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Corona: Ausgangsbeschränkungen und ihre Folgen für Senioren | BR24

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Die Ausgangsbeschränkungen wegen des Coronavirus treffen Senioren oft besonders hart.

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Corona: Ausgangsbeschränkungen und ihre Folgen für Senioren

Die Aufforderung "Bleibt zuhause!" gilt für alle Personen, aber besonders für ältere Menschen. Als Risikogruppe sollen sie geschützt werden. Doch wie geht es ihnen damit? Ein Gerontopsychiater am Bezirkskrankenhaus Bayreuth klärt auf.

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Das Coronavirus beeinflusst das tägliche Leben enorm. Vor allem ältere Menschen zählen zur Risikogruppe. Deshalb müssen sie besonders geschützt werden. Doch die Ausgangsbeschränkungen treffen sie besonders hart. Mit ein paar übernommenen Einkäufen ist den Senioren, laut Gerontopsychiater Dr. Christian Mauerer vom Bayreuther Bezirkskrankenhaus, noch nicht geholfen.

Vereinsamung und Hamsterkäufe

Die momentane Situation wecke bei Senioren alte Ängste, scheinbar verblasste Erinnerungen kommen wieder hoch. "Das erklärt vielleicht auch manche Bevorratungsskäufe der älteren Menschen. Dass sie eben nie wieder in diese Situation der Hilflosigkeit, der Einschränkung und der Not kommen. Zum anderen sehe ich aber auch das Problem einer Verstärkung des bisherigen Alleinseins, der Isolation, des Verlassen-Seins und dem muss die Gesellschaft jetzt vehement entgegenwirken", erklärt Christian Mauerer.

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Die Aufforderung "Bleibt zuhause!" gilt für alle Personen, aber besonders für ältere Menschen. Als Risikogruppe sollen sie geschützt werden.

Versorgung mit Nahrung alleine reicht nicht

Mit den solidarischen Hilfsangeboten – wie Einkaufserledigungen – ist es laut Mauerer nicht getan: "Vielmehr sollte jetzt zur Nahrungsmittelversorgung eine emotionale Versorgung dazu kommen." Es wundert den Fachmann nicht, dass noch immer Seniorinnen und Senioren im Supermarkt unterwegs sind. Seiner Meinung nach geht es den Menschen darum, der Einsamkeit und Isolation zu entfliehen und persönlichen Kontakt zu anderen zu haben.

"Mein Wunsch wäre jetzt, dass jeder die geschenkte Zeit durch die Krise nutzt, um einfach mal seine Kontakte aufleben zu lassen. Seine alten Telefonbücher durchforsten. Wen kann ich mal anrufen, um wen kann ich mich kümmern. Wer bedarf vielleicht eines Anrufs, eines Briefes, eines Päckchens. Ob es die Eltern sind, die Nachbarn, Kontakte, die seit Jahren nicht mehr gepflegt wurden." Christian Mauerer
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regionalZeit - Franken

Von
  • Anja Bischof
  • BR24 Redaktion
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