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Corona: Desinfektionsmittel statt Autopflege in Neuburg | BR24

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Wegen der hohen Nachfrage produziert eine Neuburger Firma nun statt Frostschutzmittel fürs Auto Desinfektionsmittel.

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Corona: Desinfektionsmittel statt Autopflege in Neuburg

Wer in letzter Zeit Desinfektionsmittel für die Hände kaufen wollte, stand oft vor leeren Regalen. Wegen der hohen Nachfrage produziert eine Neuburger Firma nun statt Frostschutzmittel fürs Auto Desinfektionsmittel. Der milde Winter macht's möglich.

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Die Abfüllanlagen der Firma Sonax in Neuburg an der Donau laufen auf vollen Touren. Wo normalerweise Frostschutz- und Reinigungsmittel für Autos in Plastikflaschen abgefüllt werden, fließt jetzt Hände-Desinfektionsmittel in Flaschen und Kanister. Die Idee wurde aus der Not geboren, weil der Markt leergefegt war. Und so produzierten die Mitarbeiter zunächst Desinfektionsmittel für den Eigenbedarf.

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Bis zu 60 Tonnen Desinfektionsmittel pro Tag

Anfang März hat die Firma dann mit den Behörden geklärt, ob die Firma das hergestellte Desinfektionsmittel auch verkaufen darf. "Das ging relativ unbürokratisch", sagt Manfred Hoffmann. Mittlerweile stellt das Unternehmen Hoffmann mit seinem Tochterunternehmen Sonax zwischen 50 und 60 Tonnen Desinfektionsmittel am Tag her.

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Unternehmen kann flexibel reagieren

Das Knowhow ist in dem Betrieb der chemischen Industrie mitten in Neuburg an der Donau vorhanden. Seit 130 Jahren baut das Unternehmen in der Region Kieselerde ab und stellt mit der Tochter Sonax Autopflegeprodukte her. Die Anlagen kommen der Firma in der Corona-Krise jetzt zur Hilfe. Die Produktpalette sei groß und daher sei man es gewöhnt, die Produktion flexibel umzustellen, erklärt Geschäftsführer Hoffmann.

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In Tanklastwagen wird das Ethanol für die Produktion des Desinfektionsmittel angeliefert.

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Die Firma produziert kleinere Flaschen für den Hausgebrauch ...

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... und große Kanister für Krankenhäuser und andere Betriebe.

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Die Etiketten entstehen in der eigenen Druckerei.

Großer Vorrat an Ethanol wegen des milden Winters

Sowohl für die Herstellung des Desinfektionsmittels als auch für die Autopflegeprodukte braucht die Firma Ethanol. Weil der Winter so mild war, ist das in großer Menge vorrätig und wird laut Geschäftsführer Hoffmann so schnell nicht ausgehen.

Plastikflaschen für Desinfektionsmittel werden knapp

Knapp werden hingegen die Plastikflaschen unterschiedlichster Größen, in die das Desinfektionsmittel gefüllt wird – vom kleinen Fläschchen für Jedermann bis zum großen Kanister für Krankenhäuser und andere Betriebe. Die Etiketten werden in der eigenen Druckerei hergestellt.

Gut 20 Euro für einen Liter Hand-Desinfektionsmittel

Der Liter Hand-Desinfektionsmittel kostet für den Endverbraucher gut 20 Euro. Die Produktion der Desinfektionsmittel ist auch ein gutes Geschäft und sichert so zugleich viele der knapp 600 Arbeitsplätze der Hoffmann Gruppe.

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