Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

"Cold Case" von Naila: Hundeführer glaubt nicht an Irrtum | BR24

© Hundeführer Dietmar Kroepel

Archaeo-Dog Flinstone

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

"Cold Case" von Naila: Hundeführer glaubt nicht an Irrtum

Bei Grabungen in der Nähe von Naila sind am Wochenende keine Knochen von der vermissten Heike H. gefunden worden. Ein Archäologiehund hatte zuvor dort angeschlagen. Der Hundehalter des Tieres ist dennoch sicher, dass in der Gegend Knochen liegen.

Per Mail sharen
Teilen

Im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk sagte Hundeführer Dietmar Kroepel aus Otterfing (Lkr. Miesbach): "Wenn mein Hund Flintstone etwas anzeigt, dann liegt da auch was".

Hundehalter vertraut der Spürnase seines Hundes

Der altdeutsche Hütehund sei der einzige zertifizierte Archaeo-Dog in ganz Europa. Er habe bei archäologischen Ausgrabungen schon Knochen von Römern, Etruskern und Kelten gefunden – und bereits vier Cold Case-Fälle gelöst, so Hundeführer Kroepel. Er vermutet, dass die Knochen an einer anderen Stelle liegen könnten.

© News5

Bei den Grabungen bei Naila wurden keine Knochen der vermissten Heike. H. gefunden. Seit 1986 fehlt von der damals 18-Jährigen jede Spur.

Grabungen zunächst ohne Ergebnis

Eineinhalb Tage lang grub die Polizei bei Naila im Landkreis Hof die Erde auf, um möglicherweise die Knochen der seit dreißig Jahren vermissten Heike H. zu finden. Doch bisher ergebnislos. Archäologiehund Flintstone hatte das Gebiet bei Marxgrün auf eine Fläche von 30 bis 40 Metern eingegrenzt. Eine Stelle an der Staatsstraße ST2195 ließen die Ermittler am Wochenende aufgraben, weil Wissenschaftler der TU München mit einem Bodenradar zusätzlich eine Anomalie im Boden gefunden hatten. Diese Unregelmäßigkeit war allerdings ein 2,30 Meter großer Betonklotz, der dort eigentlich nicht hätte sein dürfen. Mit der vermissten Frau hatte er offenbar nichts zu tun.

Ermittlungen laufen dennoch weiter

Hundehalter Kroeppel glaubt dennoch, dass sein Spürhund richtig lag. "Man kann sich zu 100 Prozent sicher sein, dass da irgendwo Knochen liegen. Nur eben an einer anderen Stelle", sagte er dem Bayerischen Rundfunk."

Die Grabungen an der Staatsstraße ST2195 bei Marxgrün wurden zwar am Mittag (01.10.18) zunächst abgeschlossen, heißt es in einer gemeinsamen Presserklärung der oberfränkischen Polizei und der Staatanwaltschaft Hof. Die Ermittlungen in diesem "Cold Case" gehen jedoch weiter. Erneute Grabungen seien nicht ausgeschlossen. "Es kann auch sein, dass sich die Ermittler an die Öffentlichkeit wenden", sagte Polizeisprecherin Anne Höfer dem Bayerischen Rundfunk.

Leiche wurde vermutlich in der Nähe vergraben

Die damals 18-jährige Heike H. aus Naila wird seit dem 4. November 1986 vermisst. Bei den Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft ergaben sich Hinweise, dass die Leiche der Frau in den 1980er-Jahren nicht weit von ihrem Wohnort vergraben worden sein könnte.

Bei der Anomalie, die Wissenschaftler der TU München im Vorfeld mit Hilfe eines Bodenradars gefunden hatten, handelt es sich um einen Betonblock mit einer Länge von 2,30 Metern, einer Breite von 60 Zentimetern und einer Tiefe von 40 Zentimetern. Mitarbeiter einer Baufirma und des Technischen Hilfswerks trugen das große Betonteil Stück für Stück ab. Es grenzte direkt an ein Abwasserrohr.

Hund grenzte einen exakten Bereich ein

Bei den nun folgenden Nachbesprechungen der Ermittler wird es vor allem darum gehen, warum der Hund an dieser Stelle angeschlagen hatte, obwohl dort nun keine Knochen gefunden wurden. Der "Archäologiehund" ist speziell auf das Finden von alten Knochen geschult und konnte das Gebiet mit Hilfe seiner Nase exakt eingrenzen.

© News5

Grabungsarbeiten in Naila