BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Corona: Bayerns Test-Strategie bleibt - Neue Hilfen beschlossen | BR24

© BR

Mindestens bis zur Einführung eines Impfstoffes gilt in Bayern weiterhin die Devise: Testen- und das kostenlos, jederzeit und auch ohne Symptome. An dieser Strategie wird erst einmal nicht gerüttelt.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Corona: Bayerns Test-Strategie bleibt - Neue Hilfen beschlossen

Die Corona-Teststrategie im Freistaat bleibt bestehen, die Situation in den Laboren soll aber in dieser Woche überprüft werden. Das hat das Kabinett vereinbart. Für Lockdown-Regionen wie das Berchtesgadener Land gibt es finanzielle Extra-Hilfen.

Per Mail sharen
Von
  • Maximilian Heim

Kostenlos, ohne Symptome, jederzeit: Wie erwartet hält die Staatsregierung vorerst an diesem bayerischen Sonderweg bei der Corona-Teststrategie fest. Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) zufolge sind die Testlabore im Freistaat trotz anderslautender Berichte nicht am Kapazitätslimit. Im Mittel der vergangenen sieben Tage seien in Bayern täglich 47.000 Tests durchgeführt worden. Insgesamt seien pro Tag 78.000 Tests möglich.

Rechnerisch sei also sogar noch "Kapazität nach oben", betonte Herrmann nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts in München. Er versicherte aber auch, die Klagen von Ärzten und Laboren ernst zu nehmen. In dieser Woche soll es daher eine Evaluierung der aktuellen Situation geben. Zudem werde geprüft, wo etwa die neuen Corona-Schnelltests künftig eingesetzt werden könnten und welche bayerischen Testzentren zusätzliche Unterstützung brauchen.

Herrmann: "keine beliebige Massentestung"

Genau wie zuletzt Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte Herrmann, die bayerische Teststrategie habe sich bewährt. Auch das Ergebnis kommt nach seinen Angaben im Regelfall innerhalb von 48 Stunden an. Das Testangebot für alle sei auch "keine beliebige Massentestung der gesamten Bevölkerung", sagte der Staatskanzleichef. Ihm zufolge wird das Angebot gut angenommen - etwa vor einem Besuch bei den Großeltern.

Bereits am Montag hatte Söder klargestellt: Wer Symptome habe oder fühle, müsse sich weiterhin testen lassen können. Der Ministerpräsident hatte auch bereits angekündigt, dass die Tests in Bayern für die Bürgerinnen und Bürger kostenlos bleiben sollen. Eine zuletzt vom Robert Koch-Institut empfohlene Anpassung der Teststrategie - keine Tests bei nur einem Symptom wie Schnupfen - lehnt Söder ab. Auch das Kabinett hat sich heute laut Staatskanzleichef Herrmann dagegen ausgesprochen.

SPD: Nicht nachvollziehbar

Für die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Ruth Waldmann, ist das Festhalten an der bayerischen Teststrategie nicht nachvollziehbar. Die Statements von überlasteten Laboren und Ärzten seien eindeutig, sagte Waldmann bei BR24Live. "Ich verstehe nicht, wieso jetzt noch eine lange Evaluierung kommen soll."

Waldmann betonte auch, die teils bereits ausgelieferten Schnelltests seien "eine schöne Ergänzung, aber kein Allheilmittel". Zudem seien sie "kein Freibrief für unvorsichtiges Verhalten", warnte die SPD-Politikerin. Alles Weitere zur jüngsten Debatte über die bayerische Teststrategie finden Sie hier.

© BR

Die bayerische Staatsregierung hält weiter an ihrer Teststrategie fest

Bayern: Hilfen für Lockdown-Regionen

Wie angekündigt brachte das Kabinett heute auch zusätzliche Hilfen für die Landkreise Berchtesgadener Land und Rottal-Inn sowie die Städte Rosenheim und Augsburg auf den Weg. Dort hatten die Behörden - unabhängig vom bundesweiten Teil-Lockdown im November - wegen hoher Corona-Zahlen regionale Lockdowns angeordnet.

Dabei geht es laut der Staatskanzlei um "zusätzliche bayerische Lockdown-Hilfe in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro". Das Geld soll an Firmen und Selbstständige gehen, die von den regionalen Ausgangsbeschränkungen und ähnlichen Maßnahmen wie Gastro-Schließungen betroffen waren. Der Freistaat stockt die Bundeshilfen für den Teil-Lockdown im November in den betroffenen Regionen auf - im Berchtesgadener Land um knapp 39 Prozent, im Kreis Rottal-Inn um 16 Prozent und in Augsburg und Rosenheim jeweils um gut 3,5 Prozent. Bedingung: Die Firmen müssen schon erfolgreich November-Hilfen des Bundes beantragt haben. Die Anträge laufen über die Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern.

Aiwanger: Wirtschaftshilfen bis Mitte 2021 verlängert

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) erklärte auch, dass die bisherigen bayerischen Hilfsmaßnahmen für die Wirtschaft bis Mitte 2021 verlängert werden. Als Beispiele nannte er Schnellkredite sowie den sogenannten BayernFonds. Auch für die Tagespflege-Einrichtungen im Freistaat soll es neue Unterstützung geben: Gesundheitsministerin Melanie Hulm (CSU) kündigte einen Rettungsschirm in Höhe von 50 Millionen Euro an. Die Einrichtungen sind ihr zufolge von zentraler Bedeutung, "um Familien mit pflegebedürftigen Menschen zuhause zu entlasten".

Huml und Herrmann präsentierten auch die aktuellen Corona-Zahlen für Bayern. Demnach wurden seit Montag 2.971 Neuinfektionen verzeichnet, 38 Menschen sind innerhalb eines Tages an oder mit Covid-19 gestorben. Aktuell werden 2.140 Covid-Patienten in bayerischen Krankenhäusern behandelt, knapp 400 in intensivmedizinischen Betten mit Beatmungsmöglichkeit.

© BR

Der Bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger verkündet nach der Sitzung des bayerischen Kabinetts zusätzliche Hilfen für die Landkreise, die bereits im Oktober einen Lockdown verkündet hatten.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!