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Corona-Ausbruch: Helios-Klinik Erlenbach weist Kritik zurück | BR24

© BR/Carol Lupu
Bildrechte: Helios-Klinik Miltenberg-Erlenbach

Durch einen Zeitungsbericht war die Heliosklinik Miltenberg-Erlenbach in die Kritik geraten. Der Vorwurf: Verstoß gegen Anti-Corona-Maßnahmen. Die Klinik reagiert empört.

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Corona-Ausbruch: Helios-Klinik Erlenbach weist Kritik zurück

Ein mangelndes Hygienekonzept und eingeschränkte Corona-Tests: Unter anderem deshalb steht die Helios-Klinik in Erlenbach im Landkreis Miltenberg in der Kritik. Das Krankenhaus weist die Vorwürfe örtlicher Medien zurück.

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Von
  • Carol Lupu
  • Leon Willner

Es liest sich wie ein Skandal: Inmitten des zweiten Lockdowns in Bayern hält ein Krankenhaus im Landkreis Miltenberg sein Personal an, fünf Tage lang dieselbe FFP2-Maske zu tragen. Die Mitarbeitenden sollten die Masken jeweils mit ihrem Namen beschriften und nach Dienstschluss im Spind verwahren, so berichtet es die Regionalzeitung "Bote vom Untermain". Anfang Februar infizieren sich mindestens 46 Mitarbeitende der Klinik mit dem Coronavirus.

Vorwürfe gegen mangelndes Hygienekonzept der Helios-Klinik

Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk hat die Heliosklinik die Vorwürfe jetzt zurückgewiesen. In dem Bericht hieß es zum Beispiel, dass es kaum Corona-Tests gegeben hätte. Wegen Mängeln im Hygienekonzept habe das Gesundheitsamt Miltenberg der Klinik einen "Aufgabenkatalog" auferlegt, der jetzt zu befolgen sei.

Die Klinik reagierte mit einer ausführlichen Stellungnahme. Statt eines "Aufgabenkatalogs" spricht sie von einem "engen, konstruktivem Austausch mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Miltenberg". In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt sei das Hygienekonzept der Klinik aufgrund der Neuinfektionen neu bearbeitet worden.

FFP2-Masken in bayerischen Krankenhäusern nicht verpflichtend

Außerdem äußerte sich das Krankenhaus zur Maskenpflicht: FFP2-Masken seien in Krankenhäusern Bayerns gesetzlich nicht verpflichtend. Das gesamte Personal der Helios-Kliniken Miltenberg und Erlenbach trage trotzdem seit Mitte Dezember FFP2-Masken im Dienst. Zuvor seien die FFP2-Masken vor allem in Bereichen mit Kontakt zu ansteckenden Patienten verwendet worden.

Zu der Behauptung, man habe Testungen "versäumt", gab die Klinik zu Protokoll, dass seit dem 1. Februar 2021 alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mithilfe eines Antigen-Schnelltests auf eine Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus getestet worden seien. Es sei jedoch das Ziel, die vorhandenen Test-Kapazitäten möglichst zielgerichtet einzusetzen. Ob und wann ein PCR-Test durchgeführt werde, dass würde nicht die Klinik, sondern das Gesundheitsamt auf Basis der jeweiligen Kriterien vorgeben.

Miltenberger Landrat Scherf weist Vorwürfe zurück

Ähnlich wie die Klinik äußert sich auch das Landratsamt in Miltenberg, zu dem das Gesundheitsamt gehört. Auch dem Landrat Jens Marco Scherf (Die Grünen) wurde in dem Bericht vorgeworfen, er habe nicht genügend Distanz zur Helios-Klinik, weil das Klinik-Gelände das Impfzentrum des Landkreises beherberge. Der Landrat weist die Nähe zur Klinik entschieden zurück.

Verdi sieht keine Versäumnisse bei den Helios-Kliniken

Auch die Gewerkschaft Verdi sieht bei den Helios-Kliniken in Erlenbach keine auffallenden Versäumnisse. Stefan Kimmel von Verdi hat insgesamt mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von 14 Kliniken in Unterfranken zu tun. Dort vertritt er die Arbeitnehmer-Interessen. "Dass sich Infektionen ausbreiten, wie es Helios derzeit erlebt, ist in fast alle Kliniken so. Natürlich gibt es Unterschiede unter den Häusern, aber die seien in dem Fall nicht wesentlich", so der Gewerkschaftssprecher.

"Wir sehen ja, dass das Hygiene- und Sicherheitssystem der Helios-Klinik gut gewesen ist, da es lange zu keiner Infektion im Haus gekommen ist", sagte Michael Fertig, Betriebsrat im Klinikum. Aber in solch einer dramatischen Situation und mit hohen Inzidenzzahlen bleibe das nicht aus.

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