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Die Krankenhausampel in Bayern springt auf die höchste Alarmstufe um. Zur aktuellen Corona-Lage äußert sich Gesundheitsminister Holetschek im BR-Interview.

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Corona-Ampel auf Rot: Das gilt jetzt in Bayern

Die Corona-Krankenhausampel in Bayern zeigt Rot - die höchste Warnstufe ist in Kraft. Damit gelten im gesamten Freistaat schärfere Corona-Beschränkungen mit 2G, 3G plus und 3G. Ein Überblick.

Von
Petr JerabekPetr Jerabek
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Wegen der zahlreichen Covid-Patienten auf den Intensivstationen steht die bayerische Corona-Krankenhausampel auf Rot. Damit gelten bayernweit strengere Corona-Beschränkungen. Betroffen sind davon insbesondere Menschen, die weder genesen noch vollständig gegen Corona geimpft sind.

2G gilt in Fitnessstudios, Sportstätten, Theater, Kinos und Zoos

Bei vielen Kultur-, Sport- und Freizeitangeboten bleibt Ungeimpften der Zutritt in der Regel verwehrt: Denn aus 3G oder 3G plus wird vielerorts zwingend 2G. Das betrifft zum Beispiel Fitnessstudios und Sportstätten, Theater, Kinos und Museen, Zoos, Bäder, Solarien und Seilbahnen sowie den touristischen Bahn- und Reisebusverkehr. Ausgenommen sind von dieser 2G-Beschränkung Kinder unter zwölf Jahren. Für sie ist in Europa noch kein Corona-Impfstoff zugelassen.

Schülerinnen und Schüler ab zwölf dürfen - wie Erwachsene auch - ohne Impf- oder Genesenen-Nachweis nicht mehr ins Kino, Theater oder zum Fußballspiel ins Stadion. Nach massiver Kritik beschloss die Staatsregierung aber eine Übergangsregelung, die ungeimpften 12- bis 17-jährigen Schülern vorerst noch bestimmte Aktivitäten ermöglicht: Bis 31.12. sind sie zu "sportlichen und musikalischen Eigenaktivitäten und Theatergruppen" zugelassen.

Darüber hinaus können Veranstalter oder Betreiber "ausnahmsweise" auch Menschen Zutritt gewähren, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Allerdings müssen diese Besucher oder Kunden ein schriftliches ärztliches Zeugnis "im Original" mit vollständigem Namen und Geburtsdatum sowie einen negativen Test vorlegen.

Bei Diskotheken, Clubs und Bordellen, wo schon bei der gelben Stufe 2G verpflichtend wurde, bleibt es dabei: Auch dort dürfen nur Geimpfte und Genesene hinein.

3G plus gilt bei Friseuren, in der Gastronomie und in Hotels

In Cafés, Restaurants, Hotels, Pensionen sowie bei körpernahen Dienstleistungen wie Friseuren und Kosmetikern bleibt es in Innenräumen bei der 3G-plus-Regel. Dort dürfen also neben vollständig Geimpften und Genesenen auch Menschen mit einem aktuellen negativen PCR-Test bedient werden. Für Schülerinnen und Schüler reicht die Vorlage ihres Schülerausweises, da sie in der Schule regelmäßig getestet werden. Kinder unter zwölf Jahren brauchen keinen Testnachweis.

3G gilt in Hochschulen und Bibliotheken

Ein negativer Schnelltest genügt laut der Corona-Verordnung weiterhin für den Zugang zu "Hochschulen, der außerschulischen Bildungsangebote einschließlich der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung, der Bibliotheken und Archive". Auch hier brauchen Kinder unter zwölf Jahren keinen Testnachweis.

Busse, Bahnen, Geschäfte, Kirchen: Keine Zugangsbeschränkungen

Öffentliche Verkehrsmittel und Geschäfte darf weiterhin jeder auch ohne Impf-, Genesenen- und Testnachweis betreten. Dort gibt es keine Zugangsbeschränkungen - dafür aber eine Maskenpflicht (siehe unten).

