BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Patientenschützer: Öffentlichkeit muss besser informiert werden | BR24

© BR24
Bildrechte: Deutsche Stiftung Patientenschutz

Eugen Brysch, Deutsche Stiftung Patientenschutz

3
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Patientenschützer: Öffentlichkeit muss besser informiert werden

Nach dem ungeklärten Corona-Ausbruchsgeschehen im Krankenhaus Friedberg fordern Patientenschützer ein Umdenken und mehr Transparenz im Gesundheitswesen. Die Staatsanwaltschaft prüft eine Anzeige von Angehörigen.  

3
Per Mail sharen
Von
  • Barbara Leinfelder
  • Kilian Geiser

Nach der Berichterstattung des Bayerischen Rundfunks über Vorwürfe gegen das Krankenhaus in Friedberg im Zusammenhang mit einem Corona-Ausbruch und mehreren Todesfällen fordert die Deutsche Stiftung Patientenschutz mehr Aufklärung: Stiftungsvorstand Eugen Brysch sagte dem BR, es herrsche zu wenig Transparenz, bei den örtlichen Behörden, den Bezirken und bei den Landesregierungen.

Patientenschützer beklagen Informationspolitik

Leider würden Bürger und Patienten erst spät erfahren, dass es ein Ausbruchsgeschehen gibt: "Das ist bundesweit immer wieder festzustellen, dass es letztendlich Journalisten sind, die das aufklären, dass es Angehörige sind, die danach bohren und fragen und dass wir als Öffentlichkeit viel zu spät erfahren, was da eigentlich geschieht".

Die Verantwortlichen müssten verstehen: "Mehr Transparenz ist nicht rufschädigend für eine Einrichtung, sondern zeigt, dass man verstanden hat, mit der Krise umzugehen", erklärte Brysch. Der Patientenschützer betonte, er erfahre immer wieder, dass es selbst Krankenhausleitungen gebe, die froh über Hinweise von außen seien. "Mauern ist gefährlich bringt uns überhaupt nicht weiter", so der Vorstand der Stiftung Patientenschutz.

Staatsanwaltschaft Augsburg ermittelt nach Anzeige von Angehörigen 

Auch die Augsburger Staatsanwaltschaft hat sich auf Anfrage des BR geäußert. Behördensprecher Matthias Nickolai erklärte, es liege seit Anfang Februar eine Strafanzeige der Angehörigen eines Verstorbenen vor. Diese sei "sehr detailliert" und derzeit werde ermittelt, "inwieweit hier strafrechtlich relevante Sachverhalte vorliegen".  

Nickolai erklärte, im Rahmen der Überprüfung der Anzeige würden alle Informationen berücksichtigt, die der Aufklärung dienlich seien, auch solche, die in den Medien veröffentlicht würden. Im schlimmsten Fall gehe es um den Verdacht der fahrlässigen Tötung. 

Landesamt für Gesundheit kritisiert Zustände am Friedberger Krankenhaus 

Nach Recherchen des BR erhebt die Task Force des Landesamts für Gesundheit im Zusammenhang mit Corona-Infektionen schwere Vorwürfe gegen das Krankenhaus Friedberg.

In einem internen Zwischenbericht der Behörde, der dem BR exklusiv vorliegt, heißt es, Fälle, in denen sich Patienten oder Mitarbeiter im Krankenhaus infiziert haben, seien nicht gesetzeskonform untersucht worden.  

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

Sendung

Regionalnachrichten aus Schwaben

Von
  • Barbara Leinfelder
  • Kilian Geiser
Schlagwörter