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Corinna Miazga neue bayerische AfD-Landeschefin | BR24

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Die Bayerische AfD ringt in Greding um ihre künftige Ausrichtung. Der bisherige Landeschef Martin Sichert will wiedergewählt werden. In seiner Rede griff er die CSU mit drastischen Worten an. CSU-Generalsekretär Blume sprach von "Nazi-Jargon".

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Corinna Miazga neue bayerische AfD-Landeschefin

Die Bundestagsabgeordnete Corinna Miazga ist neue Chefin der bayerischen AfD. Sie setzte sich auf dem Landesparteitag unter anderem gegen Martin Sichert durch. Dieser hatte zuvor die Union attackiert, worauf die CSU der AfD "Nazi-Jargon" vorwarf.

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Corinna Miazga steht ab sofort an der Spitze der bayerischen AfD. Sie setzte sich auf dem AfD-Landesparteitag gegen Landtagsfraktionschefin Katrin Ebner-Steiner und den bisherigen Landeschef Martin Sichert durch. Die Straubinger Bundestagsabgeordnete Miazga entschied im mittelfränkischen Greding den zweiten Wahlgang gegen die Vorsitzende der AfD-Landtagsfraktion, Katrin Ebner-Steiner, für sich. Miazga erhielt 55,66 Prozent der gültigen Stimmen, Ebner-Steiner 39,42.

Insgesamt fünf Kandidaten

Fraktionschefin Ebner-Steiner, bisher stellvertretende Landesvorsitzende, hatte vor Monaten eigentlich erklärt, nicht mehr für den Landesvorstand zu kandidieren. Überraschend kündigte sie auf dem Parteitag dann doch ihre Kandidatur an - nach eigenen Angaben auf Wunsch vieler Mitglieder.

Insgesamt bewarben sich fünf AfD-Mitglieder für den Landesvorsitz , unter ihnen auch der bisherige Amtsinhaber Martin Sichert, der es aber nicht in die Stichwahl schaffte.

Miazga will Image der AfD verbessern

Miazga beklagte in ihrer Bewerbungsrede, dass die Zustimmungswerte der AfD in Bayern in den vergangenen Jahren deutlich gesunken seien. Acht Prozent in Bayern seien im Kampf gegen CSU und Freie Wähler nicht genug, rief sie in den Saal. Die bayerische AfD müsse nicht an ihrem Programm, sondern an ihrem Image arbeiten - unter anderem durch eine andere Medienstrategie. Zudem versicherte sie den Mitgliedern, sie sei ein immer "Teamplayer" gewesen.

Nach Attacken: CSU wirft AfD "Nazi-Jargon" vor

Am Samstagvormittag hatte Sichert scharf die Union angeriffen. Nach dessen Attacken konterte die CSU: Generalsekretär Blume bezeichnete Sicherts Wortwahl als "Nazi-Jargon". Auch aus der SPD kommt deutliche Kritik an Sicherts Rede auf dem AfD-Landesparteitag.

CSU-Generalsekretär Markus Blume zeigt sich entsetzt über die Angriffe von Sichert auf die Union und andere Parteien. "Das ist Nazi-Jargon: Menschen verächtlich machen und den politischen Gegner aufs Übelste verunglimpfen", betonte Blume auf BR-Anfrage.

Reaktion auf Sicherts Angriffe

Blume reagierte damit auf Sicherts Rede auf dem bayerischen AfD-Landesparteitag im mittelfränkischen Greding. Dieser hatte vor mehreren hundert AfD-Mitgliedern der Union Wahlbetrug und eine "linke und ökopopulistische Politik" vorgeworfen.

CSU-Chef Markus Söder habe Horst Seehofer "inzwischen als Hure der bayerischen Politik abgelöst", Seehofer lecke derweil "regelmäßig der Domina Angela aus der Uckermark die Stiefel". Die Grünen-Politiker Claudia Roth und Anton Hofreiter bezeichnete Sichert als "Ökofaschisten" und Deutschland als Diktatur.

Blume: "Eine zutiefst antibürgerliche Partei"

CSU-Generalsekretär Blume wertete Sicherts Äußerungen als Beleg dafür, dass die AfD eine zutiefst antibürgerliche Partei sei. "Heute sind die letzten Sicherungen geflogen." Mit der "ungeheuerlichen verbalen Entgleisung" habe die AfD den demokratischen Diskurs endgültig verlassen.

Auf eine "widerwärtige Weise" offenbare die AfD, dass sie Hass und Rücksichtslosigkeit in die Gesellschaft tragen wolle. "Das ist der Ton einer radikalen Partei."

Rinderspacher wirft AfD Hetze vor

Ähnlich äußerte sich der SPD-Politiker und Landtagsvizepräsident Markus Rinderspacher. Wer politische Mitbewerber als "Huren der bayerischen Politik" beschimpfe, stelle sich außerhalb des demokratischen Parteienspektrums.

"Das ist die menschenfeindliche, verrohte, entgrenzte Hetze von Extremisten, die Hass und Zwietracht säen", beklagte Rinderspacher. Es sei der Nährboden für Gewalt.