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Corona-Auflagen: Enttäuschung bei Händlern, Hoteliers und Wirten | BR24

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Die Wirtschaft hatte sich schnellere Lockerungen der Corona-Auflagen erhofft, vor allem das Gastgewerbe und die Hotellerie. Immerhin dürfen Läden bis zu einer Fläche von 800 Quadratmetern schon bald wieder öffnen.

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Corona-Auflagen: Enttäuschung bei Händlern, Hoteliers und Wirten

In Bezug auf die Modifizierungen der Corona-Auflagen zeigt sich das unterfränkische Hotel- und Gaststättengewerbe enttäuscht. Auch der Aschaffenburger Einzelhandel bedauert, dass Geschäfte nur schrittweise wieder öffnen dürfen.

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Von
  • Julia Dechet
  • Marcus Filzek
  • Corona-Pandemie: Das Wichtigste zur aktuellen Situation in Unterfranken erfahren Sie hier.

Nachdem die Bundesregierung und die bayerische Staatsregierung die Corona-Auflagen modifiziert haben, bedauert der Aschaffenburger Einzelhandel die Entscheidung der Staatsregierung, dass Geschäfte nur schrittweise wieder öffnen dürfen. Auch das unterfränkische Hotel- und Gaststättengewerbe zeigt sich, was die Regelungen angeht, enttäuscht.

DEHOGA: Hotels und Gaststätten stünden unter wirtschaftlichem Druck

"Das unterfränkische Hotel- und Gaststättengewerbe ist enttäuscht über die Entscheidung der Bundesregierung und der bayerischen Staatsregierung", äußerte sich Michael Schwägerl, der unterfränkische Bezirksgeschäftsführer des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA), am Donnerstag . Dass die strengen Bestimmungen für Hotels und Gaststätten bis mindestens zum 4. Mai gelten, erhöhe laut Schwägerl den wirtschaftlichen Druck auf die Betriebe.

Schwägerl zufolge beginne die touristische Saison in Unterfranken mit dem Osterfest und der Spargelzeit und viele Wirte und Hoteliers vermissten bereits jetzt Fahrradtouristen am Main oder Kurgäste in den unterfränkischen Heilbädern. Die Möglichkeit des Außerhausverkaufs für Gaststätten und die Übernachtungen von Geschäftsreisenden für Hoteliers seien lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein, insbesondere auch deshalb, weil Tagungen und Veranstaltungen auch weiterhin nicht stattfinden können. Sollte diese Situation über den Mai hinaus noch andauern und es dadurch zu vermehrten Absagen – etwa bei Hochzeitsfeiern – kommen, sei zu laut Schwägerl befürchten, dass es zu Insolvenzen und endgültigen Betriebsschließungen gerade bei Kleinbetrieben kommen werde.

Einzelhandelsverband befürchtet, Innenstädte könnten an Attraktivität verlieren

"Wir werden nachher mit offenen Geschäften betriebswirtschaftlich schlechter dastehen, als wir heute dastehen, wenn unsere Geschäfte zu sind.", sagte Michael Kahl, Vorsitzender des Aschaffenburger Einzelhandelsverbandes, im BR-Gespräch. Vom Grundsatz her sei es zwar gut, ein Stück weit zur Normalität zurückzukehren. Die Unterschiede in den Regelungen würden aber dazu führen, dass die Innenstädte nicht die Attraktivität hätten, die sie eigentlich bräuchten, so Kahl weiter.

Kahl hätte es begrüßt, wenn der Einzelhandel in Gänze wieder öffnen hätte können – natürlich unter Berücksichtigung der Gesundheit aller Menschen. Gerade die Einschränkungen bezüglich der Fläche des Geschäfts und bezüglich der Gastronomie bereiten Michael Kahl Sorge. Wenn die Innenstädte weiterhin unbelebt bleiben, befürchtet er, dass manche Geschäfte nach der Öffnung nicht einmal oder nur gerade so ihre Personalkosten erwirtschaften können. Der größte Kostenblock im Einzelhandel seien Personalkosten, die momentan noch über Kurzarbeit geregelt werden.

IHK begrüßt Lockerungen – Catering- sowie Messe- und Veranstaltungsbranche im kritischen Bereich

"Die vorgeschlagenen Lockerungen sind ein erster wichtiger Schritt in Richtung Normalisierung des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens", betonte Prof. Dr. Ralf Jahn, Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt. Für Teile der Wirtschaft sei es erstmals wieder möglich zu planen. Die ab 20. beziehungsweise 27. April geplante Wiedereröffnung von Teilbereichen des Einzelhandels sei laut Jahn gut und wichtig: "Gerade die kleineren Betriebe brauchen dringend Einnahmen, um auf Dauer ihre Kosten stabil decken zu können."

Die Begrenzung der Ladengröße auf 800 Quadratmeter sei laut Jahn nicht nachvollziehbar, da Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln unabhängig von den Ladenflächen gewährleistet werden könnten. Wie in anderen Bundesländern müsse es größeren Geschäften erlaubt werden, Ladenflächen auf das zulässige Maß von 800 Quadratmetern zu verkleinern. "Weniger Geschäft ist besser als gar kein Geschäft!", äußerte sich Jahn. Event- und Cateringbereich sowie dem Messe- und Veranstaltungsgeschäft werde es dagegen schwer, weitere Wochen ohne Geschäftstätigkeit zu überstehen. "Für diese Unternehmen müssen dringend zusätzliche Maßnahmen überlegt und getroffen werden. Anders werden wir viele dieser Unternehmen nicht über die Zeit retten", so der IHK-Chef.

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