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Corona-Anstieg: Münchner Krisenstab berät über weiteres Vorgehen | BR24

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Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz in München seit Freitag über den kritischen Wert steigt, berät heute ein Corona-Krisenstab über den weiteren Umgang mit den Infektionszahlen. Bisher wurde lediglich die Maskenpflicht im Schulunterricht verlängert.

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Corona-Anstieg: Münchner Krisenstab berät über weiteres Vorgehen

Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz in München seit Freitag über den kritischen Wert steigt, berät heute ein Corona-Krisenstab. Ministerpräsident Söder (CSU) zeigt sich besorgt. Bisher wurde lediglich die Maskenpflicht im Schulunterricht verlängert.

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Der Münchner Corona-Krisenstab berät über den weiteren Umgang mit den Infektionszahlen. Diese seien "schlicht und einfach zu hoch", betont auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU). "Wir sehen die Lage jetzt einfach als ernst an. München ist zu groß, um es einfach jetzt zu ignorieren und laufen zu lassen." Söder betonte, dass er in engem Austausch mit Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) stehe. "Wir stimmen uns da eigentlich täglich ab miteinander."

Mögliche Konsequenzen, die der Krisenstab berät, wäre etwa die bereits von Söder angeregte Maskenpflicht auf besonders gut besuchten öffentlichen Plätzen. Die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen während des Unterrichts wurde in München verlängert. Zudem gelten an bestimmten Orten Alkoholverbote.

München überschreitet Corona-Grenzwert

Die Stadt hatte bereits am Freitag die Grenze von 50 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner überschritten, ab der weitere Maßnahmen zum Infektionsschutz ergriffen werden sollen. Am Samstag und Sonntag stieg diese sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz weiter. Zuletzt lag sie nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei 55,6 - nach 50,7 am Freitag und 54,2 am Samstag.

Allein am Samstag wurden demnach in ganz München 78 neue Corona-Fälle gemeldet. Insgesamt sind in der Landeshauptstadt bislang 10.659 Infektionen bestätigt. In dieser Zahl enthalten sind 9.032 Personen, die bereits genesen sind sowie 223 Todesfälle.

Verlängerung der Maskenpflicht im Schulunterricht

Bislang hat die Stadt als Reaktion auf die höheren Zahlen die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen verlängert. Vor zusätzlichen Maßnahmen wollte sich die Stadtspitze zunächst die weiteren Entwicklung ansehen.

Besondere Brisanz haben die gestiegenen Werte in München auch deshalb, weil in der bayerischen Landeshauptstadt am Wochenende eigentlich das Oktoberfest begonnen hätte. Anstelle des wegen der Pandemie abgesagten Volksfestes findet derzeit in mehr als 50 Gaststätten in der Stadt eine sogenannte "Wirtshaus-Wiesn" unter den üblichen Hygieneauflagen statt. Die Veranstaltung ist angesichts der Infektionszahlen umstritten. Am Wochenende begann sie allerdings laut Veranstaltern und Polizei ohne größere Zwischenfälle.

"Wirtshaus-Wiesn" in der Kritik

Trotzdem steht die Veranstaltung in der Kritik. Der Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing, Clemens Wendtner, sagte, er sehe diese "Wiesn light" eher "skeptisch bis sorgenvoll", Anne Hübner, SPD-Fraktionsvorsitzende im Rathaus, plädierte auf Twitter dafür, dass "dieses Spektakel" bald ein Ende finde - "entweder durch Regen oder durch eine Regelung".

Drei bayerische Städte liegen derzeit über dem Corona-Grenzwert. Neben München liegt auch das oberfränkische Kulmbach knapp über dem Grenzwert von 50. Deutlich darüber liegt Würzburg mit fast 80. In ganz Deutschland wurden am Sonntag mehr als 1.300 neue Corona-Fälle gemeldet. Da nicht alle Gesundheitsämter am Wochenende Daten übermitteln, dürfte die tatsächliche Zahl aber höher liegen. Gestern wurden insgesamt 2.300 Neuinfektionen registriert.

Mit dpa-Material

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