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Corona-Abitur an einem der größten Gymnasien Bayerns | BR24

© BR/Katrin Küx

Abiturprüfungen in der Turnhalle des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums

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    Corona-Abitur an einem der größten Gymnasien Bayerns

    In ganz Bayern haben die Abiturprüfungen begonnen. Durch die Corona-Pandemie sind die 35.000 Abiturientinnen und Abiturienten unter erschwerten Bedingungen gestartet. Das gilt auch in Aschaffenburg – an einem der größten Gymnasien in Bayern.

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    Am Mittwoch sind die Abiturprüfungen mit dem Fach Deutsch gestartet. Die Schulen haben klare Vorgaben hinsichtlich des Infektionsschutzgesetzes von Seiten des Ministeriums bekommen. Während der Prüfungen dürfen die Schüler den Mundschutz abnehmen. Essen und trinken ist erlaubt. Die Klausuren werden in der Turnhalle geschrieben, wo die Tische mit mindestens zwei Meter Abstand stehen. "Pro Schüler müssen vier Quadratmeter zur Verfügung stehen", sagt Schulleiter Kai Arne Richter. Zwei Desinfektionsmittelspender stehen am Eingang zur Turnhalle, die Seifenspender in den Toiletten sind gefüllt und es gibt Wegwerfhandtücher.

    "Wir haben ein Einbahnstraßensystem in der Schule, so dass man sich aus dem Weg gehen kann", berichtet Schulleiter Richter. Außerdem gebe es in der Schule eine Mundschutzpflicht. "Und die Prüfungen wurden entsprechend angepasst, weil ja im zweiten Halbjahr doch vieles nicht mehr durchgenommen werden konnte“, sagt Schulleiter Kai Arne Richter.

    Abiturienten fühlen sich benachteiligt

    Wie gut sich die Schüler vorbereitet sehen? Immerhin sind die Schulen seit dem 16. März geschlossen. "Ich bin schon ziemlich aufgeregt, denn die letzten Wochen waren doch sehr aufregend und neu“, sagt der 19-jährige Francois Abi Daoud. Auch wenn zumindest in den Abiturfächern seit dem 27. April wieder Unterricht in kleinen Gruppen stattfindet, fühlt er sich doch etwas benachteiligt.

    Oberstufensprecherin Chiara Paul sagt, Präsenzunterricht sei nicht zu ersetzen: "Gerade in Mathe – wenn man mal wirklich in einer Aufgabe Hilfe braucht, ist es schon besser, dass der Lehrer es einem gleich erklären kann, anstatt drei bis vier Mails zu schreiben und alles bis ins kleinste Detail nachfragen zu müssen!" Und Francois ergänzt: "Wir mussten schon teilweise ein bis zwei Tage warten, bis unsere Lehrer auf Fragen geantwortet haben oder unsere Aufgaben korrigiert haben."

    Nachteil durch fehlenden Präsenzunterricht

    Präsenzunterricht habe viele Vorteile – und die Lernatmosphäre sei anders. Die Schüler könnten sich besser konzentrieren und würden auch von den Fragen anderer profitieren, findet etwa Abiturient Francois.

    Im Vorfeld der Prüfungen haben an den Gymnasien verpflichtende Belehrungen stattgefunden. Am Friedrich-Dessauer-Gymnasium etwa wurde darauf hingewiesen, dass es eine strikte Platzordnung gebe und ein Wechseln der Tische nicht erlaubt sei. Zudem sei die Verwendung von Sammelwerken wie Gemeinschafts-Duden nicht erlaubt – jeder müsse sein eigenes erlaubtes Hilfsmittel mitbringen.

    Zum Abitur wird dieses Jahr auch zugelassen, wer die üblichen Zulassungshürden aufgrund der Leistungen im zweiten Halbjahr nicht erfüllt hat, heißt es von Seiten des Kultusministeriums auf BR-Nachfrage.

    Zulassungshürden gelockert

    Eine Sprecherin des Kultusministeriums schreibt in einer E-Mail: "Die Zulassung zur Abiturprüfung sowie die Zuerkennung der Allgemeinen Hochschulreife erfolgt auch dann, wenn die üblichen Zulassungshürden aufgrund der Leistungen im Ausbildungsabschnitt 12/2 nicht erfüllt sind." Denn viele Prüfungen im zweiten Halbjahr seien weggefallen.

    Für die Ermittlung der Halbjahresleistungen gebe es verschiedene Rechenmodelle. "Zudem gilt für die Ermittlung der Halbjahresleistungen zudem eine sogenannte 'Günstigerregelung': Die Notenbildung für das Kurshalbjahr 12/2 erfolgt entweder aus bereits bis zu den Schulschließungen erbrachten Leistungen und/oder aus einer Hochrechnung der Note aus den Ergebnissen der Halbjahre 11/1 bis 12/1. Hier wird die aus Schülersicht jeweils günstigere Berechnungsvariante herangezogen.“ Die Verkündung der Abiturnoten 2020 ist für Ende Juni geplant. Die Verleihung der Zeugnisse soll laut Kultusministerium am 17. Juli stattfinden.

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