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Seit 27. April vergangenen Jahres gilt in Bayern die Maskenpflicht: jeder über sechs Jahre muss beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr verpflichtend einen Mund-Nasen-Schutzschutz tragen.

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Ein Jahr Maskenpflicht in Bayern

Seit 27. April 2020 gilt in ganz Bayern die Maskenpflicht: Jeder über sechs Jahre muss beim Einkaufen und im ÖPNV einen Mund-Nasen-Schutzschutz tragen. Anfangs waren auch Schals und Tücher erlaubt. Mittlerweile sind die Regeln strenger.

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Von
  • Alexander Hilmer

Zu Beginn der Pandemie im März 2020 standen Aussagen, die heute sehr befremdlich wirken: Bundeskanzlerin Angela Merkel, Gesundheitsminister Jens Spahn und auch das Robert-Koch-Institut sehen das Tragen von Masken als "nicht notwendig" an, da das Virus nicht über den Atem übertragbar sei.

Wissenschaftler stimmen Politik bei Maskenpflicht um

Erst als Wissenschaftler nachdrücklich darauf aufmerksam machen, dass durch Masken eine flächendeckende Ausbreitung der Infektion durch das Covid-19-Virus verhindert werden kann, schwenken die Regierenden um: Am 4. April prescht Sachsen vor mit der Einführung einer Maskenpflicht, die anderen Bundesländer ziehen nach. Empfohlen werden die meist hellblauen OP-Masken, aber auch Schals und Tücher sind erlaubt.

In Bayern beschließt die Stadt Rosenheim aufgrund der vielen Infizierten am 22. April eine Maskenpflicht. Ab 27. April gilt diese dann in ganz Bayern für alle beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr für Personen ab dem Alter von sechs Jahren.

Selbstnähen soll gegen Maskenknappheit helfen

Der Run der Bundesländer auf den Mund-Nasen-Schutz beginnt: Ein "Maskenverbund Bayern" soll sicherstellen, dass Masken auch im eigenen Bundesland produziert werden. In den Landkreisen werden Vliesrollen verteilt, um das "effektive Selbstnähen" von Stoffmasken zu fördern. Und es wird eingekauft. Ende Mai verfügt der Freistaat über fast 150 Millionen Schutzmasken. Werbewirksam lassen sich Politiker bei Maskenlieferungen fotografieren. Später stellt sich heraus, dass einige von ihnen für die Vermittlung der Lieferungen hohe Provisionen erhalten haben.

Welche Maske ist am sichersten?

Im Dezember 2020 verbietet die Staatsregierung auf Grund einer BR-Recherche das Tragen von Klarsichtmasken, da diese nicht eng genug anliegen. Das Bayerische Gesundheitsministerium hatte keine tiefergehende Prüfung der Sicherheit der durchsichtigen Plastikmasken durchgeführt, diese sogar ausdrücklich empfohlen.

Dafür werden im Januar 2021 alle Bayern ab fünfzehn Jahren unter Androhung eines Bußgeldes von 250 Euro dazu verpflichtet, eine FFP-2-Maske beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr zu benutzen. Bayern ist das einzige Bundesland mit dieser strengen Regelung. Das Tragen von Stoffmasken wird verboten. Die Begründung der Staatsregierung: FFP2-Masken würden auch den Träger schützen. Es gibt Studien, die das unterstützen. Aber auch andere Meinungen: Christoph Spinner, Infektiologe am Klinikum Rechts der Isar in München sagt, es gebe bislang keine Belege dafür, dass FFP-2-Masken besser schützten als andere medizinische Mund-Nase-Bedeckungen. Deswegen sei es egal, welche Masken getragen würden. Wichtig sei aber, "dass eine Maske getragen wird".

Wie lange noch Maskenpflicht?

Spinner meint: frühestens bis Herbst dieses Jahres müssten Masken getragen werden, wahrscheinlich sogar noch länger. Denn auf Masken könne man erst verzichten, wenn in der Bevölkerung eine Herdenimmunität mit Hilfe von Impfungen erreicht sei. Dazu käme noch die Unberechenbarkeit der neuen Virusvarianten. Zwei Jahre Maskenpflicht sind also durchaus drin.

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