Auch für Gottesdienste ist kein Impf-, Genesenen- oder Testnachweis notwendig, es gibt aber eine "Höchstteilnehmerzahl einschließlich geimpfter und genesener Personen nach der Anzahl der vorhandenen Plätze, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 Metern" eingehalten werden kann. Entscheiden sich Kirchen oder Glaubensgemeinschaften selbst für eine 3G-Regelung, entfällt die Personenobergrenze.

3G am Arbeitsplatz

Überall dort, wo 3G-, 3G-plus- oder 2G-Regeln gelten, müssen ungeimpfte Betreiber, Beschäftigte und Ehrenamtliche mit Kundenkontakt schon seit Mitte Oktober zwei negative Corona-Tests pro Woche vorlegen. Bei Warnstufe Rot gilt diese 3G-Pflicht nun für alle Betriebe mit mehr als zehn Beschäftigen (einschließlich des Inhabers) für alle Mitarbeiter, die während ihrer Arbeitszeit Kontakt zu anderen Personen haben können. Sie müssen entweder vollständig geimpft oder genesen sein - oder sich zweimal pro Woche testen. Hier reicht ein Antigen-Schnelltest. Ausgenommen sind von dieser 3G-Regelung der Handel, öffentliche Verkehrsmittel sowie die Schülerbeförderung.

PCR-Testpflicht für Beschäftigte in bestimmten Betrieben

Überall dort, wo Kunden einen Impf- oder Genesenen-Nachweis vorlegen müssen, gilt für Beschäftigte und Ehrenamtliche mit Kundenkontakt eine PCR-Testpflicht. In Betrieben und bei Veranstaltungen mit 2G-Regel müssen laut Corona-Verordnung "Anbieter, Veranstalter, Betreiber, Beschäftigte und ehrenamtlich Tätige" an mindestens zwei verschiedenen Tagen pro Woche über einen negativen PCR-Test verfügen, der vor höchstens 48 Stunden vorgenommen wurde.

3G plus: Wahlfreiheit für Mitarbeiter beim Test

Auch in der Gastronomie, in Beherbergungsbetrieben sowie bei körpernahen Dienstleistungen gilt für für ungeimpfte Betreiber und Mitarbeiter eigentlich eine PCR-Testpflicht. Für diese Betriebe mit 3G-plus-Regelungen hat die Staatsregierung aber nachträglich eine Besonderheit beschlossen: Beschäftigte mit Kundenkontakt können dort seit Donnerstag zwischen zwei PCR-Tests in der Woche und täglichen Schnelltests wählen. "Diese Regel gilt jedoch nicht für Clubs, wo 2G für Besucher gilt und PCR-Tests für die Mitarbeiter vorgeschrieben sind", erläutert eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums.

FFP2-Maskenpflicht bleibt

Wie schon bei der Warnstufe Gelb gilt auch bei der roten Ampel vielerorts eine FFP2-Maskenpflicht - beispielsweise in Geschäften, öffentlichen Verkehrsmitteln und bei Gottesdiensten. Eine medizinische Maske ist nur bei Kindern und Jugendlichen von sechs bis 15 Jahren zulässig, jüngere Kinder brauchen keine Maske zu tragen.

In der Schule dürfen Grundschüler auch eine Stoffmaske tragen. An weiterführenden Schulen ist unabhängig vom Alter eine medizinische Maske vorgeschrieben.

Wie lange gilt die Warnstufe Rot?

Damit die Ampel von Rot wieder auf Gelb umschaltet, muss der Grenzwert von bayernweit 600 mit Corona-Patienten belegten Intensivbetten an mindestens drei Tagen in Folge unterschritten werden. Dies wird dann vom bayerischen Gesundheitsministerium offiziell bekanntgegeben - ab dem folgenden Tag werden dann die Regeln etwas gelockert.

In Corona-Hotspots bleiben die strengeren Beschränkungen aber auch dann in Kraft, wenn die Ampel bayernweit wieder auf Gelb springt. Als Hotspots gelten in Bayern Landkreise und kreisfreie Städte, in denen zum einen die 7-Tage-Inzidenz von 300 überschritten wurde und zum anderen mindestens 80 Prozent der Intensivbetten ausgelastet sind. Gegenwärtig trifft das auf einen großen Teil der Landkreise zu.

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