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Corona-Ausbruch bei Erntehelfern: Vorwürfe gegen Staatsregierung | BR24

© BR/Rudolf Heinz

In der niederbayerischen Gemeinde Mamming steht ein landwirtschaftlicher Betrieb unter Quarantäne.

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    Corona-Ausbruch bei Erntehelfern: Vorwürfe gegen Staatsregierung

    Nach der Corona-Masseninfektion auf einem Bauernhof in Mamming üben SPD und Grüne im Landtag scharfe Kritik an der Staatsregierung. "Der Ausbruch kam mit Ansage", moniert zum Beispiel der SPD-Verbraucherschutzexperte Florian von Brunn.

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    Nach einer Corona-Masseninfektion unter Erntehelfern auf einem Bauernhof in Mamming im Landkreis Dingolfing-Landau sieht der SPD-Verbraucherschutzexperte Florian von Brunn die Staatsregierung in der Mitverantwortung. Schon nach dem Corona-Ausbruch in einem Geflügelschlachthof in Bogen waren im Mai fast 90 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Daher habe man schon Mitte Mai ein Sonderkontrollprogramm auch für Bauernhöfe mit Erntehelfern gefordert, so von Brunn.

    "Gerade die Hygienebedingungen am Arbeitsplatz und die Wohnverhältnisse müssen aus unserer Sicht scharf kontrolliert werden. Das ist offensichtlich nicht passiert. Dieser Ausbruch kam mit Ansage. Markus Söder und die zuständige Ministerin Huml tragen deshalb eine Mitverantwortung." SPD-Verbraucherschutzexperte Florian von Brunn

    Erntehelfer für Hopfenernte benötigt

    Von Brunn hatte zum Thema Wohnverhältnisse eine Landtags-Anfrage an die Staatsregierung gestellt. In der Antwort habe die Gesundheitsministerin "die Verantwortung auf die Betriebe und die Gesundheitsämter vor Ort abgeschoben".

    Auch die SPD-Landwirtschaftssprecherin Ruth Müller hält das bisherige Vorgehen der Staatsregierung für unzureichend. Die Hopfenernte stehe vor der Tür, auch dafür würden wieder zahlreiche Erntehelfer benötigt. In den Gemeinden warte man noch auf klare Vorgaben der Staatsregierung.

    "Der Fall in Mamming zeigt, dass die Staatsregierung offenbar nichts aus dem Ausbruch am Schlachthof in Bogen und aus den Fällen in den anderen Bundesländern gelernt hat." SPD-Landwirtschaftssprecherin Ruth Müller

    "Gefährlicher schwarzer Fleck"

    Auch der parlamentarische Geschäftsführer der Landtags-Grünen, Jürgen Mistol, übt scharfe Kritik an der Staatsregierung. Die hygienischen Zustände bei der Unterbringung von Saisonarbeitskräften in Sammelunterkünften seien der schwarz-orangen Landesregierung auch in Corona-Zeiten "reichlich egal".

    "Solange hier nicht näher hingeschaut und eine wirksame Kontrollstruktur mit konsequenter Ahndung von Verstößen eingezogen wird, haben wir bei der landwirtschaftlichen Ernte einen gefährlichen schwarzen Fleck." Jürgen Mistol, parlamentarischer Geschäftsführer der Landtags-Grünen

    Das könne sich bitter rächen, so Mistol, wenn solche lokalen Infektionsgeschehnisse ausgreifen würden und dann regionale Lockdowns angeordnet werden müssten.

    Gesundheitsministerin äußert sich

    Um 15 Uhr haben sich die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) und der Landrat von Dingolfing-Landau, Werner Bumeder (CSU), vor Ort in Dingolfing geäußert.

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