarbeiter ist in Bogen weiter gestiegen. Der Landkreis hat am Wochenende die Obergrenze für die Corona-Neuinfektionen gerissen. Dennoch droht den Behörden zufolge keine Rücknahme der Lockerungen.

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Der Landkreis Straubing-Bogen und die Stadt Straubing reißen in der Corona-Epidemie die Obergrenze von 50 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Laut einer Pressemitteilung des Landratsamtes vom Montag liegt die aktuelle Quote bei 53,6. Dennoch sei keine Rücknahme der Lockerungen der bisher geltenden Auflagen notwendig. Dies hätten am die Gesundheitsbehörden am Wochenende bestätigt.

Infizierte Schlachthofarbeiter treiben Zahl nach oben

Die Zahl der positiv getesteten Schlachthofmitarbeiter in Bogen ist demnach weiter gestiegen. Mittlerweile seien 83 Mitarbeiter des Schlachthofs in Bogen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das übersteigt zwar den Schwellenwert der Sieben-Tages-Inzidenz (50 Fälle pro 100.000 Einwohner), doch das erarbeitete Konzept von Stadt, Landkreis und zuständigen Behörden wurde vom Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gebilligt, weswegen es keine verschärften Corona-Maßnahmen gibt.

Sofortige Quarantäne für infizierte Mitarbeiter

Das Konzept wurde erarbeitet, um einen sogenannten "Lockdown" zu verhindern. Es sieht beispielsweise eine sofortige Quarantäne der positiv getesteten Fälle am Schlachthof vor. Bereits am vergangenen Freitag wurden die betroffenen Gemeinschaftsunterkünfte und die Verlegung von positiven Fällen aus Gemeinschaftsunterkünften in eine zentrale Unterkunft in Stadt und Landkreis vorgenommen. Diese Maßnahmen wurden umgehend nach dem Bekanntwerden der Testergebnisse eingeleitet, wie es heißt. Bei den Reihentestungen beim Schlachtbetrieb Donautal in Bogen am vergangenen Dienstag und Mittwoch konnten 923 Mitarbeiter getestet werden. Der Rest der über 1.000 Mitarbeiter wird vom Gesundheitsamt zu Nach-Tests vorgeladen.

Nach-Tests bei Schlachthofmitarbeitern

Beim Nachtest bei der Firma Donautal in Bogen (Landkreis Straubing-Bogen) wurden heute 82 Abstriche genommen. Mit Testergebnisse ist im Laufe der Woche zu rechnen. Weitere Mitarbeiter, die auch heute nicht getestet wurden, sind entweder für längere Zeit oder seit längerer Zeit krankgeschrieben oder befinden sich in Elternzeit oder im Urlaub. Bei Bedarf könnten weitere Tests in den Kalenderwochen 22 und 23 angesetzt werden, heißt es.

Test an Schlachthöfen in ganz Bayern

In ganz Bayern finden derzeit Reihentestungen von Mitarbeitern statt. Betroffen sind rund 50 bayerische Schlachthöfe. Das teilte das  Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen auf BR-Anfrage mit. Die Tests sollen noch diese Woche abgeschlossen werden.

Am Montag sollte sich eigentlich auch das Corona-Kabinett mit Vorschlägen von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) für einen besseren Arbeitsschutz in Schlachthöfen befassen. Dies wurde verschoben, berichtet die Nachrichtenagentur dpa aus Regierungskreisen.

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Die Corona-Krise hat es an den Tag gebracht: In den Schlachthöfen gibt es - was Arbeitsbedingungen und Unterbringung der Beschäftigten betrifft - zum Teil unhaltbare Zustände.