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Würzburger Seniorenheim: Entscheidung über Teil-Evakuierung | BR24

© BR Fernsehen

In Würzburg ist das passiert, was eigentlich auf keinen Fall passieren darf: Corona in einem Seniorenheim. Im Bürgerspital St. Nikolaus in Würzburg haben sich viele der 150 Bewohner, aber auch Pflegekräfte angesteckt. Zehn Menschen sind gestorben.

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Würzburger Seniorenheim: Entscheidung über Teil-Evakuierung

Das vom Corona-Virus betroffene Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus hat mittlerweile elf Todesfälle zu beklagen. Heute wird bekannt gegeben, ob das Heim teilweise evakuiert wird oder nicht.

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Wird das vom Corona-Virus besonders betroffene Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus teilweise evakuiert oder nicht? Um 11 Uhr wird der Corona-Krisenstab von Stadt und Landkreis Würzburg die Entscheidung bekannt geben. Dazu wurde eine kurzfristige anberaumten Pressekonferenz im Efeuhof des Rathauses einberufen.

Inzwischen elf Todesfälle in Würzburger Seniorenheim

Die Entscheidung habe der Krisenstab mit Unterstützung von Experten des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) getroffen, heißt es. Wie am Donnerstagabend bekannt wurde, sind inzwischen elf Bewohner des zur Würzburger Stiftung Bürgerspital gehörenden Heims verstorben. In den vergangenen Tagen wurden alle Bewohner des Heims St. Nikolaus und des benachbarten Ehehaltenhauses auf eine mögliche Infektion mit COVID-19 getestet. Über die Ergebnisse der Tests macht die Stiftung im Voraus keine näheren Angaben, nur so viel: Im Gebäudeteil Ehehaltenhaus habe die Testreihe keinen positiven Fall ergeben. Dort ist aktuell kein positiv getesteter Bewohner untergebracht.

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Teilevakuierung steht sein Mittwoch im Raum

Seit Mittwoch steht die teilweise Evakuierung des zur Stiftung Bürgerspital gehörenden Heims als Option im Raum. Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) hatte bei einer Pressekonferenz des behördenübergreifenden Krisenstabs mitgeteilt, dass sämtliche Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtung auf eine Corona-Infektion getestet werden. Auf Grundlage der Testergebnisse solle dann entschieden werden, ob entweder die infizierten oder die nicht-infizierten Personen möglicherweise aus der Einrichtung gebracht werden, so Schuchardt.

Keine "Schwarz-Weiß-Entscheidung"

Auf die Frage, wohin die Personen möglicherweise gebracht werden, nannte der Oberbürgermeister bei der vergangenen Pressekonferenz noch keine konkrete Einrichtung. Es gebe aber Pläne "für eine weitere Einrichtung im Gesundheitswesen". Die Entscheidung über eine Evakuierung sei "keine Schwarz-Weiß-Entscheidung", so Schuchardt. Es gebe für beide Varianten Argumente und Gegenargumente. Dagegen spräche die Transportgefahr für die pflegebedürftigen und teils dementiell erkrankten Bewohner und die Gefahr, "dass man einen neuen Hot Spot" aufmachen könnte. Dafür könnte sprechen, dass durch eine Verlegung das Nikolausheim entlastet würde.

Bundeswehr hat Anfrage abgelehnt

Denn die personelle Situation dort ist nach wie vor extrem angespannt – auch, weil die Bundeswehr eine erste Anfrage der Stadt Würzburg nach Unterstützung durch Sanitäter mit Hinweis auf die engen personellen Ressourcen abgelehnt hat. Die Stadt hat gleich nochmal eine Anfrage gestellt und will Mitarbeiter von Rettungsorganisationen hinzuziehen.

© Jochen Wobser/BR-Mainfranken

Im Fall des vom Coronavirus besonders betroffenen Würzburger Seniorenheims St. Nikolaus steht eine teilweise Evakuierung als Option im Raum. Das hat Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt bei einer Pressekonferenz mitgeteilt.

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