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Corona: Bayern führt Maskenpflicht an Schulen ein | BR24

© dpa-Bildfunk / Marijan Murat

In Bayern gilt ab September eine Maskenpflicht auf dem Schulgelände.

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    Corona: Bayern führt Maskenpflicht an Schulen ein

    Um im September wieder den schulischen Regelbetrieb zu starten, hat Bayern nun eine Maskenpflicht für Schulen eingeführt. Außerdem sollen je nach Infektionsgeschehen weitere Hygienekonzepte greifen. Der BLLV befürwortet diese Maskenpflicht.

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    Gut fünf Wochen vor Ende der Sommerferien hat die bayerische Landesregierung angekündigt, an bayerischen Schulen eine Maskenpflicht einzuführen. Sie werde bis zum Platz im Klassenzimmer gelten - auch in Grundschulen, so Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Freitag in München.

    Je nach Entwicklung der Corona-Pandemie sei regional auch eine Maskenpflicht während des Unterrichts möglich. Bisher galt an Schulen nur ein Maskengebot, dass die Schüler, laut Ministerium, gut umgesetzt haben.

    Ziel aller Maßnahmen sei es, zu Schulbeginn den Regelbetrieb ohne Mindestabstand, aber unter besonderen Hygienebedingungen gewährleisten zu können. "Das ist der große Wunsch. Darauf arbeiten wir hin", so Piazolo. Voraussetzung hierfür sei jedoch, dass sich das Infektionsgeschehen weiterhin positiv entwickelt. Außerdem habe die Gesundheit bei allen Maßnahmen oberste Priorität, so der Minister weiter.

    Vier-Stufen-System - je nach Infektionslage

    Zum Unterrichtsbeginn am 8. September soll mögliche Maßnahmen in einem “Vier-Stufen-Plan" an sämtlichen bayerischen Schulen greifen, auch bei Grundschulen. Dabei beziehen sich die Maßnahmen der Stufen 2, 3 und 4 auf das Infektionsgeschehen der Landkreise bzw. der kreisfreien Städte. Bei einer hohen regionalen Infektionszahl kann an dortigen Schulen auch eine Rückkehr zum Distanzunterricht nötig sein. Dies würde der vierten und höchsten Stufe des Modells entsprechen.

    Dieses Szenario würde bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner greifen, die binnen sieben Tagen in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt aufkommen. Der Wert entspricht dem bundesweiten Grenzwert, ab dem Kommunen als Risikogebiet gelten.

    Laut Piazolo wird in Stufe 2 (mehr als 20 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner) auch im Unterricht eine Maskenpflicht eingeführt, in Stufe 3 (mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner) greifen dann Regelungen zum Einhalten eines Mindestabstands von 1,50 Meter. Aus Platzgründen müssten in diesem Szenario die Klassen auf mehrere Räume verteilt oder die Klassen abwechselnd unterrichtet werden.

    Kommt es zu einem Infektionsgeschehen an eingrenzbaren Orten, wie etwa Agrarbetrieben oder Heimen, könne es zu Ausnahmen der Regelungen kommen, so Piazolo.

    Einen Sonderfall des Vier-Stufen-Plans stellt die Stufe 1 dar, der im Bereich der einzelnen Schulen gilt. Die Stufe greift, wenn es zu einzelnen Corona-Verdachtsfällen in Klassen oder Schulen kommt. Hier gelten dann entsprechende Hygienemaßnahmen. So könnte etwa für betroffene Schulklassen wieder der Präsenzunterricht entfallen, so ein Sprecher des Kultusministeriums. Die situationsbedingten Regelungen und Maßnahmen treffen dann die Schulen im engen Austausch mit dem Gesundheitsministerium.

    Corona-Warn-App und freiwillige Reihentests bei Lehrern sollen weitere Ausbreitung verhindern

    Für alle Lehrkräfte werde zudem das Angebot einer freiwilligen Reihentestung bestehen. Eine Pflicht dazu wird aber laut Piazolo nicht eingeführt. Bei entsprechenden Symptomen werde es aber ohnehin entsprechende Tests für Schüler und Lehrer geben.

    Auch mehrtägige Klassenfahrten seien bis mindestens Ende Januar 2021 nicht möglich. Der Minister erinnerte die Lehrkräfte für ihre Urlaubsreisen zudem an die Vorgabe des Freistaats: Wer aus einem Risikogebiet zurückkomme, müsse eine anschließende zweiwöchige Quarantäne danach mit einplanen - auch bei einem negativen Test. Eine Verlängerung der Ferien gibt es für sie nicht und auch keine Freistellung vom Dienst, wie ein Schreiben der Staatsregierung klarstellt.

    In jedem Fall müssten Lehrer in einem solchen Fall von Zuhause aus arbeiten. Weitere disziplinarische Maßnahmen ließ der Minister offen. Dafür sei eine Prüfung des Einzelfalls nötig. "Insgesamt muss man sich sehr überlegen, ob man in Risikogebiete geht", mahnte Piazolo.

    BLLV: Maskenpflicht ist notwendig, aber "harte Nummer"

    Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) zeigt Verständnis für die Entscheidung zur Maskenpflicht in Schulen. Präsidentin Fleischmann sagte am Abend im BR-Fernsehen, die Schüler wollten helfen, dass die Gesundheit der Bevölkerung erhalten bleibt.

    Gleichzeitig sprach sie von einer "harten Nummer", dass Lehrer künftig darauf achten müssen, dass alle Schüler auf dem Weg zu ihrem Platz im Klassenzimmer eine Maske tragen. In ihren Augen ist es nur schwer vorstellbar, wenn Pädagogen und Schüler sich nicht ins Gesicht sehen können. Wörtlich fügte sie aber hinzu: "Wenn's denn so sein muss, (...) werden wir das irgendwie durchziehen müssen."

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