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Conti-Aufsichtsrat segnet Schließung des Werks in Roding ab | BR24

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Der Aufsichtsrat von Conti hat in seiner Sitzung in Hannover die geplante Schließung des Werks in Roding abgesegnet. Das gab das Unternehmens bekannt. In Roding soll jetzt endgültig bis 2024 die Produktion beendet werden.

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Conti-Aufsichtsrat segnet Schließung des Werks in Roding ab

Der Aufsichtsrat von Continental hat zugestimmt: Im Zuge geplanter Umstrukturierungen soll auch das Werk in Roding bis 2024 dicht machen. Parallel zur Aufsichtsratssitzung demonstrierten in Hannover rund 900 Mitarbeiter, 100 davon aus Roding.

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Der Aufsichtsrat des Automobilzulieferers Continental hat in seiner Sitzung in Hannover die geplante Schließung des Werks in Roding abgesegnet. Das gab das Unternehmen in einer Mitteilung unter der Überschrift "Continental-Aufsichtsrat unterstützt beschleunigten Technologieumstieg" bekannt.

In Roding soll jetzt endgültig bis 2024 die Produktion und Entwicklung von hydraulischen Komponenten für Benzin- und Dieselmotoren beendet werden. Betroffen sind rund 520 Arbeitsplätze. Die Pläne dafür hatte der Konzern bereits im September öffentlich gemacht. Rund 900 Mitarbeiter nahmen die Aufsichtsratssitzung zum Anlass, vor der Konzernzentrale in Hannover zu demonstrieren.

Auch weitere Conti-Standorte betroffen

Der Aufsichtsrat segnete auch die schrittweise Produktionseinstellung von Anzeige- und Bedientechnologien bis 2025 am Conti-Standort Babenhausen ab, von der über 2.200 Arbeitsplätze betroffen sind. Beendet werden soll demnach auch das Geschäft mit hydraulischen Komponenten für Dieselmotoren am Standort Limbach-Oberfrohna bis 2028. Davon sind rund 850 Arbeitsplätze betroffen. Auch Einschnitte an ausländischen Standorten bekamen grünes Licht.

Hintergrund für die Maßnahmen ist das weltweit für den Konzern geplante Strukturprogramm "Transformation 2019 bis 2029", mit dem Continental auf die Änderungen in der Automobilbranche reagieren will. Diese Änderungen betreffen unter anderem die Umstellung auf Elektromobilität, drastische Auftragsrückgänge bei Hydraulikkomponenten und den Umstieg der Industrie von analoger zu digitaler Technologie.

Unterstützende Angebote für betroffene Mitarbeiter

Die betroffenen Mitarbeiter will das Unternehmen unterstützen, indem es "den unternehmensweiten internen Arbeitsmarkt erheblich ausbaut". Außerdem wurde im Konzern ein "Institut für Technologie und Transformation" gegründet, bei dem sich Mitarbeiter für neue Aufgabenfelder qualifizieren können und sich damit für den internen, als auch den externen Arbeitsmarkt fit machen sollen. Es soll außerdem Angebote für die Versetzung auf frei werdende Stellen im Konzern an anderen Standorten geben.

Gewerkschaftsvertreter im Aufsichtsrat lehnen Beschluss ab

Die Arbeitnehmerseite im Conti-Aufsichtsrat hat in der Aufsichtsratssitzung des Konzerns den Schließungen von Standorten nicht zugestimmt. Das gibt die IG Metall Regensburg bekannt. Sie beruft sich dabei auf die zweite IG Metall-Vorsitzende Christiane Brenner. Diese hatte für die Gewerkschaft an der Aufsichtsratssitzung teilgenommen. Eine Zustimmung zur Schließung hätte bedeutet, das "Aus" für die betroffenen Standorte zu akzeptieren, sagte Brenner. Die IG Metall werde jetzt darauf drängen, dass sich der Aufsichtsrat mit den Alternativkonzepten auseinandersetzt, die die Gewerkschaft extern erstellen ließ. Laut Brenner ist die Schließung von Standorten keine Antwort auf den Wandel in der Automobilindustrie.

Wirtschaftsminister Aiwanger enttäuscht von Entscheidung

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) zeigte sich enttäuscht vom endgültigen Aus für den Continental-Standort Roding. Für Frühjahr 2020 waren bereits weitere Gespräche zur Sicherung des Standorts vereinbart. Nun gebe es aber eine neue Gefechtslage. Trotzdem will Aiwanger an dem Gespräch festhalten. "Jetzt geht es eben darum, wie wir den Standort vernünftig weiternutzen können", so Aiwanger. Außerdem müssten neue Perspektiven für die Beschäftigten entwickelt und der Stellenabbau möglichst sozialverträglich organisiert werden. Aiwanger setze hierbei auf die "Aufnahmefähigkeit des regionalen Arbeitsmarktes" und die "Solidarität der Arbeitgeber vor Ort". Aiwanger kündigte an, alle Beteiligten noch einmal zu einem Gespräch ins Wirtschaftsministerium einzuladen. Darüber hinaus wolle die bayerische Staatsregierung ausloten, welche Unterstützungsmöglichkeiten sie der Region für die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze anbieten könne.

900 Conti-Mitarbeiter aus ganz Deutschland protestierten in Hannover

Anlässlich der Aufsichtsratssitzung hatte es vor der Conti-Zentrale in Hannover eine größere Protestkundgebung gegeben. Daran hatten nach Angaben der IG Metall, die dazu aufgerufen hatte, rund 900 Mitarbeiter aus ganz Deutschland, teilgenommen.