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Die Forstbetriebe Ebrach werben mit Corona-Ausflugstipps und wollen Wanderer in den Steigerwald locken. Doch das sorgt für Ärger.

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Corona-Ausflugstipps im Steigerwald sorgen für Ärger

Die Forstbetriebe Ebrach werben mit Corona-Ausflugstipps und wollen Wanderer in den Steigerwald locken. Doch die Anwohner sind genervt von den vielen Autos und der Lautstärke, vor allem am Wochenende.

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Frisches Grün, geheimnisvolle Wege zwischen hohen Bäumen, die Vögel zwitschern, am Wegesrand wächst frischer Bärlauch: Der Steigerwald ist derzeit ein beliebtes Ausflugsziel für viele Würzburger, Schweinfurter und Bamberger. Große Ausflüge sind ja in Zeiten des Coronavirus verboten. Deshalb erkunden viele Menschen ihr nahes Umfeld. Im Wald ist außerdem genügend Platz, um die Abstandsregeln einzuhalten.

Forstbetriebe werben mit Coronavirus-Ausflugstipps im Steigerwald

Die Forstbetriebe Ebrach (Lkr. Bamberg) werben deshalb jetzt mit Coronavirus-Ausflugstipps auf einer extra Wanderkarte und wollen Wanderer in den Steigerwald locken. "Weil die Leute sowieso nicht weit weg fahren können, bietet es sich an, den Steigerwald als Naherholungsgebiet zu nutzen. Hier können sich die Wanderer erholen und Corona einfach mal vergessen", so Ulrich Mergner, der Chef der Bayerischen Staatsforsten im Steigerwald. Einer der Wanderwege: der Böhlgrund bei Knetzgau (Lkr. Haßberge). Der Weg verläuft entlang des Böhlbachs und durch mystische Schluchtenwälder.

Ausflügler und Wanderer sorgen für Unmut bei Anwohnern

Doch die meisten Wanderer kommen mit dem Auto und machen Lärm. Das sorgt für Ärger bei den Anwohnern, zum Beispiel in Zell am Ebersberg (Lkr. Haßberge). "Am Sonntagnachmittag ist es unerträglich. Ich sitze manchmal mit Ohrenschutz auf dem Liegestuhl", beklagt Anwohner Armin Seelmann. Weiteres Problem: Die Wanderer parken den Fahrweg zum Böhlgrund zu. Diesen Wirtschaftsweg dürften eigentlich nur land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge befahren. Größere Traktoren und forstwirtschaftliche Fahrzeuge kommen kaum durch.

Tipp vom Bürgermeister: Ein paar Kilometer weiter fahren

Als Kompromiss werden die Forstbetriebe nun einen Parkplatz mit Baumstämmen versperren. "Das ist eine kurzfristige Lösung. Längerfristig brauchen wir ein Gesamtkonzept für dieses Gebiet, das sowohl die Park- als auch die Wander- und Mountainbike-Möglichkeiten umfasst", so Mergner. Im Steigerwald gebe es außerdem viele weitere schöne Ecken, in denen man wandern kann. "Die Wanderer können einfach ein paar Kilometer weiter fahren. Wenn jeder hier ein bisschen Toleranz zeigt, ein bisschen Rücksicht nimmt, lässt sich das Problem ganz gut in den Griff kriegen", hofft Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus (SPD/CWG).

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