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Cold Cases: Ungelöste Kriminalfälle werden weniger | BR24

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Immer wieder rollt die Kripo alte, ungeklärte Mordfälle auf - sogenannte Cold Cases. Aufgrund neuer Kriminaltechnik sind die Erfolge nicht selten erstaunlich und durch neue Verfahren erhöht sich die Aufklärungsquote.

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Cold Cases: Ungelöste Kriminalfälle werden weniger

Immer wieder rollt die Kripo alte, ungeklärte Mordfälle auf - sogenannte Cold Cases. Aufgrund neuer Kriminaltechnik sind die Erfolge nicht selten erstaunlich und durch neue Verfahren erhöht sich die Aufklärungsquote.

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Ein oft ganz entscheidendes Hilfsmittel für Ermittler ist die DNA-Analyse. So auch bei einem Augsburger Prostituiertenmord. Doch ein Vierteljahrhundert nach der Tat steht ein Angeklagter vor dem Augsburger Landgericht. Er soll im September 1993 in Augsburg eine Prostituierte umgebracht haben. Solche, so genannte Cold Cases, also ungeklärte Kriminalfälle gibt es mittlerweile immer häufiger. In Augsburg landen sie auf dem Schreibtisch von Kripokommissar Helmut Sporer.

"Wir haben Altfälle bis in die 80 er Jahre, wo noch etwa 20 ungeklärte Fälle da sind, dann haben wir von '80 bis 2000 gute 10 Fälle ungeklärt und seit 2000 eigentlich alle Fälle geklärt, bis auf einen Mordversuch." Helmut Sporer, Kripo Augsburg

Mit dem DNA-Abgleich zum Ermittlungsdurchbruch

Der große Sprung im sogenannten Cold-Case-Management kam durch die DNA-Analyse. Heute reichen bereits ein Haar mit Wurzel oder eine Zigarettenkippe, um einen Täter zu überführen. Früher brauchte man noch größere Blutmengen. Hinzu kommen neue Verfahrenstechniken, wie psychologische Erkenntnisse von Profilern und zuletzt können manche Spuren technisch erst heute festgestellt werden.

"Heute sind Dinge möglich, die vor 25 Jahren undenkbar waren und im Bereich DNA, da kenne ich die Anfänge der 90 er Jahre, da war es noch ein sehr seltenes Beweismittel und heute ist es das Hauptbeweismittel, also unser tägliches Brot für Kriminalbeamte." Helmut Sporer, Kripo Augsburg

... doch es bleiben ungelöste Fälle

Seit 20 Jahren gibt es die DNA-Analyse als kriminalistisches Werkzeug. Seither wurde in Wiesbaden beim Bundeskriminalamt eine DNA-Analysedatei eingerichtet. Mit Hilfe dieser Datei konnten allein in Bayern mehrere Tausend Delikte gelöst werden. Dennoch gibt es weiterhin unzählige ungelöste Kriminalfälle. Allein in München sind es seit 1960 254 ungeklärte Todesfälle. Darunter auch der Fall Michaela Eisch, die am 17. Mai 1985 im Alter von nur acht Jahren in München ermordet wurde. Nachträglich habe man hier eine DNA-Spur sichern können, sagt der Münchner Polizeisprecher Werner Kraus.

"Dann hat es hier eine Massen-DNA-Untersuchung vor einigen Jahren gegeben, leider konnte der Täter jedoch nicht ermittelt werden. Beim Isarmord handelt es sich noch nicht um einen ausermittelten Fall. Hier werden immer noch Ermittlungen durchgeführt, die Beamten sind jedoch weniger geworden. Erst wenn der Fall total ausermittelt ist, wird der Fall vorerst zu den Akten gelegt, wobei ja Mord nicht verjährt und somit der Fall immer wieder aufgegriffen werden kann." Werner Kraus, Polizeisprecher

So auch der Mordfall in München an einer Verkäuferin im Jahr 1985. Exakt 25 Jahre später konnte durch eine neue technische Methode eine Handflächenspur neu zugeordnet werden. Der Täter lebte mittlerweile in Nordrhein-Westfalen und legte beim Eintreffen der Münchner Mordkommission an seinem Wohnort auch sogleich ein Teilgeständnis ab. Durch die bessere Aufklärungsrate schwinden mittlerweile die ungeklärten Mordfälle und so gibt es immer weniger Altfälle, die von der Polizei nochmals neu aufgerollt werden müssen.

Von
  • Daniel Knopp
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